1. Startseite
  2. Frankfurt

Hessen gesünder als der Durchschnittsdeutsche – Frankfurt nimmt Spitzenposition ein

Erstellt:

Von: Niklas Hecht

Kommentare

Laut einer Erhebung der Krankenkasse Barmer sind die Hessen gesünder als der Durchschnittsdeutsche. In Nordhessen sieht es jedoch ganz anders aus.

Frankfurt - Die Menschen in Hessen sind gesünder als Durchschnitt der Deutschen. Das geht aus dem neuen „Morbiditäts- und Sozialatlas“ der Krankenkasse Barmer hervor. Demnach habe Hessen eine „Krankenlast“ von 0,93. Das liegt unter dem bundesdeutschen Schnitt von 1,0. Besonders gesund sind laut Barmer die Menschen im Süden Hessens. Frankfurt und Darmstadt weisen einen Wert von 0,82 auf.

„Allerdings zeigen sich regionale Unterschiede: Wir haben ein deutliches Nord-Süd-Gefälle“, sagte Martin Till, Chef der Barmer Hessen. Der Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen habe eine „Krankheitslast“ von 1,32. Das sei der höchste Wert in ganz Hessen. Laut Barmer liegen auch Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und der Vogelsbergkreis über dem bundesweiten Durchschnittswert.

Grund für die großen Unterschiede könnte die Altersstruktur in den verschiedenen Regionen sein, vermutet die Hessenschau. Demnach liege die Anzahl von Menschen die 80 Jahre alt oder höher sind in Kassel bei 6,6 Prozent. In Frankfurt dagegen nur bei rund 4,9 Prozent. Das gehe aus Daten des Statistischen Bundesamtes von 2021 hervor. Der „Morbiditäts- und Sozialatlas“ der Barmer geht bei seiner Erhebung insbesondere auf chronische Schmerzen und Herzkrankheiten ein. Im Bundesdurchschnitt seien von 1.000 Einwohnern 58 von chronischen Schmerzen betroffen. In Hessen sind es durchschnittlich 62. Auch hier nehmen die Landkreise in Nordhessen wieder „Spitzenpositionen“ ein.

Barmer-Erhebung: Hessen haben vergleichsweise selten chronische Schmerzen

Im Werra-Meißner-Kreis haben laut Barmer-Erhebung 90 von 1.000 Einwohnern chronische Schmerzen, in Hersfeld-Rotenburg und Fulda jeweils 88 von 1.000 Einwohnern. Besonders wenige Menschen mit chronischen Schmerzen in Hessen leben im Main-Taunus-Kreis (44 von 1.000 Einwohnern). Deutliche Unterschiede lassen sich hier aber nicht nur zwischen Süd und Nord, sondern auch zwischen den Geschlechtern ausmachen. Frauen sind mit 80 je 1.000 häufiger betroffen als Männer (45).

Aber auch Bildung spielt bei chronischen Schmerzen eine große Rolle. Bei Menschen mit Abitur leiden 26 von 1.000 unter chronischem Schmerz, bei Hauptschulabsolventen 74 von 1.000. Überraschenderweise haben laut der Barmer-Erhebung außerdem Menschen mit Bürojobs ein höheres Risiko, chronische Schmerzen zu entwickeln, als Arbeitnehmer, die körperlich arbeiten. Ein Beispiel: In der öffentlichen Verwaltung waren 48 von 1.000 betroffen, bei Landwirten und Förstern 15 von 1.000.

Coronavirus
Eine Frau sitzt mit FFP2-Maske, dicker Mütze und Kopfhörern an einem Busbahnhof. © Jonas Walzberg/dpa

Hessen: Einkommen und Bildung laut Barmer wichtig für Gesundheit

Herzkrankheiten sind in Hessen seltener als im Bundesdurchschnitt. 241 von 1.000 Menschen in Hessen haben eine Herzkrankheit, das seien sechs Prozent weniger als im bundesweiten Schnitt, sagte Nicole Osterkamp vom Barmer-Institut für Gesundheitssystemforschung. Die meisten Menschen mit Herzkrankheiten gebe demnach es im Werra-Meißner-Kreis (334 von 1.000), die wenigsten in Frankfurt (192 von 1.000). Mit höherem Alter steigen die Zahlen an, Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Auch bei den Herzkrankheiten spielen Einkommen und Bildung eine große Rolle: Bei niedrigen Einkommen zeigt der Atlas mehr als doppelt so viele Betroffene als bei hohem Gehalt, ebenso beim Bildungsabschluss. Unter den Branchen sind die niedrigsten Werte im Gastgewerbe (94 von 1000), die höchsten in der öffentlichen Verwaltung (180 von 1000). (nhe mit dpa)

Die Symptome bei Corona-Infektionen und Grippe sind ähnlich und daher nicht so einfach voneinander zu unterscheiden. Die wichtigsten Unterschiede.

Auch interessant

Kommentare