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Miese Rücklaufquote bei Grundsteuererklärung in Frankfurt - „Panik“ oder Fristverlängerung?

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Von: Florian Dörr

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Die Zeit drängt: Nur noch wenige Wochen bleiben, um die Dokumente für die neue Grundsteuer einzureichen. Auch in Frankfurt könnte das für viele zum Problem werden.

Frankfurt - Der 31. Oktober sitzt derzeit unzähligen Menschen in Hessen im Nacken. Der Grund: Bis dahin müssen nach aktuellem Stand die Dokumente und Daten für die neue Grundsteuer eingereicht werden. Aus dem ganzen Bundesland sollten rund 2,8 Millionen Grundsteuererklärungen bei den Finanzämtern eingehen. Allein in Frankfurt sind es rund 200.000. Allerdings: Die Grundsteuererklärungen kommen nicht in dem Maße, in dem sie kommen sollten.

Zur Erinnerung: Alle Eigentümer von Grundstücken und Wohnimmobilien sind verpflichtet, Angaben zu ihrem Eigentum beim Finanzamt abzugeben. Hintergrund ist die Reform der Grundsteuer. Seit 1. Juli können die Angaben erfolgen, die Finanzämter präferieren das Digital-Portal ELSTER. Nur in Ausnahmefällen dürfen die Angaben schriftlich eingereicht werden. Doch offenbar haben viele Menschen auch in Hessen die Arbeit bislang vor sich hergeschoben. Oder aber sie kommen mit dem für viele unübersichtlichen ELSTER-Portal – das zeitweise auch deutliche technische Probleme hatte – nicht klar.

Neue Grundsteuer in Hessen: Rücklaufquote in Frankfurt unter dem Landeschnitt

Wie steht es um die Rücklaufquote in Frankfurt? Für die Oberfinanzdirektion (OFD) erklärt Pressereferentin Catiana Monteiro Lanca, dass bisher rund 60.000 Grundsteuererklärungen eingegangen seien. Das entspricht einer Quote von gerade einmal 30 Prozent. Damit liegen die Eigentümer von Grundstücken und Wohnimmobilien in der Main-Metropole sogar noch ein wenig unter dem Hessen-Schnitt. Den beziffert die OFD auf aktuell 31,5 Prozent. Das entspricht 900.000 Eingaben.

Bankenviertel in Frankfurt
In Frankfurt werden rund 200.000 Grundsteuererklärungen erwartet. (Symbolbild) © Uli Deck/dpa

Hoffen können all jene, die die Abgabe der Grundsteuererklärung bisher vor sich hergeschoben haben, nun auf Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Dieser erklärte jüngst bei RTL: „In diesen Zeiten haben wir alle anderes und Wichtiges zu tun, andere und größere Sorgen.“ Manchen Bürgern sei es gerade einfach zu viel. Noch in dieser Woche will er das Gespräch mit den Ländern suchen, um die Abgabefrist um mehrere Monate zu verlängern. Er werde eine „maßvolle Verlängerung“ vorschlagen. Problem: Lindner allein kann nicht viel machen, zuständig für die Grundsteuer sind die Bundesländer. Hier sorgte sein Vorstoß für geteiltes Echo. Kritiker – etwa in Berlin, Bremen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern – argumentierten, eine Fristverschiebung führe dazu, dass die Grundsteuererklärung schlicht weiter herausgezögert werde.

Neue Grundsteuer auch in Frankfurt: „Die Panik steigt zwar langsam, aber die Leute werden nicht aktiv“

Wer nun glaubt, dass es angesichts der niedrigen Rücklaufquote und des nahenden Fristendes einen Ansturm auf die helfende Hand der Steuerberater gibt, der irrt offenbar: „Die Panik steigt zwar langsam, aber die Leute werden nicht aktiv“, sagte jüngst etwa Florian Raape vom Offenbacher Steuerbüro Karl Raape gegenüber op-online.de. „Seit zwei, drei Wochen gibt es zwar mehr Nachfragen, aber die Leute zögern noch, die Daten abzugeben.“

Mit nahendem Fristablauf für die Abgabe der Daten für die neue Grundsteuer dürfte aber auch in Frankfurt die Nachfrage bei Steuerberatern steigen. Dabei jedoch sollten Eigentümer von Grundstücken und Wohnimmobilien durchaus genauer hinsehen. Denn es kann teuer werden. Zwar gibt es eine verbindliche Gebührenordnung, allerdings richtet sich das finale Honorar nach dem – etwa in der Mainmetropole oft hohen – Gegenstandswert des Grundstücks. Und es gibt einen Ermessensspielraum, innerhalb dessen Steuerberater den Preis ansetzen können. (fd)

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