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Der Frankfurter Fernbusbahnhof soll fertig werden

Mehrmalige Verschiebung

Flixbus soll Busbahnhof betreiben - Eröffnung noch vor Ostern geplant

Hunderte Fernbusse steuern täglich von Frankfurt aus Ziele in ganz Europa an. Der größte Anbieter Flixbus wirbt aktuell mit 319 Verbindungen ab Frankfurt. Künftig soll das Unternehmen die Mainmetropole nicht nur mit seinen Bussen ansteuern, sondern auch den neuen Fernbahnhof betreiben.

Frankfurt - Der neue Frankfurter Fernbus-Bahnhof wird voraussichtlich in wenigen Wochen seinen Betrieb aufnehmen können. Die bereits mehrfach verschobene Eröffnung solle noch vor Ostern erfolgen, sagt Markus Diekow vom Projektentwickler CA Immo. Bedingung sei, dass die laufenden Verhandlungen mit einem Interimsbetreiber wie geplant Ende März abgeschlossen werden können.

Eröffnet werden sollen zunächst nur die 14 neuen Haltebuchten an der Südseite des Hauptbahnhofs (Mannheimer Straße). Der Wartebereich samt Toiletten und Fahrkartenverkauf im Erdgeschoss des neu gebauten Intercity-Hotels auf dem Areal wird laut Diekow erst später hinzukommen.

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Ob der neue Fernbusbahnhof wie geplant komplett überdacht wird oder ob es separate Dächer für die einzelnen Haltebuchten geben werde, da will sich der CA-Immo-Sprecher noch nicht festlegen. „Wir wollen die Fahrgäste nicht im Regen stehen lassen“, versichert er. Was möglich sei, hänge aber auch davon ab, welche Einnahmen der künftige Betreiber des Fernbusbahnhofs für realistisch halte. Fernbusse, die den neuen Halt ansteuern, werden für die Ein- und Ausfahrt ein Entgelt entrichten müssen.

Busbahnhof: Gefährliche Situation für Passagiere

Aktuell halten die Busse noch direkt am Straßenrand rings um den Block mit dem neuen Hotel. Dort ist es eng und unübersichtlich. Reisende müssen auch bei Kälte oder Regen auf den Bürgersteigen warten, rangierende Busse behindern den übrigen Verkehr. Dies und die damit einhergehende Gefährdung der wartenden Passagiere sei das drängendste Problem, sagt Diekow. Läuft alles nach Plan, wird sich mit der Eröffnung der neuen Haltebuchten noch vor Ostern die Situation entspannen.

Der Wartebereich, so Diekow, könne auch später noch hinzukommen, wenn es eine endgültige Vereinbarung mit einem Betreiber gebe. Wann dies sein könnte, dazu wollte Diekow keine Prognose wagen. Ein Dauerzustand aber soll die Übergangslösung nicht sein, versichert er, dass auch der künftige Betreiber dazu verpflichtet werden solle, zügig eine dauerhafte Lösung herbeizuführen.

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Betreiben soll den Fernbusbahnhof das Unternehmen Flixbus. „Momentan verhandeln wir, wie die Eigentumsverhältnisse geregelt werden können“, berichtet Günter Murr, Sprecher von Baudezernent Jan Schneider (CDU), auf Anfrage dieser Zeitung. Ziel sei es, dass die Stadt das Areal von CA Immo erwirbt und es dann an Flixbus verpachtet.

Fernbusbahnhof: Nicht die nötige Expertise

Ursprünglich war die PBG, eine Tochter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG, als Betreiber des Fernbusbahnhofs im Gespräch. Doch das ist schon länger vom Tisch. „Es gibt bei der Stadt einfach niemanden, der die Expertise besitzt, einen Fernbusbahnhof zu betreiben“, erläutert Murr, weshalb die Zusammenarbeit mit einem externen Partner notwendig ist. Zu den finanziellen Details will Murr wegen der laufenden Verhandlungen aktuell keine Aussage treffen. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass „in den nächsten Wochen“ eine Einigung erreicht werden könne. Geklärt werden müsse in diesem Zusammenhang auch, wie ein „diskriminierungsfreier Zugang“ für andere Fernbusanbieter gewährleistet werden könne, betont Murr.

Hunderte Fernbusse fahren täglich nach Frankfurt und von dort weiter, allein Flixbus als größter Anbieter zählte Angaben vom vergangenen Jahr zufolge rund 350 An- und Abfahrten. Die Bauarbeiten an dem Busbahnhof begannen Mitte 2015, ursprünglich war die Fertigstellung bereits für 2018 anvisiert worden.

Projektentwickler CA Immo investiert rund 8,5 Millionen Euro in den Bau des Fernbusbahnhofs

lhe/stef/dg

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