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Beim Spielfest konnten die Kinder auch mal ein Feuerwehrauto besichtigen und mit Mitgliedern der Jugendwehr reden.

Einsatz auch beim Sommerfest

Freiwillige Feuerwehr Schwanheim feiert 150-jähriges Bestehen

Die Freiwillige Feuerwehr Schwanheim hat ihr 150-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Fest gefeiert. Was kaum einer mitbekommt: In Bereitschaft waren die Wehrleute trotzdem.

Schwanheim - Das Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Schwanheim ist in vollem Gange, als auf dem Funkmeldeempfänger der Feuerwehrleute eine Einsatzmeldung eintrifft. Ein Wohnungsbrand! Sofort macht sich ein sechsköpfiges Team auf den Weg zum Einsatzort. Denn auch während des Sommerfests müssten die Mitglieder einsatzbereit sein, erklärt Wehrführer Alexander Völker.

Die Einsatzzeit der Freiwilligen Feuerwehren in den Stadtteilen beginnt in der Regel an Werktagen um 17 Uhr und endet um 6 Uhr am nächsten Morgen. Am Wochenende herrscht ständige Einsatzbereitschaft - Jubiläum hin oder her. Nach dem Einsatz dürfen aber auch die Feuerwehrmänner wieder mit den zahlreich erschienenen Gästen das 150-jährige Bestehen ihrer Feuerwehr feiern.

Drei Tage Feier-Marathon

Das Sommerfest am vergangenen Sonntag bildete den krönenden Abschluss eines wahren Feier-Marathons. Dieser wurde am Freitag mit einer 90er-Party eingeläutet. Am Samstag brachte die Schlagerband "Roy Hammer & Die Pralinées" das Festzelt regelrecht zum Kochen. An diesem sonnigen Sonntag hatte es viele Familien zum Sommerfest an die Schwanheimer Bahnstraße gezogen. Feuerwehr-Fans kamen bei dem vielseitigen Programm voll auf ihre Kosten: Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr erklärten interessierten Gästen die einzelnen Funktionen der Fahrzeuge. Dabei durfte nicht nur geschaut, sondern auch ausprobiert werden. Ein Fahrzeug zog besonders viel Aufmerksamkeit auf sich: Der "GW-Lüfter", der zum Be- und Entlüften von U-Bahn-Schächten genutzt wird, fuhr einen großen Ventilator aus und schoss damit Wasser in die Luft.

Auch die Jüngsten hatten ihren Spaß: Sie konnten sich schon als zukünftige Feuerwehrmänner erproben und mit einem Löschschlauch zielen üben. Eine Hüpfburg bereitete den Kindern sichtlich großen Spaß. Für alle, die nach all diesen Aktivitäten eine Pause brauchten, war das große Zelt, das am Rande des Festplatzes stand, der richtige Anlaufpunkt. Für das leibliche Wohl sorgte die Feuerwehr mit einem großen Essensangebot.

Nebenan schlug ein Mann auf eine Wand ein - unter Aufsicht der Polizei, die ebenfalls auf dem Fest einen Stand hatte. Auf der Wand leuchteten abwechselnd bunte Felder auf, die schnell gedrückt werden mussten. Damit konnte die Reaktionsfähigkeit getestet werden: Je mehr Felder innerhalb der vorgegebenen Zeit getroffen wurden, desto besser war das Ergebnis. Auch die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Schwanheim, der 30 Jugendliche im Alter von zehn bis siebzehn Jahren angehören, beantworteten gerne Fragen der Besucher. Der zwölfjährige Maxim, der seit drei Jahren der Jugendfeuerwehr angehört, kann sich gut vorstellen, später einmal Berufsfeuerwehrmann zu werden.

Dicht an der Praxis

Immer montags um 17.45 Uhr kommt die Jugendabteilung zusammen, um etwas über die Aufgaben der Feuerwehr zu lernen. Zwar sind diese Mitglieder noch zu jung für richtige Einsätze. Trotzdem kommt auch bei ihnen die Praxis nicht zu kurz: Bei verschiedenen Übungen im Wald oder am Mainufer werden Einsätze nachgestellt, in denen die Jugendlichen ihr theoretisches Wissen anwenden können. Auch Ausflüge und Zeltlager gehören mit ins Programm der Schwanheimer Jugendfeuerwehr.

Im Alter von 18 Jahren können die jungen Feuerwehrleute in die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Schwanheim wechseln, der derzeit mehr als 20 Männer und auch vier Frauen angehören. Wehrführer Alexander Völker ist stolz auf die Leistungsstärke seiner Feuerwehr. Sein Wunsch für die Zukunft: Dass die Feuerwehr auch die nächsten 150 Jahre so leistungsstark bleibt.

von Katharina Kohler

Die Freiwillige Feuerwehr im hessischen Ginsheim-Gustavsburg hat zu wenig Einsatzkräfte. Dort wird darüber nachgedacht, Bürger für die Feuerwehr zwangszuverpflichten.

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