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Buchstäblich im Regen stehen die Holzhausenschüler, die künftig die Kreuzung Hansaallee/Miqeulallee überqueren müssen, um den den Schulcampus Westend zu erreichen. Die Mittelinsel ist nach Ansicht der Eltern viel zu klein. Die Stadt soll handeln.

Viele Risiken

Miquelallee zu gefährlich für Schulkinder? Eltern beschweren sich bei der Stadt

Eltern der Holzhausenschüler sorgen sich um die Sicherheit ihre Kinder, weil der Weg zum neuen Schulcampus Westend an der Miquelallee viele Gefahrenquellen birgt. In einem offenen Brief an die Stadt fordern sie jetzt Maßnahmen.

Frankfurt - Die Szene wirkt bedrohlich: Dicht an dicht gedrängt stehen Kinder und Erwachsene auf der Mittelinsel an der Kreuzung der Miquelallee mit der Hansaallee. Die Mädchen und Jungen sehen ängstlich und verunsichert aus. Um sie herum rollt der Verkehr. Autos rasen vor und hinter ihnen vorbei. Die meisten mit überhöhter Geschwindigkeit. Ein Rempler würde reichen, dass jemand in der in vorderster Reihe auf die Straße fiele.

Daran wollen Eltern der Holzhausenschüler ausschließen und fordern deshalb nun Taten von der Stadt. Denn voraussichtlich im Januar kommenden Jahres müssen etwa 100 der rund 600 Grundschüler diese Gefahrenstelle auf ihrem Wege zum neuen Schulcampus Westend meistern. Auf dem Areal an der Miquelallee entstehen derzeit Provisorien für das neue Adorno-Gymnasium und Holzhausenschule, die ausgelagert wird, weil das Schulgebäude in der Bremer Straße marode ist und demnächst saniert wird.

Holzhausenschüler haben gefährlichen Schulweg

"Der Schulweg muss sicherer werden, es muss endlich etwas passieren und eine Person benannt werden, die sich um alles kümmert", sagte Lorenz Gempper von der Elterninitiative der Holzhausenschule in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 2 (Westend, Bockenheim, Kuhwald). Um auf die Brisanz hinzuweisen, hatte er Fotos mitgebracht, die bei einer Begehung entstanden sind. Auch Videos wurden dabei aufgenommen. Weil die Zeit bis zum Start im Provisorium drängt, aber nichts geschieht, haben die Eltern nun einen Brief an die Stadt geschrieben. Darin listen sie die Gefahrenstellen auf und machen Vorschläge, wie diese entschärft werden können.

"Alle Bürger, nicht nur die Schüler, würden davon profitieren", argumentiert Gempper, dass die Stadt nicht an der falschen Stelle sparen und in die Sicherheit investieren soll. Der Bau der Provisorien koste rund 55 Millionen Euro gekostet.

Miquel-/Hansallee ist gefährlich für Schulkinder

Die Maximalforderung für die Kreuzung Miquel- / Hansaallee ist eine Fußgängerbrücke. Da der Bau sich nicht kurzfristig realisieren lässt, soll zunächst die Mittelinsel vergrößert werden. Eine Fahrspur der Hansaallee entfallen. Außerdem soll die Grünphase der Fußgängerampel angepasst werden, damit den Kindern mehr Zeit zum Überqueren des Autobahnzubringers/Einfallsstraße bleibt.

Wie an den anderen gefährlichen Kreuzungen (Bremer Straße / Hansaallee und Eschersheimer Landstraße / Holzhausenstraße) wünschen sich die Eltern auch an der Kreuzung Hansa- / Miquelallee große Blinklichter, die Autofahrer auf Fußgänger hinweisen. Fest installierte Ampelblitz- und Geschwindigkeitsanlagen sollen verhindern, dass Autofahrer zu schnell fahren und rote Ampeln ignorieren.

Handlungsbedarf beim Zwei-Richtungs-Radweg

Handlungsbedarf sehen die Eltern vor allem beim Fuß- und Zwei-Richtungs-Radweg entlang der Miquelallee. Piktogramme für die jeweiligen Nutzer sollen auf dem Weg markiert und Drängelgitter montiert werden. Als beste Lösung bezeichnen die Eltern einen separater Fußweg jenseits der Baureihe auf dem Universitäts-Gelände. Der Westend-Campus soll zudem als Schulweg geöffnet werden. Damit Grundschulkinder aus den entfernteren Gebieten des Schulsprengels zum Unterricht und wieder zurück nach Hause kommen, könnte die Stadt eine Schulbuslinie einsetzen. Das würde nach Ansicht von Gempper dazu beitragen, dass weniger Elterntaxis fahren.

Der Ortsbeirat verabschiedete einstimmig einen interfraktionellen Antrag, in dem der Magistrat darum gebeten wird, die von der Elterninitiative aufgeführten Punkte zu prüfen. Sollten einzelne davon realisierbar sein, sollen sie möglichst schnell umgesetzt werden.

Das Bildungsdezernat sah sich gestern auf Anfrage nicht in der Lage, sich zu dem Thema zu äußern. Einiger Kommentar: "Es gab kürzlich ein Gespräch zwischen dem Stadtschulamt und den Eltern und der Schulleitung, dort wurden verschiedene Varianten diskutiert und besprochen."

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