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Gut 50 Meter im Quadrat misst die Traglufthalle, unter der das Freibecken verschwindet. Links der beheizte Gang.

Das Hausener kommt unter die Haube

Hausener soll Rebstockbad ersetzen - Wird das funktionieren?

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Während des Neubaus des Rebstockbades wird das Hausener mittels Tragluftkonstruktion vom Frei- zum Hallenbad umfunktioniert. Aber es gibt Probleme.

Hausen - Zusätzliche Stühle mussten herbeigeschleppt werden, so groß war der Andrang bei der Bürgerstunde des Ortsbeirates 7, der nach der Sommerpause jetzt erstmals wieder tagte. 

Bäder-Geschäftsführer Frank Müller und der Architekt Lars Waldeck von der beratenden Gesellschaft für Projektmanagement stellten die Pläne vor. Drei Jahre lang - auf diese Zeit wird die Sanierung des Rebstockbades veranschlagt - soll eine Traglufthalle im Hausener das ganzjährige Schwimmen ermöglichen. Einem riesigen gerippten Zelt gleich wird sie das Schwimmbecken überspannen. Mit einer Kuppelhöhe von bis zu 15 Metern.

Das Bad ist als geschlossenes Bauwerk konzipiert, 50 mal 55 Meter groß, in das warme Luft geblasen wird. Aufgebaut werden soll die Halle erstmalig im Probetrieb im Oktober 2020. Erst wird es dann im folgenden April. Abgebaut wird die Halle immer im Frühjahr, wenn die Freiluftsaison beginnt. Auf- und Abbau sei keine große Sache, das geschehe schnell und problemlos in etwa einer Woche, erklärte Architekt Waldeck. Positive Erfahrungen mit einer Traglufthalle gebe es schon beim Riedbad in Bergen-Enkheim.

Frankfurt: Schwimmbad mit Sauna

"Wir bauen im Freibad Hausen nur temporär", unterstrich Waldeck. Kein Baum müsse gefällt werden. Der Untergrund für Halle und Container würden geschottert. Statt dauerhaft einbetonierte Fundamente hielten Erdanker die Traglufthalle. Gesamtbaukosten: 2,75 Millionen Euro. Davon sind für die Traglufthalle, Umkleidecontainer und Technikräume 1,35 Millionen Euro veranschlagt. Auch Saunagänger werden bedacht: Für sie soll eine ganzjährig nutzbare Saunalandschaft in Containern installiert werden. Kostenpunkt: 800 000 Euro. Neu hinzu kommt eine Container-Umkleide (mit Sammelkabinen für Schüler) am Eingang. Von ihr führt ein beheizbarer Flur zum Becken. Nicht einbezogen sind die hinteren Liegewiesen. Hier bleibt alles beim Alten.

Warum die Wahl auf das Hausener fiel, erklärten die Vertreter der Bäderbetriebe ebenfalls. Es sei gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und habe ein beheizbares Wasserbecken. Das Stadionbad, das ähnlich groß sei, stehe als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

"Es wird eine intensive dreijährige Zeit sein, die von allen viel Flexibilität und Kompromissbereitschaft abverlangt", räumte Geschäftsführer Müller ein. Denn das Murren unter den Zuhörern war unüberhörbar. "Sie haben uns Senioren vergessen, die regelmäßig zum Frühschwimmen im Freibad sind", beschwerte sich eine Besucherin. Sie sprach die Angst vieler Anwesenden aus, an den Rand gedrängt zu werden, wenn Schulen und Vereine täglich die Bahnen im Freibad Hausen belegen. "Ich sehe uns nur im Wasser stehen statt schwimmen, wenn die Schulklassen kommen", wurde geklagt.

Genug Platz für alle?

Denn wenn nur zwei Bahnen in den Stoßzeiten (8 bis 17 Uhr) für Freizeitschwimmer reserviert blieben, werde es richtig eng. "Können dann wenigsten die anderen Freibäder schon vor 10 Uhr morgens aufmachen", fragte eine Besucherin. "Wir werden in enger Abstimmung mit den Schulen und Vereinen an einem Belegungsplan arbeiten", versprach Müller. Er stellte ein App in Aussicht, auf der Schwimmer jederzeit sehen könnten, in welchem Schwimmbad welche Bahnen freigegeben seien. Außerdem gebe es ja noch Titus-Thermen und das Panoramabad in Bornheim.

Wenigstens soll es keine Preiserhöhung für Schwimmer geben, versprach Müller. Und den größeren Besucherandrang werde man personell und technisch bewältigen mit dem gewohnten Standard.

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