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Silbergrau, Neptun-Beige oder Gelb? Die Musterflächen für den neuen Bodenbelag des Goetheplatzes sind gut zu begutachten.

Nicht mehr kalt und misslungen

So soll der Goetheplatz endlich schöner werden

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Mit einem helleren Bodenbelag und neuen Sitzmöglichkeiten soll der Goetheplatz attraktiver werden. Das haben der Magistrat und die Stadtverordneten beschlossen. Die Musterflächen sind vor Ort schon zu begutachten.

Frankfurt - Ein kleines Stück des Goetheplatzes am südlichen Ende ist derzeit für die Fußgänger mit Bauzäunen abgesperrt. Es hebt sich mit seinem hellen Boden deutlich von dem restlichen, in dunklem grau gehaltenen, Platz ab. Drei Musterflächen für den künftigen Belag des Geländes werden dort getestet. Die Farbpalette reicht über fast weißlichen Kies, dessen Ton offiziell als Silbergrau bezeichnet wird, über einen sandfarbenen (Neptun-Beige) Belag bis zu der dunkelsten, einer erdfarbenen Variante (Gelb).

Einer von ihnen soll bald dem Areal nahe der Hauptwache neues Leben einhauchen. Denn der dunkelgraue Kies sorgt bei den Bürgern schon lange für Unmut. Nach dem Bau der Tiefgarage 2008 und der anschließenden Neugestaltung von Roßmarkt, Goetheplatz und Rathenauplatz hagelte es Kritik.

Roßmarkt, Goetheplatz und Rathenauplatz: Kalt und misslungen

„Die Gestaltung der Platzfolge Roßmarkt, Goetheplatz und Rathenauplatz wird von fast allen Frankfurtern als hässlich, kalt und misslungen angesehen“, mokierte sich 2013 beispielsweise der Stadtverordneter Wolfgang Hübner beim Magistrat.

Tatsächlich lässt der dunkel Kiesboden den Platz an eine Betonwüste erinnern. Die einzigen grünen Farbkleckse zwischen den eintönigen Flächen sind die japanischen Schnurbäume, die in regelmäßigen Abständen den Platz füllen und ein wenig Schatten spenden.

Ideen für Verschönerung gab es schon einige

Änderungsvorschläge und Ideen zur Verschönerung des Platzes gab es seit 2008 einige: Wie beispielsweise Blumenbeete für eine zusätzliche Begrünung. Die Idee kam von dem damaligen Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Seinen Vorschlägen stimmte das Stadtparlament 2015 zu. Von den Beeten ist jedoch vier Jahre danach noch keine Spur. Auch der sogenannte „Zukunftspavillon“ stand einige Zeit am Goetheplatz. Mit ihm sollte getestet werden, ob ein Gebäude die große Platzfläche besser gliedern würde – 2017 wurde er abgebaut.

 Nun, elf Jahre nach der damaligen Neugestaltung, folgen die ersten Schritte, den Goetheplatz attraktiver zu machen. Die helleren Kiesböden, sogenannte wassergebundene Beläge, sollen voraussichtlich bis zum nächsten Frühjahr getestet werden.

Die Bauzäune verschwinden schon Anfang Mai. Dann können die Musterflächen von Nahem betrachtet werden. Außerdem werden auf dem Goetheplatz neue Sitzgelegenheiten getestet, wie Liegebänke, Hocker und Sitzgruppen mit Tisch. Derzeit stehen dort Bänke des in Frankfurt oft eingesetzten Typs „Frankfurter Bank“.

Testphase bis 2020

Für den Aufbau der Test-Bänke wird das Areal um den Goetheplatz erneut kurzzeitig und kleinräumig gesperrt. Die Testphase der Sitzmöbel dauert laut Grünflächenamt ebenfalls bis zum nächsten Frühjahr. Welcher Boden schlussendlich verlegt und welche Sitzbänke gekauft werden, darüber werden die Stadtverordneten nach den Testphasen entscheiden. Wann genau das sein wird, stehe noch nicht fest.

Das schlagen Frankfurter zur Verschönerung vor:

Gerne ein Café

Annegret Lauer (36) wohnt in der Nähe des Goetheplatzes und kommt deshalb oft hier vorbei. „Der graue Kies geht gar nicht. Das passt auch überhaupt nicht zu den umliegenden Gebäuden. Den ganz hellen Kies finde ich aber auch zu krass.

Annegret Lauer aus Frankfurt.

Wenn ich entscheiden dürfte, würde ich den beigefarbenen nehmen. Dass auch mehr Bänke aufgestellt werden, finde ich gut – man sollte dann aber auch an ausreichend Mülleimer denken. Schön fände ich auch ein Café, das den Platz etwas belebt.“

Erdig und natürlich 

Christian Theisen (27) aus Mainz sitzt auf den Stufen des Goethedenkmals. Neugierig schaut er zu den Kies-Mustern rüber. „Das ist schon mal eine Verbesserung gegenüber dem grauen Kies, der wie Beton aussieht. Vor allem der gelb-braune sieht erdig und natürlich aus.

Christian Theisen aus Mainz.

Das ist eine gute Sache, vor Ort zu schauen, was am besten in die Umgebung passt. Dass die Stadt entscheidet, welcher Kies es wird, finde ich auch nicht schlimm. Es ist schwierig wenn zu viele Leute das bestimmen würden.“

Urlaubsgefühle

Anne Grindel (36) ist Mutter von drei Kindern. Sie würde sich zusätzlich zu dem neuen Bodenbelag auch über einige Spielgeräte für Kinder auf dem Platz freuen. „In der Innenstadt von Frankfurt gibt es generell zu wenig für Kinder.

Anna Grindel aus Frankfurt.

Ich fände es schön, wenn hier ein bisschen was montiert werden könnte. Bei den Kies-Mustern, finde ich den beigen ganz gut. Das erinnert so ein bisschen an Urlaub. Das wäre auf jeden Fall eine Verbesserung, denn der graue Kies ist wirklich sehr trist.“

von Svenja Wallocha

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