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Nord-Süd-Verbindung  in Niederrad.

Zahlreiche Haltestellen

Endlich rollt der Quartierbus in Niederrad: Nord-Süd-Verbindung geht noch 2019 in Betrieb

Schon seit Jahrzehnten wünschen sich die Anwohner des Mainfelds einen Quartierbus. Nun wird er rollen – zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember.

Frankfurt - Der Erfolg hat eine Nummer. 84 lautet die Bezeichnung der neuen Buslinie, die mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember an den Start gehen soll. Damit wird Wirklichkeit, was sich viele Niederräder schon lange wünschen und die Politiker des Ortsbeirates 5 (Oberrad, Sachenhausen, Niederrad) in parteienübergreifender Einigkeit seit Jahren fordern: einen Quartierbus.

18 Stopps geplant

Er wird insgesamt 18 Haltestellen ansteuern, davon neun neu eingerichtete. „Damit entsteht im Stadtteil erstmals eine Nord-Süd-Verbindung, so dass die Leute aus dem Mainfeld und aus dem Wohngebiet südlich der Triftstraße mit dem Quartierbus eine gute Verbindung innerhalb Niederrads bekommen“, freut sich Petra Korn-Overländer (SPD) über den Erfolg.

Gaby Link übergibt Unterschriften an Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (beide SPD).

Sie ist seit drei Jahren Ortsbeirätin im „5er“. Der Wunsch nach einem Quartierbus, sagt sie, sei seit dieser Zeit Dauerthema gewesen. Gaby Link (SPD) weiß, dass die Idee noch weitaus älter ist: „Sie kam erstmals auf, als in den 1970er Jahren das Wohngebiet Im Mainfeld entstand.“

Eine alte Angelegenheit also, die im vergangenen Jahr durch ein besonderes Erlebnis außerordentlichen Schub bekam. Dieses Erlebnis hatte Gaby Link in der Hahnstraße. Sie bekam die Unterhaltung zweier auf Rollatoren gestützter älterer Niederräderinnen mit, die den Wegzug eines Discounter-Marktes von der Goldsteinstraße in die einstige „Bürostadt“ (inzwischen heißt sie Lyoner Quartier) beklagten und dass sie dorthin nur mit dem Taxi gelangen würden – was sie sich nur zweimal im Monat leisten könnten. „Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf“, sagt Link.

Die Idee eines Quartierbusses hatte mit einem Mal eine konkrete Aktualität. Link startet eine Unterschriftenaktion und fand exakt 1651 Unterstützer für die Forderung nach einem Bus. Diese Sammlung überreichte sie dem Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD). „Mit zehn Leuten sind wir damals bei ihm im Büro eingefallen“, so Link. „Unser Kompromissvorschlag war, wenigstens einmal versuchsweise einen Bus einzusetzen.“ Oesterling habe versprochen, sich dafür einzusetzen.

Das Versprechen wurde nun eingelöst. Die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, die für Frankfurt den gesamten Bus- und Bahnverkehr organisiert, hat ihr Linienkonzept um die Buslinie 84 erweitert. An der Niederräder Landstraße besteht mit der neuen Buslinie Anschluss an die Straßenbahnlinien 12, 15 und 21, am Haardtwaldplatz an die Linie 15, am Niederräder Bahnhof an die S-Bahn-Linien S 7, S 8 und S 9 sowie schließlich am Oberforsthaus wieder an die Tramlinie 21 und die Buslinie 61.

Siedlung Waldfried dabei

Angebunden sind nun nicht nur das Mainfeld, sondern auch die Siedlung Waldfried. „Von dort ist es bis zur Bruchfeldstraße immer eine halbe Weltreise“, sagt Gaby Link. „Diese Zeiten sind glücklicherweise bald Vergangenheit.“ Mit der neuen Busverbindung ins Lyoner Quartier bekomme auch die Idee einen neuen Akzent, nämlich das rund 144 Hektar große Gewerbegebiet und seit 2012 als Misch- und Wohngebiet ausgewiesene Areal vermehrt fürs Wohnen attraktiv zu machen. Das neue Wohnquartier an der Saônestraße ist ebenso an die neue Buslinie 84 angebunden wie das Lyoner Carree.

Die Linie 84, auf der so genannte Midibusse mit jeweils etwa 20 Sitz- und Stehplätzen eingesetzt werden, soll halbstündlich zu folgenden Zeiten verkehren: montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr, samstags von 9 bis 21 Uhr und sonntags von 12 bis 21 Uhr.

Rund 560 000 Euro Kosten

Die Kosten für den Niederräder Quartierbus betragen nach Angaben des Traffiq-Sprechers Klaus Linek rund 560 000 Euro. Mit den zu erwartenden Fahrscheinentgelten sei diese Summe nicht zu decken. Wenn der neue Quartierbus gut angenommen werde, würden etwa 60 Prozent der Kosten durch das Transportentgelt der Fahrgäste zurückfließen. Der Rest müsse aus dem städtischen Haushalt entnommen werden. Auch bei den übrigen Bus- und Tramlinien der Stadt betrage die Abdeckung der Betriebskosten durch Nutzungsentgelte rund 60 Prozent.

von Sylvia A. Menzdorf

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