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Der Flohmarkt soll vom Schaumainkai ans gesperrte Nordufer verlegt werden.

Verkehr 

Verkehrschaos in Sachsenhausen – Flohmarkt soll ans Nordufer

Der Flohmarkt soll vom Schaumainkai ans gesperrte Nordufer verlegt werden. Grund ist der Autoverkehr, der bei beidseitiger Ufersperrung Sachsenhausen ins Chaos stürzt.

Frankfurt – Die Sachsenhäuser lieben ihren Flohmarkt – was sie aber nicht mögen, sind die Autolawinen, die seit der probeweisen Mainkai-Sperrung nicht nur durch Sachsenhausens Hauptverkehrsadern Gartenstraße, Schweizer Straße, Mörfelder Landstraße, sondern auch durch die Wohnstraßen rollen. 

Am schlimmsten war es bisher, als beide Mainufer wegen des Museumsuferfests eine knappe Woche lang gesperrt waren. Um ähnliche Desaster zu verhindern, soll der Flohmarkt, der jeden zweiten Samstag am Schaumainkai stattfindet, von dort weg verlegt werden – zumindest solange das Nordufer gesperrt ist. Das wollen der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) und die 600 Mitglieder starke Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“, auch der IHK-Präsident Ulrich Caspar sprach sich dafür aus. 

Flohmarkt: Nordseite wäre heller 

Dass der Flohmarkt vielleicht künftig nicht mehr am Schaumainkai stattfinden soll, ist am Samstag auch Thema auf dem Markt. Gerüchte gehen um. „Es heißt, dass man dann nicht mehr einen Platz für den Verkaufsstand reservieren kann“, sagt ein Mann aus der Pfalz, der einen Stand in der Mitte der Straße aufgebaut hat und der nicht mit Namen in der Zeitung stehen will. 

„Wenn der Flohmarkt auf der Nordseite wäre, wüsste ich gar nicht, wo ich parken soll,“ sagt er. „Dort müsste ich weit fahren, zum Beispiel ins teure Parkhaus in der Innenstadt. Außerdem wäre es schade, denn mit dem Ende des Flohmarkts hier würde eine Tradition verloren gehen.“ Drüben auf der anderen Seite sind Schirme und Stände von der Europäischen Woche des Sports zu sehen, der Publikumsandrang hält sich in Grenzen. Anders auf der Südseite: In vier Reihen haben Anbieter Stände mit Flohmarktware aufgebaut: Schmuck, Stofftiere, Schallplatten, Kaffeemaschinen, Kleider und Karnevalskostüme: Krimskrams, wohin man schaut. Dazwischen flanieren am Mittag zahlreiche Besucher auf der Suche nach Schnäppchen. „Die Situation schreit geradezu danach, dass der Flohmarkt ans leere Nordufer verlegt wird,“ findet Ina Holitzka. Die Sachsenhäuser Künstlerin verkauft an ihrem Stand alte Kameras und antike Haushaltsgegenstände. 

„Letzte Woche am Osthafen war mehr Platz“

„Es spricht nichts dagegen, denn hier staut sich auch an Flohmarkt-Tagen morgens der Verkehr, es ist eine Katastrophe“, sagt sie kopfschüttelnd. „Der Standort auf der Nordseite wäre bestimmt heller“, vermutet der Neu-Frankfurter Dieter Bölzing, der an seinem Stand auf dem Uferweg, unter dem Blätterdach der Platanen, Kinderspielsachen und CDs verkauft. „Der Markt am Museumsufer hat ohne Zweifel Charme, aber es ist auch etwas eng und dunkel unter den Bäumen“, findet er. Jeder Standort habe einen anderen Charakter: „Letzte Woche am Osthafen war mehr Platz“, findet er. „Dort konnte ich größere Möbelstücke ausstellen. Das ist hier am Sachsenhäuser Ufer gar nicht möglich.“ 

Stadt lenkt ein 

Der Flohmarkt an der Lindleystraße ist etwas größer als der auf dem Schaumainkai. Seit Ende 2008, seit die Managementgesellschaft für Hafen und Markt (HFM) den Flohmarkt veranstaltet, findet der Markt im Wechsel zwischen den Standorten an der Lindleystraße am Osthafen und dem Museumsufer statt. Der gesperrte Abschnitt zwischen Untermainbrücke und Alter Brücke am nördlichen Mainkai ist wiederum kürzer als die 1,2 Kilometer lange Strecke, die am Südufer zur Verfügung steht. 

Die Stadtverwaltung hatte deshalb die Verlegung schon abgelehnt. Zudem sei das Nordufer zu oft von anderen Festen belegt. Doch Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hat inzwischen eingelenkt. „Die Überlegungen zur Verlegung des Flohmarkts sind noch nicht abgeschlossen,“ sagte er vergangene Woche. Auch der Bau-Dezernent Jan Schneider (CDU) und Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sagten, dass eine Verlegung eine gute Lösung für das Problem sei. 

„Es ist Wille der Koalition, dass das Nordufer geprüft wird“, sagte Oesterling auf Pressenachfrage. Ablehnungsgrund war es zuvor auch, dass nicht genügend Rettungs- und Fluchtwege am Nordufer zur Verfügung stünden. Das solle jetzt noch einmal genau geprüft werden. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Ausflugsschiffe, die am Mainkai anlegen – wo auch die Passagiere an Bord und von Bord an Land gehen – weiterhin angedient werden könnten.

VON STEFANIE WEHR

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