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Junge Männer springen zur Eröffnung der Freibadsaison in Hausen ins Wasser. Insgesamt verzeichnen die Bäderbetriebe einen Zuwachs von zehn Prozent an Badbesuchern, bei Kindern und Jugendlichen sogar ein Plus von 50 Prozent aufgrund des freien Eintritts bis 14 Jahren.

Frankfurter Sozialpolitik

Freier Eintritt für Kinder in Frankfurter Schwimmbäder - Die erste Bilanz verblüfft

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Freier Eintritt für Kinder in Frankfurter Schwimmbäder - Die erste Bilanz verblüfft.

Manchen galt es als fragwürdig, klang nach Sozialpolitik mit der Spendierhose, fast schon populistisch. Inzwischen hat sich der kostenlose Besuch der Frankfurter Schwimmbäder durch Kinder bis 14 Jahren bewährt. Nach zehn Wochen freien Eintritt bilanzierte Sportdezernent Markus Frank das Projekt als Erfolg. Nicht nur, dass deutlich mehr Kinder in den Bädern waren als im Vergleichszeitraum 2018. Sie kamen nicht allein, brachten Eltern oder Großeltern mit – und diese zahlten den Eintritt ganz regulär.

Die Folge: Auch bei den Erwachsenen wurde „im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung der Besucherzahlen um über 12 000 verzeichnet“, so Frank. Damit rechnet sich der kostenlose Eintritt für die Kinder auch im Stadtsäckel. Der Eintritt für Erwachsene beträgt fünf Euro, und es kamen schon rund 60 000 Euro mehr in die Kasse als im Vorjahr.

Schwimmbäder: Verlust geringer als gedacht

Frank Müller, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt, spricht dennoch von einem kleinen Minus von etwa 2,1 Prozent, etwa 50 000 Euro: „Den zusätzlichen Erwachsenen stehen die Kinder gegenüber, die jetzt keinen Eintritt mehr zahlen. Allerdings sei es nach zehn Wochen noch zu früh, eine finanzielle Bilanz zu ziehen: „Dazu können wir in einigen Monaten mehr sagen.“

Auch Stadtrat Markus Frank will nicht zuerst über das Geld reden. „Was übrigbleibt, müssen wir sehen, wenn die Sommersaison rum ist“, sagte er. „Es kommt nicht in erster Linie auf die Einnahmen an.“ Vielmehr stand die Idee, Kinder kostenlos ins Schwimmbad zu lassen, am Ende einer Reihe von Überlegungen. „Es ging darum, die Bäder familienfreundlicher zu machen. Die Kleinen sollen schwimmen lernen. Das war die Absicht.“ Dazu gehören Schwimmkurse, die jetzt verstärkt angeboten werden sollen. Das Sportamt ist dazu in Gesprächen mit den Vereinen und der Lebensrettungsgesellschaft. Und eben auch der kostenlose Eintritt für Kinder gehört zu diesem Konzept.

Seit dem 1. Februar können Kinder und Jugendliche bis zum 14. Lebensjahr kostenfrei die Frankfurter Bäder nutzen. „Die aktuellen Besucherzahlen sind mehr als beeindruckend“, so Frank. „Die Gesamtbesucherzahlen haben Stand Mitte April gegenüber dem Vorjahr 2018 um plus zehn Prozent zugenommen. Bei den Kindern bis 14 Jahren waren dies allein vom 1. Februar an plus 100 Prozent mehr Besucher zusätzlich. Vom 1. Februar bis zum 14. April kamen 73 800 Kinder kostenfrei in die Frankfurter Bäder zum Badespaß. Die Anzahl der Kinder hat sich damit im Vergleich zu 2018 nahezu verdoppelt. Und besonders erfreulich ist, dass viele Erwachsene, wie Eltern oder Großeltern mit ihren Kindern die Bäder besucht haben. „Das ist ja auch nötig, denn die Kleinen müssen beaufsichtigt werden“, so Frank. Er selbst hat es übrigens noch nicht geschafft, in den vergangenen zehn Wochen mit seinen Kindern in ein Schwimmbad zu gehen. „Wenn die Freibadsaison losgeht, wird das sicher mal drin sein“, sagt er.

Frankfurter Schwimmbäder: Keine Preiserhöhung

Das Frankfurter Erfolgsmodell macht nun auch bei den Münchner Freibädern Schule. Nach neuesten Berichten hat sich die Stadt München nach dem Vorbild der Frankfurter Bäder entschieden, für die Freibadsaison in diesem Jahr einen Pilotversuch zu starten: Kinder und Jugendliche werden die Münchner Sommerbäder im Rahmen der Pilotphase kostenfrei nutzen dürfen. Damit ist nach Frankfurt die bayerische Landeshauptstadt München die zweite Metropole, in der Schwimmen für Kinder keine Frage des Geldbeutels sein soll. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und der Zweite Bürgermeister Manuel Pretzl (CSU) wollen allen unter 18-Jährigen zunächst auf Probe eine Gratis-Saison gönnen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Für alle anderen bleiben die Preise stabil, eine geplante Erhöhung sei vorerst vom Tisch.

Auch in Frankfurt hat es keine Preiserhöhung gegeben. Auf die anstehende Freibadsaison sind die Frankfurter Bäder gut vorbereitet. Bis auf das bereits am 30. März geöffnete Freibad Hausen laufen die Vorbereitungsarbeiten auf Hochtouren. Von den Rasenflächen, den Umkleiden und den Spielflächen bis zu den Rutschen und Schwimmbecken wird alles betriebsbereit gemacht, so dass der Sommer 2019 kommen kann. Ob es allerdings für die Freibäder ein solcher Traumsommer wird wie der 2018, das ist noch offen.

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