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Vor acht Jahren war ein Freier in einem Bordell nicht mit der Leistung des Etablissement zufrieden. Weil er einen Revolver zückte und nicht bezahlte, steht er jetzt vor Gericht (Symbolbild).

Gerichtsprozess 

Frankfurt: Freier will Geld zurück – und greift zum Revolver

Ein Freier macht  in einem Bordell in Frankfurt Ärger, weil er nicht mit der Leistung des Etablissement zufrieden ist. Das hat jetzt Konsequenzen. 

Frankfurt – Schon mehr als achteinhalb Jahre liegt der Besuch in einem Bordell in der Voltastraße (Bockenheim) in Frankfurt nun schon zurück, der seit gestern im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Landgericht steht. Angeklagt ist der heute 47 Jahre alte Freier, der im Januar 2011 über das Internet Kontakte zu dem Etablissement aufnahm, dort laut Anklage mit den Liebesdiensten alles andere als zufrieden gewesen sein soll.

Als der sexuelle Kontakt zu der damals 27 Jahre alten Liebesdame nicht so gelaufen war, wie er es gerne gehabt hätte, forderte er lautstark sein Geld zurück. Vor dem Kontakt hatte er der Prostituierten einen Hunderteuroschein gegeben und dafür 20 Euro Wechselgeld zurückbekommen - 80 Euro sollte das Techtelmechtel kosten. Jetzt aber holte er einen goldfarbenen Revolver aus der Tasche und forderte so etwas wie eine Rückabwicklung. Die verängstigte Dame gab ihm schließlich den Hunderter zurück, sodass der Räuber schließlich mit 120 Euro Bargeld flüchtete, zuzüglich der zuvor erbrachten "Dienstleistung" also ein echtes Geschäft.

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Frankfurt: Freier zückt Revolver

Nachdem die Frau die Sache zur Anzeige brachte, wurden an ihren Kleidern und dem Kondom Spermaspuren des mutmaßlichen Täters sichergestellt, der allerdings noch nicht polizeibekannt war. Dies änderte sich erst im vergangenen Jahr, als er im Zuge eines anderen Strafverfahrens eine Speichelprobe abgab - offenbar hatte er die alte Geschichte im Bordell schon längst vergessen. Der Abgleich mit der Liste aber brachte den unerwarteten Fahndungserfolg in der praktisch schon ad acta gelegten Strafsache. Und so wurde auch dieser Mann von der eigenen Vergangenheit eingeholt, als er gestern auf der Anklagebank Platz genommen hatte.

Frankfurt: Der Freier sei das Opfer

Den Besuch im Bordell stellte er freilich ganz anders dar. Er sei eigentlich Opfer gewesen, denn die im Internet angepriesenen Frauen und deren Liebesdienste seien Lug und Schwindel gewesen. Die Frau habe ihm auf seine Enttäuschung hin schließlich für 50 Euro schnellen Sex angeboten. Als er ihr den Hunderter gegeben habe, sei er von ihr ohne Rückgeld die Türe hinauskomplimentiert worden.

Das von Richter Uwe Steitz geleitete Richterkollegium hofft, die lange zurückliegende Sache noch aufklären zu können. Bedeutung wird dabei die Aussage der Frau haben, die für kommende Woche in den Zeugenstand geladen ist. ge

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