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Hundekot in der Wiese

Ärgernis

Hundehaufen sorgen für großen Ärger in Frankfurt - doch niemand kann etwas gegen die wilden Haufen tun

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Egal ob auf Gehwegen, in Parks oder am Mainufer - überall muss man aufpassen, um nicht geradewegs in einen Haufen zu treten. Gegen den Kot können die Behörden aber nur wenig machen.

Frankfurt - Es gibt 18 520 Hunde in Frankfurt. Und jeder von ihnen muss einmal – manch einer sogar drei Mal am Tag. Doch nicht jeder Hundehalter hält kleine Tüten bereit, um die Hinterlassenschaften des Vierbeiners zu entsorgen. Viele lassen die Haufen einfach an Ort und Stelle liegen – egal ob auf dem Gehweg, im Park oder am Mainufer. Das Problem ist nicht neu aber deshalb nicht weniger ärgerlich. 

Frankfurt: Hundekot liegen lassen ist rücksichtslos und ärgerlich

„Ich finde es sehr rücksichtslos, die Hundehaufen einfach liegen zu lassen“, sagt eine Sachsenhäuserin, die mit ihrem Mischling am Mainufer unterwegs ist. „Seitdem ich eine kleine Tochter habe, fällt mir erst richtig auf, wie viele Haufen hier überall herumliegen. Man muss richtig aufpassen, dass die Kinder da nicht rein treten. Das ärgert mich und macht mich wütend. “ 

Sie selbst sammele die Hinterlassenschaften ihres Rüden immer ein – mit Hilfe der Hundekotbeutelchen aus den Spendern, die am Main, in Parks und im Stadtwald aufgestellt sind. „Das ist ganz einfach und kostet nichts“, sagt die junge Frau. „Leider sieht man die Menschen nie, die die Exkremente ihres Vierbeiners nicht wegmachen, sonst würde ich sie direkt ansprechen und sie auffordern, den Dreck wegzumachen.“ Auch das Mähen wird Hundehaufen eine riesen Sauerei. 

Und genau das ist das Dilemma, in dem auch die Ordnungsbehörden stecken. „Um mit Geldbußen zu reagieren, müssen unsere Stadtpolizisten den gesamten Vorgang beobachten. Sie müssen den Hundehalter samt des Vierbeiners sozusagen in flagranti erwischen“, sagt Michael Jenisch, Sprecher des Ordnungsamts. Nur den Haufen zu entdecken und einen Hund drei Meter daneben, reiche nicht aus. „Und direkt vor den Augen eines Stadtpolizisten  lässt natürlich niemand einfach einen Haufen liegen. Da werden die Hunde eher schnell angeleint.“

Eine tragische Geschichte ereignete sich neulich in Kelsterbach. Dort wurde ein junger Box-Mischling von einem Mann erstochen. 

Das Nichtentfernen eines Hundeshaufens kostet mindestens 90 Euro – zuzüglich einer Verwaltungsgebühr in Höhe von 23,50 Euro. Wer die Hinterlassenschaft des Vierbeiners auf einer Grünfläche oder auf einem Spielplatz liegen lässt, der muss sogar 180 Euro berappen. 

Mit diesen Summen verlangt Frankfurt mehr für liegengelassene Hundehaufen als andere Städte. In Düsseldorf und Wuppertal erwarten die Kot-Sünder Strafen in Höhe von 75 Euro, in Berlin von 25 Euro, in Bielefeld und München von 20 Euro. Mehr als präventiv aufklären oder mehr Kontrolleure auf die Straße zu schicken, bleibt ihnen auch nicht. Im vergangenen Jahr gab es in Frankfurt drei Bußgeldverfahren wegen Hundekots.

Bußgelder für Hundekot in Frankfurt: „Abschreckung gleich Null“

„Da wir zu wenig Personal haben, um das ganze Stadtgebiet zu bewachen, ist die Abschreckung gleich Null“, sagt Jenisch. Den Stadtpolizisten bleibe eigentlich nur, Herrchen und Frauchen aufzuklären, sie darauf hinzuweisen, dass es nicht okay ist, die Haufen einfach liegenzulassen

Wenn das jeder machen würde, nicht auszudenken bei der Vielzahl von Vierbeinern. Immerhin ist Hundekot auch nicht ganz ungefährlich. Für den Menschen stellt er ein potenzielles Infektionsrisiko in Form von Parasiten dar. So können Menschen etwa an Spulwürmern, Bandwürmern oder dem Fuchsbandwurm erkranken.

Das Entsorgen der Exkremente ist mit Hilfe von kleinen Tütchen eigentlich ganz einfach. In Frankfurt gibt es insgesamt 190 Hundekotbeutel-Spender. Sie werden regelmäßig von 59 Paten oder teilweise auch von Mitarbeitern des Grünflächenamts befüllt. 20 000 Euro gibt die Stadt pro Jahr für drei Millionen Tütchen aus.

Wenn die Stadtpolizisten übrigens einen Hundehaufen entdecken, melden sie diesen bei der städtischen FES, damit er entfernt werden kann. Das kann jeder Bürger tun. Wer Hundekot entdeckt, kann bei der Hotline 0800 200 800 720  anrufen.

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