+
Freudig reckt Roboter Pepper die Arme in die Höhe, gesteuert wird er über das Tablet auf seiner Brust.

Unterstützung bei Pflege

Dieser Roboter kann Gesichter und Gefühle erkennen und analysieren

Im Begegnungs- und Servicezentrum Auguste-Oberwinter-Haus des Frankfurter Verbandes, sprach ein Programmierer über die Fähigkeiten des kleinen Roboters Pepper und erzählte etwas darüber, wie er oder andere Modelle in der Pflege unterstützend eingesetzt werden können.

Frankfurt - Pepper kann Witze erzählen, zumindest solche, die Kerem Türkogullari von der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) dem kleinen Roboter zuvor einprogrammiert hat. Mit seinen großen Augen und seiner niedlichen Stimme erfüllt Pepper das Kindchenschema und erobert spätestens beim Witzeerzählen die letzten Skeptiker im Café des Begegnungs- und Servicezentrums Auguste-Oberwinter-Haus. Der kleine Kerl bringt seine Zuhörer zum Lachen. Das Ziel ist erreicht.

In der Einrichtung des Frankfurter Verbandes ist der Roboter an diesem Nachmittag zu Gast. Er trägt die Zusatzbezeichnung „humanoid“, was so viel bedeutet, dass Pepper „menschliche Eigenschaften“ besitzt. Sein Programmierer Kerem Türkogullari, der an der UAS Informatik studiert, erzählt den Zuschauern mehr über die Funktionen, aber auch darüber, wie Roboter wie Pepper beispielsweise in der Pflege unterstützend eingesetzt werden können.

Das Exemplar des Roboters, das der Informatikstudent in die Rödelheimer Einrichtung mitgebracht hat, ist eines von zwei Pepper-Modellen. Sie sind Teil des interdisziplinären Forschungszentrums „Future Aging“ der Fachbereiche „Soziale Arbeit und Gesundheit“, „Informatik und Ingenieurwissenschaften“, „Architektur, Bauingenieurwesen und Geomatik“ sowie „Wirtschaft und Recht“. An diesem Zentrum wird nach Lösungen für das Wohnen und Arbeiten in einer älterwerdenden Gesellschaft geforscht. Auch durch Roboter gestützte Dienstleistungen gehören hierzu.

20 000 Euro kostet ein Roboter-Exemplar

Entwickelt wurde Pepper, der als Roboter-Modell derzeit weltweit an Forschungseinrichtungen und Unternehmen verkauft wird, von dem japanischen Telekommunikations- und Medienkonzern Softbank und dem französischen Unternehmen Aldebaran Robotics, einem Hersteller von Robotern aus Paris. „20 000 Euro kostet ein Exemplar“, sagt Kerem Türkogullari auf Nachfrage einer Besucherin.

Dass der kindlich aussehende Pepper an diesem Nachmittag zu Gast im Auguste- Oberwinter-Haus ist, geht auf das Engagement der Leiterin Gisela Pfalzgraf-Haug zurück. „Einer unserer Schwerpunkte ist, Informationen zu geben wie zum Beispiel zum Thema Betreuungsrecht“, erklärt sie. „Pepper kennen die meisten Besucher bereits aus dem Fernsehen, live haben sie den Roboter aber noch nicht gesehen“, weiß Pfalzgraf-Haug. Bei der Frage, ob Roboter die Zukunft in der Pflege sein können, gehe es aber nicht nur darum, Informationen zu bekommen, sondern durchaus auch reflektiert über das Thema nachzudenken.

„Pepper kann Gesichter, Gefühle, das Alter und sogar das Geschlecht von Menschen erkennen“, beschreibt Türkogullari Fähigkeiten des Roboters. Eine künstliche Intelligenz, die autonom handelt, sei er aber nicht. Er müsse für seine Handlungen programmiert werden. Pepper werde ohne spezielle Anwendungen geliefert. „Als Privatperson kann ich mir kein eigenes Exemplar des Roboters bestellen“, sagt er.

Pepper ist 1,20 Meter groß und wiegt 28 Kilo

Der kleine Roboter, der an seinem Körper ein Tablet befestigt hat, über das er bedient werden kann, gibt selbst Auskunft über sich, erzählt wie er heißt, dass er 1,20 Meter groß und 28 Kilo schwer sei. Er lädt die Besucher der Veranstaltung ein, gemeinsam mit ihm Bewegungsübungen zu machen. Pepper reckt die Hände nach vorne und macht vor, wie es geht. Eines großen Motivationsanschubes bedarf es zusätzlich nicht. Die Besucher machen es dem Roboter sofort nach und strecken ebenfalls ihre Hände vor.

Türkogullari erklärt, dass die Übungen Teil einer Programmierung sind, mit der Menschen, die demenziell erkrankt sind, durch einen Roboter unterstützt werden können. Die MAKS-Therapie liege dem zugrunde. Der Begriff stehe dabei für motorische, alltagspraktische, kognitive und soziale Aktivierung. Mit dieser Therapie sollen Fähigkeiten erhalten bleiben.

„Früher hat man noch gedacht, dass sei alles Science-Fiction“, sagt Besucherin Hedi Göbl. „Meine amerikanischen Freunde diskutieren das Thema in den Sozialen Netzwerken. In anderen Ländern hat es eine größere Selbstverständlichkeit als in Deutschland“, findet Vivienne Rudolph, die ebenfalls aus Interesse bei der Veranstaltung dabei ist. Und eines hat Pepper erreicht: Die Gäste sind fasziniert von dem kleinen Kerl.

von Alexandra Flieth

Lesen Sie auch:

Darum wird es im Rhein-Main-Gebiet immer schwieriger bezahlbare Wohnungen zu finden 

Quadratmeterpreise um die 13 Euro - und nur wenige Angebote. Eine bezahlbare Wohnung im Rhein-Main-Gebiet zu finden, kann eine Herkules-Aufgabe sein. Vor allem für Studierende, Geringverdiener und Familien.

Raser liefern sich illegales Autorennen auf der Hanauer Landstraße – jetzt sind sie ein Fall für die Polizei

Zwei Raser fahren mit 90 Sachen die Hanauer Landstraße in Frankfurt entlang und liefern sich ein illegales Autorennen. Dann taucht die Polizei auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare