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Am Sonntag ist ihr großer Tag: Aljoscha Ziller (l.) und Sascha Wilhelm, die den Sporttag aus der Taufe hoben.

Megafest in Bergen-Enkheim

Das erwartet die Besucher beim "Sports & Fun Day" im Riedbad

Einer begann sein Ehrenamt als Schülervertreter, der andere im Verein. Zusammen hatten Aljoscha Ziller und Sascha Wilhelm die Idee, Sport in einem anderen Licht erscheinen zu lassen und haben den Sports & Fun Day ins Leben gerufen.

Frankfurt - Ein bisschen abgehetzt wirken sie, als sie ins Riedbad kommen, um weitere Vorbereitungen zum zehnten Sports & Fun Day zu treffen. Die Handys von Aljoscha Ziller (29) und Sascha Wilhelm (28) klingeln ununterbrochen, unter dem Arm tragen sie einige Flyer und Plakate. „Wir haben vor zehn Jahren den Stein ins Rollen gebracht und die Idee in die Tat umgesetzt“, so Ziller außer Atem. An diesem Sonntag, 28. April, sind 150 ehrenamtliche Helfer mit dabei, wenn mehr als 2500 Sportbegeisterte sich im Riedbad austoben. „Das ist so etwas zwischen Dippemess’ und Schulsport. Es geht nicht um Leistung, sondern um Spaß. Das macht auch uns Spaß.“

Aljoscha Ziller war schon als Schüler ehrenamtlich tätig. Als Schülervertreter und als Schulsprecher. „So etwas ist wichtig als Beitrag für die Gemeinde“, sagt der heutige Unternehmensberater. Wilhelm promoviert zurzeit im Fach Volkswirtschaftslehre zum Thema Benzinpreise in Deutschland und forscht als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni. Während Ziller sich früh bei der Germania Enkheim engagierte, war es bei Wilhelm der SG Enkheim. „Ich mag das Vereinsleben und habe davon profitiert“, erzählt Wilhelm. „Mein Hobby konnte ich nur wegen des ehrenamtlichen Trainers ausleben. Das ist das Fundament für Breitensport.“ Beide wollten etwas an die nachfolgende Generation weitergeben. „Unser Kindheitstraum war es, einen ganzen Platz voller Spiel- und Sportaktionen und Hindernisbahnen zu haben“, so Ziller. Wilhelm lacht. „Ein bisschen Altruismus gehört einfach dazu. Richtig engagieren muss man sich auch.“

Sports & Fun Day ist größter ehrenamtlicher Event in Bergen-Enkheim

Das Feedback der Gäste, der Helfer und der Politik hat sie immer weiter angespornt. Aus zwei Ideengebern wurde „ein harter Kern aus fünf Leuten“. Der Sports & Fun Day ist heute das größte ehrenamtlich von den Stadtteil-Sportvereinen organisierte Sport- und Spaßevent in Bergen-Enkheim. „Enkheim hat die größte Vereinsdichte in Frankfurt. Es ist schön, dass Ehrenamt hier so groß geschrieben wird, sonst könnten wir das nicht stemmen“, sind sie sich einig. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Bausteine zusammen. „Mit dem Riedbad haben wir einen perfekten Partner, politisch sind wir unparteiisch und Sponsoren kennen uns. Wenn einer sagt, dass er nicht mitmachen will, können wir unabhängig jeden anderen fragen. So können wir überleben und Herr der Veranstaltung bleiben. Die Veranstaltung am Sonntag kostet einen fünfstelligen Betrag. Ein Drittel davon kommt über Essen und Getränke rein und zwei Drittel durch Sponsoren und öffentliche Gelder“, verraten die beiden.

„Ehrenamt macht vieles möglich“, so Ziller. „Es ist ein gutes Gefühl, das wir auch weitergeben möchten.“ Beide ziehen sich jedes Jahr ein Stückchen weiter zurück aus der Organisation, damit „jüngere in unsere Fußstapfen treten und Verantwortung übernehmen können“, sagt Wilhelm. Es sei wichtig, sich Freiraum zu erhalten und sich nicht zu sehr vereinnahmen zu lassen. „Alles sagen, dass es super ist, was man macht. Aber auch beruflich ist man eingesetzt. Das Schöne am Ehrenamt ist, dass man sich dort einsetzen kann, wo man mag. Die Hilfe vieler weiterer Ehrenamtlicher hilft enorm, den Zeitaufwand in Grenzen zu halten.“

Natürlich gäbe es auch manchmal Schwierigkeiten, erzählt Ziller. Vor einigen Jahren hatten sie das Fest noch auf den Fußballplätzen gefeiert. Anwohner hatten sich wegen des Lärms beschwert. „Wir waren kurz vor dem Aus, hatten aber sehr positives Feedback aus der Politik. Kontakte zum Riedbad und den Bäderbetrieben haben das Unmögliche möglich gemacht und seitdem sind wir hier. Wir können das Schwimmbad und beide Turnhallen nutzen. Die Leuchte wird als Verbindung abgesperrt. Auf der Fahrbahn sind dann Fahrgeräte, Feuerwehrwagen und Kletterburgen.“

Mehr als 30 Stationen zum Toben und Spielen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gibt es vom 11 bis 16 Uhr kostenlos. Beachvolleyball, Bullriding, Kletterwand, Kajak, Schnuppertauchen, Stand-up-Paddling und garantiert Muskelkater. „Den haben auch wir dann jedes Mal.“

von Sabine Schramek

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