+
Die Baustelle des "Junghof Plaza" an der Junghofstraße. Hier soll auch die Kanzlei Clifford Chance Platz machen für die Bundesbank.

"Junghof Plaza"

Umzug verzögert sich: Dieses Bauprojekt in Frankfurt bremst die Bundesbank aus

  • schließen

Später als bisher geplant wird die Bundesbank ihren Campus am Dornbusch sanieren und erweitern können. Das Ausweichquartier an der Mainzer Landstraße für die 2000 Mitarbeiter wird nicht fristgerecht frei. Die Ursache liegt an einer ganz anderen Baustelle - in der Junghofstraße mitten in der City.

Frankfurt - Alle ihre 5000 Frankfurter Mitarbeiter möchte die Bundesbank-Zentrale gern zusammenziehen. Deshalb soll der Hauptstandort an der Wilhelm-Epstein-Straße am Dornbusch zu einem Campus ausgebaut werden. Doch das Vorhaben verzögert sich wohl um bis zu zwei Jahre. Und die Bundesbank kann nicht einmal etwas dafür.

Drei Hochhäuser in Höhe des bestehenden, 217 Meter breiten und weithin sichtbaren Haupthauses hat Architekt Ferdinand Heide in seinem Gewinnerentwurf für den neuen Bundesbank-Campus vorgesehen. Dazu Logistikzentrum, Kita, Pressezentrum, Sportstätten. Im Mega-Projekt ist eine Sanierung des bald 50 Jahre alten Haupthauses enthalten. Deshalb müssen die 2000 Mitarbeiter aus der Zentrale vorübergehend ausziehen. Dafür hat die Bundesbank bereits das Hochhaus Frankfurt Büro-Center (FBC) an der Mainzer Landstraße auf sieben Jahre angemietet - vorsorglich gleich mit der Option auf weitere drei.

Der Umzug der Mitarbeiter ist bisher vorgesehen gewesen für Ende diesen Jahres. Doch daraus wird nichts: Der Umzug ins FBC verzögere sich um anderthalb Jahre, erklärt Bundesbank-Sprecherin Anne Grüttner. Denn das FBC wird nicht rechtzeitig frei. Die Rechtsanwaltskanzlei Clifford Chance, die dort bisher residiert, kann nicht wie geplant pünktlich ausziehen.

Erst 2003 errichtet

Die Anwälte sollen Hauptnutzer im neu gebauten "Junghof Plaza" an der Junghofstraße werden. Allerdings verzögert sich dort offensichtlich die Fertigstellung. Von Februar bis Oktober vergangenen Jahres war das erst 2003 errichtete Gebäude weitgehend abgerissen worden. Nur die drei Untergeschosse sowie die Fahrstuhlschächte und Treppenhäuser stehen aktuell noch. Derzeit laufen augenscheinlich Umbauarbeiten in den Untergeschossen. Die Pläne für das neue, 35 Meter hohe Plaza-Gebäude sehen vor, dass die bisher durchgehende Front entlang der Straße durch einen Innenhof unterbrochen wird.

Die Bundesbank muss saniert und erweitert werden, so dass alle 5000 Mitarbeiter Platz auf dem Campus am Dornbusch haben.

Clifford Chance wird Hauptmieter im "Junghof Plaza". Die Anwaltskanzlei übernimmt mit einem 10-Jahres-Vertrag 13 000 der knapp 23 000 Quadratmeter Bürofläche. Zum Umzugstermin mag Thorsten Sauerhering, der Frankfurt-Chef der Anwaltskanzlei, unter Verweis auf Verschwiegenheitsvorgaben in "laufenden Vertragsverhältnissen" nichts sagen. Noch vor gut zwei Jahren hatte Clifford Chance die Fertigstellung des "Junghof Plaza" für Mitte 2019 angekündigt.

Der künftige Eigner des Gebäudes, eine Tochter der Ausgburger Patrizia Immobilien AG, lehnt eine aktuelle Auskunft zu den Verzögerungen ebenfalls ab. Der Eigentumsübergang erfolge "voraussichtlich erst Mitte 2021", sagt Patrizia-Sprecherin Barbara Popp.

Komplexes Vorhaben

Dazu passt die aktuelle Zeitplanung beim Bauherrn, der PGIM Real Estate. Die Fertigstellung sei auf einen "alternativen Termin ins vierte Quartal 2020" verlegt worden, erklärt PGIM-Sprecher Patric Garvin. Das Bauvorhaben sei sehr komplex, da mitten im Bestand der umliegenden Gebäude gebaut werde - und auch die öffentliche Tiefgarage unter dem Baugrund weiter in Betrieb bleibe. Daher sei es "zu den üblichen Verzögerungen bei Genehmigungsplanung und Ausführung" gekommen.

Für die Bundesbank sei die Verzögerung "keine große Sache", beteuert Sprecherin Anne Grüttner. Die Mitarbeiter könnten ja zunächst weiter im Haupthaus bleiben. Das FBC habe seine Mietverträge mit der Bundesbank einfach zeitlich verschoben. Mehr Zeit für die Vorbereitungen hat damit der neue Beauftragte für den Umzug bei der Bundesbank, Guido Müller.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte den bisherigen Vize-Chef des Bundesnachrichtendienstes erst im vergangenen Oktober nach Frankfurt geholt. Zuvor hatte sich die Bank im August vergangenen Jahres von Campus-Projektleiter Lutz Peters getrennt. Das geschah laut Bundesbank einvernehmlich.

Der Umzug und die Sanierung der Bundesbank gelten als äußerst knifflige Angelegenheit. Nicht zuletzt, weil in ihren Tiefgeschossen mit 1700 Tonnen einer der weltweit größten Goldschätze lagert.

Das "Junghof Plaza"

  • Im "Junghof Plaza" (Junghofstraße 14/16) entstehen vor allem Büroflächen. Daneben ist ein Boutique-Hotel der Marke Ruby mit 218 Zimmern und Dachterrasse angekündigt.
  • Im Erdgeschoss sind Einzelhandels- und Gastronomieflächen vorgesehen. Hier will die Nürnberger Systemgastronomiekette L'Osteria ein zweites Restaurant in der Stadt eröffnen.
  • Außerdem möchte das Burger-Restaurant "Heidi und Paul" eine Filiale eröffnen. Die Eschborner betreiben ganz in der Nähe bereits ein Restaurant in der Meisengasse am Parkhaus Börse.

Lesen Sie auch:

Frankfurter Wirt setzt "Kopfgeld" auf Verfasser einer Google-Bewertung aus

Zappbar-Wirt im Frankfurter Nordend ärgert sich so sehr über schlechte Google-Bewertungen, dass er jetzt handelt: Er hat ein "Kopfgeld"  auf anonymen Verfasser ausgesetzt.

Superfly-Trampolinpark kommt endlich nach Frankfurt

Darauf haben viele Sport-Fans in Frankfurt gewartet. Der Superfly-Trampolinpark wird demnächst eröffnet - an zwei Orten in der Stadt.

Drama um Giraffe Hatari: Nach Obduktion steht die Todesursache fest

Drama im Frankfurter Zoo: Die 20-jährige Giraffe Hatari liegt morgens in der Anlage. Wenig später stirbt das Tier. Nach der vorgenommenen Obduktion steht die Todesursache nun fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare