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Prozess gegen einen mehrfach vorbestraften Mann, der alkoholisiert mehrere Unfälle verursachte.

Gericht

Mit gestohlenem Auto Polizisten fast überfahren - War es ein Mordversuch?

Prozess gegen einen mehrfach vorbestraften Mann, der alkoholisiert mehrere Unfälle verursachte.

Frankfurt - Weil er mit einem zuvor gestohlenen Auto einen Polizeibeamten beinahe überfahren hatte, muss sich seit Freitag ein 45-Jähriger vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Die Anklage geht von versuchtem Mord aus, weil der angeklagte Deutsche mit der Tat gegen den Beamten mehrere vorausgegangene Straftaten habe verdecken wollen.

Polizisten mit gestohlenem Auto fast überfahren

Beim Verlesen der vielen Straftaten ging der Staatsanwältin gestern vor dem Landgericht fast die Puste aus. Der schwerste Anklagevorwurf gegen den massiv vorbestraften Mann auf der Anklagebank lautet auf versuchten Mord. Opfer ist ein Polizeibeamter, der das Auto des Mannes nach einer wilden Tour mit zwei Auffahrunfällen durch die Innenstadt an der Hanauer Landstraße gemeinsam mit seinem Kollegen kontrollieren wollte. Der Fahrer hatte den Wagen am Mittag des 11. November 2017 auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Oskar-von-Miller-Straße (Ostend) gestohlen und war mit dem Opel quer durch die Stadt gebraust. Einen Führerschein hatte er ebenso wenig wie die im Straßenverkehr in der Großstadt erforderliche Übersicht - später wurden neben mehr als einem Promille Blutalkohol auch noch Rückstände zahlreicher Drogen und Medikamente bei ihm festgestellt. Nach den beiden Kollisionen fuhr er jeweils unbeeindruckt weiter, so dass die Unfallgegner das Kfz-Kennzeichen notierten und die Polizei verständigten. Im Ostend war dann zunächst Schluss mit der Kamikaze-Fahrt. Der Polizeibeamte klopfte entschieden gegen die Fahrertüre, worauf hin der Fahrer Gas gab und davon brauste. Mit einem Sprung zur Seite rettete sich der Beamte.

Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Mord aus

Weil er mit dieser Tat die zahlreichen vorausgegangenen Delikte - der Diebstahl des Autos, die Unfallflucht, das Fahren ohne Führerschein unter Alkoholeinfluss - habe verdecken wollen, geht die Staatsanwaltschaft von einem versuchten Mord aus. Nach der Attacke gegen den Beamten hatte der Mann auf der Flucht sogar noch einen weiteren Auffahrunfall fabriziert - auf der Konrad-Adenauer-Straße unmittelbar vor dem Justizgebäude, in dem er gestern Vormittag lange warten musste. Der Bombenalarm (siehe Artikel auf dieser Seite) brachte den Justizbetrieb gehörig durcheinander und hatte einen der Schöffen dazu bewogen, gleich ganz zu Hause zu bleiben.

Gegen Nachmittag aber schilderte der Mann sein bisheriges tristes, von Drogen, Alkohol und Straftaten geprägtes Leben. Zum Hauptvorwurf merkte er nur kurz an, dass er den Beamten nicht habe töten wollen. In dem bis Anfang Juni terminierten Prozess wird es dabei auch um die Frage gehen, inwieweit die Schuldfähigkeit des Täters eingeschränkt war. Ein Sachverständiger war gestern bereits im Gerichtssaal anwesend. ge

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