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Im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" durchlebt Hauptdarsteller Bill Murray immer und immer wieder aufs Neue den gleichen Tag. Pendlern, die die Hanauer Landstraße benutzen müssen, geht es ganz ähnlich: Sie stehen hier täglich im Stau.

Anlieger und Autofahrer sind sauer

Hanauer Landstraße: Und täglich grüßt der Stau – keine Entlastung in Sicht

Staus in der Hanauer Landstraße sind mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme. Das stinkt Anliegern wie Autofahrern gewaltig. Und Besserung ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht.

Die Zahl der Fahrzeuge, die über die Hanauer Landstraße rollen, soll nach der Fertigstellung des Riederwaldtunnels von derzeit täglich 52 000 auf 39 000 sinken. Davon gehen zumindest Prognosen zur künftigen Entwicklung des Verkehrs im Frankfurter Osten aus. Die Anlieger könnten sich also freuen.

Das tun sie aber nicht. Denn das ist Zukunftsmusik. Das Großprojekt ist frühestens 2028 fertig, noch immer laufen vorbereitende Arbeiten. Ob die von Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) präsentierten Prognosen in einigen Jahren überhaupt noch Gültigkeit für die Hanauer Landstraße haben, ist fraglich. Und so müssen sich zunächst mal alle mit der angespannten Verkehrssituation abfinden.

Entlastung der Hanauer durch Verlängerung der Ferdinand-Happ-Straße entlang der Eisenbahngleise

Dabei ist eine Entlastung laut Ralph Haerth, Sprecher der Interessengemeinschaft Hanauer Landstraße, möglich - durch die Verlängerung der Ferdinand-Happ-Straße entlang der Eisenbahngleise. "Schon der Bau der Ferdinand-Happ-Straße hat die Verkehrsbelastung der Hanauer auf dem Abschnitt bis zum Ratswegkreisel signifikant verbessert. Den gleichen Effekt erwarten wir durch eine Verlängerung bis in Höhe der Dieselstraße. Die Andienung der Autohäuser und des Möbelhauses Flamme wäre dann leichter ", sagt Haerth. Und der komplette Containerverkehr müsste nicht mehr das Nadelöhr Ratswegkreisel passieren, um das Terminal der Bahn zu erreichen oder zu verlassen.

Seit 2005 wird über die Verlängerung der Straße diskutiert. Ein Punkt ist umstritten: Die Gleise der Hafenbahn müssten gequert werden. Die Stadt will aus Kostengründen aber keine Brücke bauen, bevorzugt einen ebenerdigen Bahnübergang. Eisenbahnbundesamt und Regierungspräsidium Darmstadt hatten einen Bahnübergang abgelehnt, weil nach Einschätzung der Geschäftsführung der Hafenbahn zu viele Züge in dem Gebiet unterwegs sind. Auch eine Ausnahmegenehmigung, um die die Stadt 2012 gebeten hatte, wurde verweigert. Bevor das Regierungspräsidium das Planfeststellungsverfahren einleiten kann, muss geklärt sein, welche Variante - Brücke oder Bahnübergang - realisiert werden kann. Bis eine Entscheidung vorliegt, ruht der Planungsprozess.

Hanauer Landstraße wird nicht vor 2030 saniert

In der Zwischenzeit ergibt sich vielleicht eine Lösung für das Kloster Phat Huet. Dieses steht genau an der Stelle, an der die Ferdinand-Happ-Straße auf die Hanauer Landstraße geführt werden soll. Das Grundstück gehört dem Kloster. Wie ein Sprecher mitteilt, habe es schon zum Zeitpunkt des Kaufs Pläne gegeben, die Straße später einmal zu verlängern. Deshalb sei vereinbart worden, dass die Stadt zu gegebener Zeit einen Ersatz zur Verfügung stellen müsse. Einen möglichen Standort hatte die Kloster-Leitung vor einigen Jahren allerdings abgelehnt. "Wir würden uns freuen, wenn es weitere Vorschläge gibt, um den Betrieb der Pagode im Sinne der Menschen an geeigneter Stelle und öffentlich erreichbar sichern zu können", so der Sprecher.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) kennt die Angelegenheit, man arbeite daran, sagt er. Er sorgte in der Vergangenheit eher mit Äußerungen zum Riederwaldtunnel für Aufsehen. Er rechne damit, dass der Zeitplan nicht eingehalten werde, frühestens 2030 könne Eröffnung gefeiert werden. Und: "Vorher wird die Hanauer nicht saniert."

Hanauer Landstraße: Unbefriedigende Situation, weil nichts passiert

Damit hat sich Haerth schon abgefunden. Er sagt aber: "Für uns ist das eine unbefriedigende Situation, weil nichts passiert." Denn der Zustand der Straße ist schlecht. Die Fahrbahn gleicht einem Flickenteppich, über die Autos und Lastwagen mehr holpern als fahren. Nach Oesterlings Aussagen ändert sich so schnell nichts daran.

Dafür geht es bald am Osthafenplatz los, die Fläche wird komplett umgestaltet. Auch die Franziusstraße wird zeitnah saniert. Die Mittel werden über das Industriestraßen-Programm der Stadt bereitgestellt. Das freut Haerth. Er erinnert aber, die Adam-Opel-Straße nicht zu vergessen. Während der zweijährigen Sanierung der Neckermannbrücke floss der Schwerlastverkehr hier durch. "Die Straße hat sehr darunter gelitten", sagt Haerth.

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