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Die Bewohner in der Rebstock-Siedlung wollen ein Bewohnerparken durchsetzen.

Als Park & Ride-Platz genutzt

Bewohner stinksauer: Pendler parken Rebstock-Siedlung in Bockenheim zu

Als Park & Ride-Platz nutzen Auswärtige die Rebstock-Siedlung in Bockenheim. Das nervt die Bewohner, die vor allem tagsüber keinen Parkplatz mehr finden. Sie fordern Taten von der Stadt.

Frankfurt - Der Blick auf die Kennzeichen bestätigt die Angaben der Rebstock-Bewohner: Mehr als 30 Prozent der Autos, die auf Parkplätzen in dem Wohngebiet in Messenähe abgestellt sind, kommen nicht aus Frankfurt. Zum Leidwesen der Bewohner. Pendler nutzen die Gelegenheit, um morgens in dem Stadtteil ihren Wagen abzustellen, steigen dann in die Straßenbahn, um damit zur Arbeit in der Innenstadt zu gelangen.

Doch auch immer mehr Dauerparker blockieren die Stellplätze. „Das hat in letzter Zeit wirklich enorm zugenommen. Ein unhaltbarer Zustand“, fordert Bewohner Ruslan Hertner die Stadt zum Handeln auf.

Bewohnerparken in der Rebstock-Siedlung: Keine große Hoffnung

Große Hoffnungen macht sich Günter Pelke, der in der Siedlung wohnt und für die FDP im zuständigen Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) sitzt allerdings nicht. „Alle Anträge, die sich zuletzt mit dem Bewohnerparken beschäftigten, wurden mit der Begründung abgelehnt, dass es zu wenig Personal gibt“, sagt er. Trotzdem findet er es gut, dass jüngst erst die Linke-Fraktion einen erneuten Versuch gestartet habe – das Papier wurde mehrheitlich angenommen.

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Denn laut Pelke, der seit 2013 in der Rebstock-Siedlung wohnt, hat sich die Situation im Stadtviertel zuletzt gravierend gewandelt. Der Stadtteil sei gewachsen, neue Bewohner seien hierher gezogen. Und es werden immer mehr, weil schon neue Bauvorhaben angekündigt werden oder in den Startlöchern stehen. Am kommenden Freitag etwa ist Spatenstich für die Erschließung des Rebstock-Areals Nord-Ost – die Immobiliengesellschaft der Landesbank Baden Württemberg und die städtische ABG Frankfurt Holding bauen auf dem 55 000 Quadratmeter großen Areal rund 1000 Wohnungen.

Doch nicht nur bei Pendlern ist das Rebstock-Gebiet laut Pelke beliebt. Der Rebstockpark habe sich zu einem beliebten Ausflugsziel gemausert. Immer mehr Erholungssuchende kämen.

Pendler parken Rebstock-Siedlung zu: Auch am Wochenende ein Problem

Vor allem an den Wochenenden sei das ein Problem. „Wenn dann auch noch Großveranstaltungen sind, kommt man nicht mal mehr bis zur Tiefgarage“, ärgert sich Hertner noch immer über die Auswüchse des kurdischen Neujahrs- und Frühlingsfestes am letzten März-Wochenende. An die 25 000 Menschen hatten dort gefeiert. Viele davon seien mit dem Auto gekommen. Die Folge: Straßen waren verstopft und die Polizei hatte das Gebiet abgeriegelt, so dass Bewohner nicht mehr zu ihren Häusern kamen.

Mittlerweile sei die Geduld der Bewohner überstrapaziert, sagt Pelke. Die einzige Möglichkeit, die Situation zu lösen: Die Stadt muss das Bewohnerparken umsetzen.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) verspricht, dass sich im Zuge der Einführung des neuen Parkkonzeptes innerhalb des Alleenrings auch in den Außenbezirken etwas tun wird – vorrangig in solchen Stadtteilen, für die schon Anträge gestellt wurden, das Bewohnerparken einzuführen. Die Aussage, dass kein Personal vorhanden sei, sei mittlerweile überholt, sagt der Verkehrsdezernent.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling will Details zum Bewohnerparken in der Rebstock-Siedlung klären

Die Stadt will in der Innenstadtzone das kostenlose Parken generell abschaffen, damit Pendler die Stellplätze nicht blockieren. Anwohner können sich einen Bewohnerparkschein kaufen, der 50 Euro kostet und zwei Jahre gültig ist. Das Prinzip könnte auch in Stadtteilen wie dem Rebstock, wo der Parkdruck groß sei, angewandt werden. Das Modellprojekt startet in Bornheim, relativ schnell sollen dann laut Oesterling weitere Stadtgebiete folgen.

Details sind laut Oesterling noch abzuklären. Unter anderem, ob Parkautomaten aufgestellt werden oder man auf das „Wiener Modell“ setzt. In der österreichischen Hauptstadt kann man Parkscheinblöcke am Kiosk und in Tankstellen kaufen. Automaten auf der Straße sind überflüssig. Grundsätzlich gab die CDU zu bedenken, dass künftig jeder sein Parkticket per Handy lösen wird, weshalb es Unsinn sei, noch in Parkautomaten zu investieren.

Von Matthias Bittner

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Frankfurt: Kostenlose Parkplätze sollen stadtweit abgeschafft werden - für Besucher wird es teurer:  Im Kampf gegen drohende Fahrverbote bittet der Magistrat Autofahrer zur Kasse. In weiten Teilen der Stadt sollen nur noch Anwohner kostenlos parken dürfen. Alle anderen müssen bezahlen. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) verteidigt das neue Konzept.

Krankenhaus Nordwest: Parken für zehn Euro die Stunde:  Parkplätze in Frankfurt sind Mangelware – nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch an vielen Krankenhäusern. Allerdings gibt es dort große Unterschiede: Während manche Kliniken keine eigenen Parkplätze haben, ist es an anderen schwer, einen Stellplatz zu bekommen. Oder entsprechend teuer.

Genehmigung erteilt: Kurzzeitparken an der Offenbacher Landstraße soll Geschäften helfen:  Oberrad will seinen Geschäften an der Offenbacher Landstraße weiterhin helfen, auf die Beine zu kommen. Die Stadt hat jetzt das Kurzzeitparken auf den vorhandenen Parkplätzen genehmigt.

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