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Dieses Modell von 2017 zeigt, wie man sich seinerzeit Gateway Gardens vorgestellt hat. Nun ist klar: Der Stadtteil am Flughafen soll nach einer neuen Vorlage der Stadt mehr in die Höhe wachsen.

Stadtplanung

Gateway Gardens bekommt eine Skyline: Rund um S-Bahn-Station sollen Bürotürme stehen

Der neue Stadtteil am Flughafen soll lebendig und grün werden. Allerdings sind die Möglichkeiten begrenzt: Wohnungen sind tabu, dafür sollen 20 000 Arbeitsplätze entstehen. Für die Hochhäuser braucht's noch das Okay der Luftfahrtbehörde.

Frankfurt - Mit Blick auf die Eröffnung der neuen S-Bahn-Station am 15. Dezember soll der Stadtteil Gateway Gardens am Flughafen erheblich attraktiver werden. Das ist der Sinn einer umfangreichen Vorlage, die Planungsdezernent Mike Josef (SPD) jetzt in den Geschäftsgang im Römer gegeben hat. "Wir wollen die Lagegunst rund um die neue S-Bahn-Station erheblich verbessern", sagt Josefs Referent Marcus Gwechenberger.

Bordelle sind verboten

Wenn die Stadtverordneten der Änderung des städtischen Bebauungsplans zustimmen, steigt bei Gateway Gardens die mögliche Bruttogeschossfläche von 600 000 auf 700 000 Quadratmeter. Der Bau von Bürohochhäusern ist schon jetzt möglich. Nicht zulässig sind Wohnungen, Altenheime und Erholungsheime - schon hinsichtlich der Lärmbelastung durch den Flughafen. Die Änderung des Bebauungsplans schließt auch "Betriebe und Nutzungen" aus, die der "gewerblichen sexuellen Betätigung und Schaustellung dienen". Spielhallen sind ebenfalls tabu.

Dafür definiert die Stadt bereits konkret, wo genau welche Hochhäuser errichtet werden können. In fünf Kerngebieten dürfen Gebäude in einer Höhe zwischen 180 und 192 Metern Höhe entstehen, in weiteren Baugebieten ist bei 165 Metern Schluss. Allerdings bedarf es der "Zustimmung der Luftfahrtbehörde", der Flugverkehr darf nicht gefährdet oder beeinträchtigt werden. Nach Informationen dieser Zeitung gibt es bereits Interessenten für den Bau von Bürohochhäusern. Das ist zuletzt etwa auf der Immobilienmesse Expo Real in München deutlich geworden.

Zwischen der neuen S-Bahn-Station Gateway Gardens und dem Flughafen-Terminal 2 wollen die städtischen Planer auch eine gute Verbindung für Fußgänger ausbauen. In der Luftlinie betrage die Entfernung maximal 500 Meter.

Der neue Stadtteil ist am Ende mit 35 Hektar eines der größten flughafennahen Entwicklungsprojekte Europas. Im Endausbau möchte die Stadt dort etwa 20 000 Arbeitsplätze ermöglichen. Auch eine Kindertagesstätte ist in Planung, damit Kinder betreut werden können, während die Eltern arbeiten gehen. Neben Bürohäusern gibt es in Gateway Gardens jetzt schon Hotels und Gastronomie.

Alleen und Dachgärten

Die Stadt hat im Rahmen einer Partnerschaft die Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens mit der Entwicklung beauftragt. Die Kommune plant auch umfangreiche Baumpflanzungen. Alleen mit begrünten Mittelstreifen sind vorgesehen. Mindestens 60 Prozent der Dachflächen sollen dauerhaft begrünt werden, auch bei Hochhäusern.

(jg)

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