Nick Korjakin (16) von der Weißfrauenschule hat den Mathematik-Wettbewerb der Hauptschulen gewonnen. Foto: Holger Menzel

Großes Talent

Sieger des hessischen Mathe-Wettbewerbs kommt aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel

Der Sieger des hessischen Mathe-Wettbewerbs kommt aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel - und besucht die Förderschule

Frankfurt - Nick Korjakin feiert in wenigen Tagen seinen 17. Geburtstag. Der Schüler der Weißfrauenschule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprachheilförderung im Bahnhofsviertel, hält seit kurzem auch sein Abschlusszeugnis in den Händen. Mit einem Notendurchschnitt von 1,6 hat er seinen qualifizierten Hauptschulabschluss in der Tasche. Ausruhen möchte er sich darauf nicht. Im kommenden Schuljahr möchte er seinen Realschulabschluss an der Weißfrauenschule machen, die Voraussetzungen hierfür bringt er mit.

Der Jugendliche hat Ziele und die möchte er Schritt für Schritt verwirklichen. "Ich möchte später gerne etwas mit Fachinformatik, Schwerpunkt Anwendungsentwicklung, machen", formuliert er seine Zukunftswünsche. Erste kleinere Programme für PC-Spiele habe er bereits geschrieben.

Hessischer Mathe-Wettbewerb: Schüler setzt sich gegen 50.000 Schüler durf

Sein Herz schlägt für die Mathematik und die Naturwissenschaften. Dass er für das Lösen von mathematischen Aufgaben oder besser gesagt von mathematischen Herausforderungen ein großes Talent hat, hat er beim jetzt zu Ende gegangenen Mathematik-Wettbewerb des Landes Hessen unter Beweis gestellt und ist Landessieger in der Gruppe C geworden, in der sich Hauptschüler aus dem gesamten Bundesland gemessen haben. Und das war gar nicht so einfach, schließlich mussten bis zum Finale gleich mehrere Hürden überwunden werden.

Der Wettbewerb, der 1968 erstmals initiiert wurde, ist als Klausurenwettbewerb gestaltet und auf drei Runden aufgeteilt - auf Schul-, Kreis- und Landesebene. Teilnehmer sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Acht. Das Besondere an dem Wettbewerb ist, dass sich die Teilnehmer innerhalb ihrer jeweiligen Schulform miteinander messen. Fast 50 800 Schüler aus 509 Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien haben in der Runde mitgemacht, an der sich auch Nick Korjakin beteiligte.

Als Landessieger hat er somit gleich mehrere Tausend Mädchen und Jungen aus hessischen Hauptschulen hinter sich gelassen. Und das ist eine großartige Leistung. Als die Platzierten des Wettbewerbs in der Gruppe C von hinten nach vorne aufgezählt wurden, sei dies schon ein spannender Moment gewesen, beschreibt es der Schüler. Als er schließlich als Sieger genannt wurde, sei dies ein unglaubliches Gefühl gewesen.

Michael Weser, Mathematik- und Sportlehrer an der Weißfrauenschule, weiß, wie sehr sein Schüler die Herausforderungen liebt. "Er hat mich gefragt, ob er auch eine Stunde Mathematikunterricht geben dürfe", erzählt der Förderschulpädagoge. Er habe diesem Wunsch entsprochen und Nick durfte die anderen Kinder der Klasse einmal unterrichten. "Und er hat auch den anderen Schülern, die nicht so gut in Mathematik sind, regelmäßig geholfen und ihnen die Aufgaben erklärt." Wenn Nick anderen etwas beibringen kann, dann blühe er auf.

Landessieg: Mathelehrer ist "mächtig stolz"

"Auf den Landessieg beim Wettbewerb ist er mächtig stolz gewesen", erzählt Weser. Und auch in der Schule wurde er vor mehreren Hundert Schülern von der bald aus dem Amt scheidenden Schulleiterin Jutta Pillong geehrt. "So im Mittelpunkt zu stehen, war aber schon komisch", gibt der Jugendliche zu. "Er ist nicht so ein Mensch, der gerne im Rampenlicht steht und Anerkennung haben möchte, sondern macht die Dinge im Wesentlichen für sich selbst", sagt sein Mathematiklehrer über ihn.

Der junge Mann beschreibt sich selbst als einen Schüler, dem das, was er im Unterricht hört, ausreicht, um es zu verstehen und um gute Noten zu schreiben. Er möchte aber versuchen, viel fleißiger zu werden, damit er einen guten Realabschluss machen kann.

Nur Sport gehöre nicht zu seinen Lieblingsfächern. "Da habe ich nur eine Drei", verrät er.

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