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Andrew McCormack am bulgarisch-türkischen Grenzfluss Rezovo River.

Frontex

Ein Frankfurter schützt die Grenze in Bulgarien

Der Frankfurter Polizist Andrew McCormack war für Frontex zwei Monate lang am Schwarzen Meer - und sah vor allem Natur.

Frankfurt - Für Andrew McCormack war der Aufenthalt in Bulgarien eine Horizonterweiterung. Der Frankfurter Polizist war für die europäische Grenzschutzagentur Frontex zwei Monate am Schwarzen Meer. Dort gilt es, die Außengrenze der Europäischen Union (EU) zur Türkei zu überwachen. McCormack hat die bulgarischen Kollegen bei Kontrollen im Hinterland der Grenze unterstützt. Momentan ist in der Region allerdings nicht viel los. Oder, wie es McCormack formuliert: "Im Schichtdienst in Frankfurt ist man eine höhere Schlagzahl an Sachverhalten gewohnt."

Statt über womöglich zwielichtige Grenzgänger hat der 29-Jährige eher über die vielfältige Natur im bulgarischen Hinterland gestaunt. "Alle 20 Meter ist ein Tier über die Straße gelaufen." Zu sehen gab es unter anderem Dachse, Wildpferde, Echsen, Schlangen, Greifvögel, Rehe und Hirsche. "Es war wirklich richtig schön. Unberührte Natur", sagt McCormack, der zwei Monate abgeordnet war.

Frontex: Vollzugsbeamte aus den EU-Mitgliedstaaten

Frontex befindet sich nach wie vor im Aufbau und soll sukzessive verstärkt werden. Bis 2021 soll es 5000 Einsatzkräfte im Dienst der Agentur geben. Da die europäische Behörde keine eigenen Vollzugsbeamten zur Überwachung der Außengrenzen hat, werden diese von den EU-Mitgliedstaaten gestellt - auch von denen, die wie Deutschland keine unmittelbare EU-Außengrenze haben. Da die Bundespolizei das deutsche Kontingent nicht alleine stellen kann, wird sie von einigen Landespolizeien unterstützt, darunter auch der hessischen.

Aus einer Anfrage im hessischen Landtag ging Anfang Juni hervor, dass mittelfristig 120 hessische Polizeibeamte für einen Frontex-Einsatz bereit stünden. Fünf Stellen besetzt die hessische Polizei schon jetzt dauerhaft, wobei jeder Beamte je zwei Monate Dienst an einer Außengrenze tut, für eine Stelle also sechs Beamte benötigt werden.

Freiwillige bewerben sich

Auf den Auslandseinsatz können sich die Beamten freiwillig bewerben. Die Zieldestinationen für die Hessen sind Bulgarien, Italien oder Griechenland und seit diesem Sommer auch Spanien. "Ich habe mich für Bulgarien entschieden, weil das ein Land ist, in dem ich so jetzt nicht Urlaub machen würde", sagt McCormack. Nach der bestandenen Eignungsprüfung, die gute Englischkenntnisse voraussetzt, hat der Frankfurter Polizist zunächst eine einwöchige Ausbildung bei der Bundespolizei absolviert, dazu gehörte auch ein Geländefahrtraining. Dann begann die "Organleihe" an die bulgarischen Behörden.

McCormack wohnte in Burgas und war im Hinterland zur Grenzüberwachung eingesetzt. Viel Grenzverkehr zu erfassen gab es in seiner Region nicht. "Man muss ein bisschen Geduld mitbringen", gesteht McCormack, der bis vor kurzem in der Pressestelle des Frankfurter Polizeipräsidiums arbeitete, wo es deutlich hektischer zugeht. Missen möchte der 29-Jährige die Zeit in Bulgarien nicht: "Sie machen so unterschiedliche Erfahrungen, es sind ja auch noch andere Nationen wie Spanier, Esten oder Polen im Dienst."

Was ein bisschen nach Schüleraustausch klingt, wird auch in Frankfurt praktiziert. Denn durch den Flughafen hat ja auch Hessen indirekt eine ziemliche große EU-Außengrenze. Frontex hat den Frankfurter Flughafen wegen seiner internationalen Bedeutung als Schwerpunktdienststelle eingestuft. Die Bundespolizei arbeitet am Flughafen in unterschiedlichen Bereichen mit den EU-Grenzern zusammen. Im ersten Halbjahr 2019 waren zwei Beamte aus Spanien sowie je ein Beamter aus Portugal und Bulgarien über mehrere Wochen zu Gast, wie die Bundespolizei auf Anfrage mitteilte.

Rechte und Befugnisse

Die Gastbeamten haben dabei grundsätzlich dieselben Rechte und Befugnisse wie die Bundespolizisten, dürfen aber keine Waffen tragen und haben auch keinen Zugriff auf behördliche Datenbänke und polizeiliche Informationssysteme. Unterwegs sind die Gastbeamten in ihrer nationalen Uniform, dazu tragen sie eine blaue Frontex-Armbinde. McCormack trug in Bulgarien die Uniform der Bundespolizei, um Verwirrung zu vermeiden. "Die Uniformen der Landespolizeien sind zu unterschiedlich", sagt McCormack.

Für Frontex hat der 29-Jährige Berichte angefertigt, die von der Agentur zusammengeführt werden. McCormack hält den Beamtenaustausch für eine sinnvolle Sache: "Man schafft dadurch paneuropäische Standards." Auch wenn die Natur in Bulgarien ursprünglicher bleibt als hier.

(red)

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