Mit bodentiefen Fenstern wird die Glasfront zum Bornheimer Hang gestaltet. Sie kann auf einer Breite von 15 Metern geöffnet werden. Dafür gibt es aber kein „Cabrio-Dach“.

Sport- und Familienbad

Ein erster Blick: Das neue Sport- und Familienbad bekommt eine weit zu öffnende Fensterfront

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Im Juni 2022 soll das neue Sport- und Familienbad neben der Eissporthalle fertig sein. Rund 40 Millionen Euro kostet der Neubau. Die ersten Entwürfe wurden jetzt überarbeitet, zwei grundlegende Änderungen sind geplant.

Frankfurt - Ein Highlight weniger wird es im neuen Sport- und Familienbad geben. Das sogenannte „Cabrio-Dach“ – ein bei Bedarf zu öffnendes Glasdach – ist in den überarbeiteten Bauplänen nicht mehr berücksichtigt. Dafür soll es auf der Westseite zum Bornheimer Hang orientiert eine Fensterfront mit bodentiefen Fenstern geben. Auf einer Breite von 15 Metern kann die Front geöffnet werden. Im Gegenzug entsteht Platz für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Auch die Stellplätze unter dem Gebäude, das ursprünglich auf Stelzen stehen sollte, entfallen. Der Baukörper wird deshalb niedriger, statt drei hat er nur zwei Stockwerke.

ABG-Geschäftsführer Frank Junker bezeichnet das „Cabrio-Dach“ als technisch herausfordernd. Er umschreibt damit, dass eine solche Konstruktion störungsanfällig ist. „Wir waren der Ansicht, eine Fassadenöffnung ist sinnvoller“, sagt Junker, der auch der Bäderbau GmbH & Co KG vorsteht – diese ist eine Tochter der ABG und wurde eigens für den Bau des Sport- und Familienbades gegründet. Junker favorisiert eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. „Ein Schwimmbad hat einen hohen Energieverbrauch, durch die Anlage lassen sich Kosten sparen.“

Sport- und Familienbad: Drei Millionen Euro gespart

Unter dem Strich bringt der Verzicht („Cabrio-Dach“, Stelzen) eine Ersparnis von 3 bis 3,5 Millionen Euro, rechnet Junker vor. Die Baukosten betragen rund 40 Millionen Euro. Um das Projekt refinanzieren zu können, wird das Panoramabad-Areal in der Inheidener Straße vermarktet. Dort sollen Wohnungen entstehen. Laut Junker ist Platz für 76 Wohnungen. Das Panoramabad, das nicht mehr modernen Anforderungen entspricht, wird aber erst abgerissen, wenn die neue Einrichtung neben der Eissporthalle fertig ist.

124 Parkplätze für Besucher sind in unmittelbarer Nähe des Familienbades reserviert; 35 auf dem Grundstück selbst, 89 seitlich der Polizeicontainer an der Zufahrtstraße.

Junker informierte bei einem Treffen die Mitglieder des zuständigen Ortsbeirates 4 (Bornheim, Ostend) über die geplanten Änderungen. „Wegen des ,Cabrio-Daches’ haben wir echt Bauchschmerzen“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Darius Shafiei. Die Bornheimer hätten sich den freien Blick auf den Himmel gewünscht, weil auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Areal neben der Eissporthalle kein Außengelände möglich sei, es am Panoramabad aber eines gibt. „Es wäre fairer gewesen, von einem Hallenbad und nicht von einem Familienbad zu sprechen“, erklärt Shafiei. Seine Fraktion überlege das Thema nochmals in einem Antrag zu thematisieren. „Wir können mit dem Kompromiss leben“, sagte hingegen CDU-Fraktionsvorsitzender Bodo Pfaff-Greiffenhagen mit Blick auf die Kosten. Ähnlich äußerten sich auch die Grünen.

Sport- und Familienbad: Lärmbelästigung befürchtet

Heftige Kritik äußert jedoch Oliver Lang, Vorsitzender des Kleingärtenvereins Buchhang (KGV). Die Mitglieder fürchten nämlich, dass es mit der Ruhe schnell vorbei sein könnte, wenn die Fensterfronten im Sommer geöffnet werden. Schreie von jauchzenden und johlenden Badegästen würden ungehindert zu den Parzellen hinüber schallen. Das sei den Kleingärtnern nicht zuzumuten, ärgert sich Lang.

Frank Müller, Geschäftsführer der Frankfurter Bäderbetriebe, sieht das Problem nicht ganz so dramatisch. Die Fenster könnten nur bei gutem Wetter geöffnet werden. „Das sind nur wenige Tage im Jahr, im Herbst oder Winter ist es ja viel zu kalt“, sagt er.

Rund 900 Quadratmeter Wasserfläche entstehen. Es gibt ein Erlebnisbecken, ein Nichtschwimmerbecken, zwei Becken für Kleinkinder und Kinder und zwei Rutschen. Die Sportzone mit 25-Meter-Becken und sechs Bahnen steht für Schul- und Vereinssport zur Verfügung. Außerdem gibt es fünf Themen-Saunen und Ruhezonen.

Laut Junker wird der Bauantrag im Mai eingereicht. Im Januar 2020 sollen die Arbeiten starten, fertig soll alles im Juni 2022 sein. Die Frankfurter Bäderbetriebe mieten das Bad für einen Zeitraum von 30 Jahren von der Bäderbau GmbH & Co KG. Junker rechnet damit, dass es die Bäderbetriebe danach kaufen und selbst betreiben.

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