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Feuerwehr Kalbach wünscht sich Geräteschuppen

Freiwillige Feuerwehr Kalbach

Ehrenamtliche Retter träumen von neuem Gerätehaus - wird der Traum nun wahr?

Die 25 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Kalbach haben eine neue Führung: Michael Seiler und Stefan Dax. Sie haben sich einiges vorgenommen. Dabei haben sie beispielsweise das Kalbacher Gerätehaus im Blick.

Frankfurt - Wie lange sie schon bei der Feuerwehr sind? Bei dieser Frage müssen Michael Seiler (34) und Stefan Dax (36) ein paar Sekunden überlegen. „Schon ewig“, schmunzelt Dax, rechnet nach und kommt schließlich auf das Jahr 1992 als Eintrittsjahr. Bei Michael Seiler war es 1994. Unzählige Stunden in Uniform haben beide seitdem absolviert, alles ehrenamtlich. 

Freiwillige Feuerwehr Kalbach: "Mein Großvater war schon dabei"

Jetzt haben sie auf der Feuerwehr-Karriereleiter eine neue Stufe erklommen: Kürzlich wurde Michael Seiler zum Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kalbach gewählt und Stefan Dax zu seinem Stellvertreter. Dass er mit zehn Jahren in die Jugendwehr eintreten würde, das stand zumindest für Stefan Dax außer Frage. Der gebürtige Kölner ist in einer „Feuerwehr-Familie“ aufgewachsen, wie er sagt: „Mein Großvater war schon dabei, und mein Vater hat in Köln eine Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen.Und wenn man einmal Blut geleckt hat, bleibt man dabei.“ 

Kalbacher Jugendwehr: Eine Option für Jugendliche

Als es ihn vor einigen Jahren aus beruflichen Gründen nach Frankfurt am Main verschlug, war allerdings erst einmal Pause. Doch vor zwei Jahren stieg er wieder ein, eben in Kalbach. Bei Michael Seiler spielte hingegen ein Feuerwehr-Aktiver eine entscheidende Rolle, der den damals Zehnjährigen ansprach: Ob er sich nicht mal die Kalbacher Jugendwehr angucken wolle. Seiler wollte – und blieb. Und nicht nur das: Auch seine drei jüngeren Geschwister lotste er in die Organisation. 

Kalbacher halfen in Sachsen beim Hochwasser 2013

Anfangs war es vor allem die Action und die Technik, die beide faszinierte. Einen Schlauch in der Hand zu halten, in einem dieser knallroten Löschfahrzeuge zu sitzen – ein Kindertraum. Dann habe er aber gemerkt, wie facettenreich die Arbeit bei der Feuerwehr sei, sagt Michael Seiler. Dass es nicht nur um das Löschen von Bränden gehe, sondern um vieles mehr: etwa um das Auspumpen von Kellern nach Unwettern und die Beseitigung umgestürzter Bäume nach Stürmen. Nicht zu vergessen die Großeinsätze, die er erlebte: zum Beispiel 2013 bei dem verheerenden Elbe-Hochwasser in Sachsen und zwei Jahre später bei der Flüchtlingshilfe, als er und viele andere Feuerwehrleute Feldbetten organisierten und aufbauten. 

Freiwillige Feuerwehr Kalbach: Der Traum von einem neuen Gerätehaus

Aber auch Brandschutzerziehung in Schulen und Kindertagesstätten sei ein wichtiger Teil der Arbeit, sagt Michael Seiler. Was sie antreibt? Da müssen die Familienväter – beide sind verheiratet und haben jeweils ein Kind – nicht sehr lange überlegen. Menschen helfen, für die Gemeinschaft aktiv sein, das sei für sie entscheidend. Und, fügt Stefan Dax schmunzelnd hinzu, wenn man den ganzen Tag im Büro sitze wie er als Leiter des Rechnungswesens in einem Konzern in Neu-Isenburg – „dann ist es spannend, abends mal etwas anderes zu machen“. 

Freiwillige Feuerwehr Kalbach: 25 Ehrenamtliche sind dabei

Seiler, gelernter Installateur, der inzwischen als Arbeitstherapeut für eine kirchliche Einrichtung tätig ist, nickt zustimmend. Eines treibt sie momentan besonders um: die Gewinnung neuer Aktiver für die Einsatzabteilung, vor allem im Bereich Atemschutz. 25 Ehrenamtliche haben sie momentan in ihren Reihen. Sie können montags bis donnerstags in der Zeit von 17 bis 6 Uhr alarmiert werden, ebenso zwischen Freitagabend und Montagmorgen sowie an Feiertagen. Doch wenn die Piepser unter der Woche zwischen 17 und 19 Uhr losgehen, sei es oft schwierig, genügend Aktive zusammenzutrommeln, wissen Seiler und Dax. Denn die meisten arbeiten außerhalb von Kalbach – „und wer hat heutzutage schon um 17 Uhr Schluss?“ 

Kommt bald ein neues Gerätehaus?

Nachwuchs braucht Platz Aber auch das Kalbacher Gerätehaus steht auf ihrer Agenda. Gut 30 Jahre alt ist es mittlerweile und inzwischen viel zu eng. Duschen für Damen fehlen ebenso wie eigene Räume für die Jugend- und die Minifeuerwehr. Und die Einsatzkleidung müsse man aus Platzgründen in der Fahrzeughalle aufhängen, sagt Michael Seiler. Vor zwei Jahren kaufte die Stadt das Grundstück neben dem Gerätehaus. Jetzt hofft die Wehr dringend auf einen Neubau oder zumindest eine Erweiterung.

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