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Am Wochenende konnten sich Sonnenhungrige noch auf dem Lohrberg tummeln, ohne von herumliegendem Müll oder Grillschwaden behelligt zu werden.

Stadt ist an dem Thema dran

Früher Frühling: Darum braucht Frankfurt dringend neue Grillplätze

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Die Stadt will neue Flächen ausweisen, wo gegrillt werden kann. Damit sollen bestehende Grillplätze – zum Beispiel auf dem Lohrberg – entlastet werden.

Frankfurt - Vom Lohrberg aus, von oben auf der Wiese oder von der kleinen, mit Bruchstein ummauerten Aussichtsplattform am Weinberg, haben die Besucher einen tollen Blick auf Frankfurt und das Maintal. Bei den milden Temperaturen des Wochenendes gingen viele Frankfurter auf ihrem Hausberg im Norden der Stadt spazieren, genossen einen Kaffee oder einen Ebbelwoi im Freien. 

Noch geht es beschaulich zu, doch im Sommer sieht es hier meist anders aus. Dann drängen sich auf der Wiese die Grillfreunde, oft in großen Gruppen. Seit vielen Jahren ist der Andrang an heißen Sommerwochenenden so groß, dass auf dem Berger Weg, der einzigen Zufahrt zum vor 100 Jahren angelegten Lohrpark und auch vielen anderen Frankfurter Parks, nicht mehr viel geht: Weil selbst Rettungskräfte oft nicht mehr durchkamen, sperrt die Stadt bei zu viel Andrang die Straße ab.

Und so forderten auch im vergangenen Jahr Stadtteilpolitiker, endlich das „Chaos auf dem Lohrberg zu beenden“. Zugeparkte Wiesen und Einfahrten, wildes Grillen, herumliegender Müll, nicht angeleinte Hunde: Seit Jahren wird es immer schlimmer. Nun gibt es gar einen Runden Tisch, bei dem beratschlagt wird, wie es weiter gehen soll.

Grillen in Frankfurt: Kein Geld für weiteres Personal am Lohrberg

Es werde bereits viel unternommen, erklärte unlängst die Verwaltung in einer Stellungnahme zum Lohrberg-Problem. Weitere Maßnahmen seien in Vorbereitung, etwa ein neues Grillplatzkonzept. Mehr Personal für mehr Kontrollen, sowohl im Park als auch an der Straße, gebe es aus finanziellen Gründen vorerst aber nicht.

Um vor allem dem wilden Parken auf Wiesen und Äckern und am Rande des Berger Wegs Herr zu werden, setzt die städtische Verkehrspolizei „von Anfang Mai bis Ende September planmäßig an den Wochenenden und an den Feiertagen“ zwei Mitarbeiter ein. Vor allem sorgen sie für freie Rettungswege. Gelegentlich müssen sie durchgreifen: Im Sommer 2018 stellten sie 291 Mal eine Verwarnung aus oder ließen gar Autos abschleppen.

Allerdings war der Andrang geringer als in den Jahren zuvor: Nur dreimal wurde die Lohrberg-Zufahrt an der Kreuzung von Berger Weg und Nussgartenstraße gesperrt, weil keine Parkplätze mehr vorhanden waren.

Die Probleme im Lohrpark selbst seien verglichen mit anderen Frankfurter Parks gering, erklärt die Stadtverwaltung. Daher setze die Stabstelle Sauberes Frankfurt dort ein Parkwächterteam ein, das im Wechsel auch im Günthersburgpark Streife läuft. Ihre Aufgabe ist es, „Verstöße gegen die Grünanlagensatzung festzustellen.“

Die Parkwächter seien aber „nicht befugt, Ordnungswidrigkeiten zu ahnden. Dies liegt in der alleinigen Zuständigkeit des Ordnungsamts“. Stellen die Parkwächter andere Verstöße gegen die Grünanlagensatzung fest, weisen sie „nachdrücklich auf die geltenden Regelungen hin“. Etwa beim Grillen außerhalb der Grillbereiche, Verstöße gegen den Leinenzwang oder das in Teilen des Lohrbergs geltende Hundeverbot sowie bei „Schäden durch Vandalismus“.

Unterwegs sind die Parkwächter zwischen elf und 20 Uhr. In dieser Zeit würden „die meisten Verstöße durch Grillen außerhalb der Grillbereiche festgestellt“, so die Stadtverwaltung. Eine zeitliche Ausdehnung der Einsätze sei zurzeit nicht möglich. Die entstehenden Mehrkosten können „derzeit nicht gedeckt werden“.

Neues Grillkonzept für Frankfurt ist in Arbeit

Damit es am Lohrberg sauberer wird, habe die Stadt „in der Annahme, dass mehr Müllbehälter zu weniger Müll“ führen, im Sommer 2018 zusätzliche Abfallbehälter verschiedener Größen aufgestellt. Ob das etwas gebracht habe, sei aber schwer zu beurteilen: Wegen der anhaltenden Trockenheit gab es über Monate hinweg ein Grillverbot in allen Frankfurter Parks. Daher fiel auch deutlich weniger Müll an.

Auf alle Grillflächen in Frankfurt gebe es einen „großen Nutzungsdruck“, der auch zu Lasten der Natur gehe, erklärt der Magistrat. Ein neues, stadtweites Grillkonzept sei in Arbeit, dafür werde „mit Nachdruck nach neuen Grillflächen gesucht.“ Geprüft werde auch, ob bestehende Grillplätze erweitert werden können.

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