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Im August hatten Bürger mit einer Rad-Demo für den Bau des Radwegs demonstriert. Ihr Protest hatte offenbar Wirkung.

Von Nieder-Eschbach nach Nieder-Erlenbach

Jetzt ist es offiziell: Nach 40 Jahren wird der Radweg endlich gebaut

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Im Jahr 2021 spätestens beginnt der Bau des lange vermissten Radweges nach Nieder-Erlenbach. Am Freitag hat der Ortsbeirat 15 dies offiziell erfahren.

Nieder-Eschbach - Der Radweg von Nieder-Eschbach nach Nieder-Erlenbach kommt. Das berichteten Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, und Michael Wejwoda, Leiter der Planungsabteilung in diesem Amt, in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 15 (Nieder-Eschbach).

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich das noch erlebe", sagte die Seniorenbeauftragte Dr. Renate Sterzel. Der knapp zwei Kilometer lange Radweg zwischen den Frankfurter Stadtteilen wird seit 40 Jahren gefordert. Nachdem erste Planungen offengelegt und die Einwände eingearbeitet wurden, ist die überarbeitete Version jetzt beim Regierungspräsidium eingereicht. "Es dürfte keine Schwierigkeiten geben, wir haben alles berücksichtigt", sagte Wejwoda. Er rechnet mit dem raschen Planfeststellungsbeschluss. Danach werden die Arbeiten ausgeschrieben, und vielleicht noch im Herbst 2020, spätestens im Frühjahr 2021 beginnen die Arbeiten. Die Bauzeit beträgt 18 Monate.

Frankfurt: Radweg von Nieder-Eschbach nach Nieder-Erlenbach

Der Radweg entsteht südlich der Straße. Diese ist nur sechs Meter breit, so dass es für Radfahrer gefährlich werden kann. "Der Radweg wird drei Meter breit", so Wejwoda. "Breit genug für beide Richtungen." Außerdem ist der Radweg auch ein Fußweg. Zwischen Radweg und Straße wird 1,50 Meter Platz gelassen. Etwas vertief, kann hier Wasser versickern. Ganz ab von der Straße, südlich des Radwegs, plant das Amt für Straßenbau und Erschließung eine Allee. 106 Bäume - Wildapfel und Holzapfel - sollen den Radweg säumen. Mit den Landwirten sei alles abgestimmt, zwei 60 Meter breite Lücken in der Baumreihe erlauben ihnen weiter, im Herbst ihre Zuckerrüben aufzuladen.

Radweg kostet 3 Millionen Euro

Die Grundstücke sind noch nicht alle im Besitz der Stadt. "Aber sobald Planungsrecht besteht, haben wir auch Baurecht. Wir müssen nicht warten", sagte Wejwoda, "bis die letzte Parzelle gekauft ist." Die Kosten für den Radweg betragen drei Millionen Euro. Weil die Stadt die Breite auf eigene Kosten von 2,50 Metern auf drei Meter erhöht hat, sind von dieser Summe lediglich 2,5 Millionen Euro förderfähig. "Die Förderung beträgt 60 Prozent", so Wejwoda. Macht 1,5 Millionen - die Hälfte der Gesamtsumme, die das Land hinzugibt.

Ein Problem bei den Planungen war der Naturschutz. In dem Gebiet, in dem gebaut werden soll, leben Rebhühner. Für sie musste eine Ausgleichsfläche gefunden werden. Das ist geschehen, es ist Teil eines städtischen Grundstücks südlich des westlichen Teils des Radwegs. Die obere Naturschutzbehörde hatte zunächst gefordert, das Gelände sollte hergerichtet und dann zunächst ein Jahr lang beobachtet werden, ob die Rebhühner sich dort ansiedeln. So lange hätte nicht gebaut werden können. Allerdings hat die Stadt dies abgewendet: Sobald die Fläche im Herbst 2020 eingesät wird, wird sie für fünf Jahre von Wissenschaftlern beobachtet. Doch der Radweg wird gebaut - ob die Rebhühner das Ersatzgrundstück nun annehmen oder nicht.

"Was ist denn mit der Beleuchtung?", wollte ein Bürger wissen und führte aus: "Radwege, die nicht beleuchtet sind, werden nicht angenommen." Wejwoda zufolge ist allerdings aus Gründen des Naturschutzes keine Beleuchtung vorgesehen.

Indes ist der Radweg zwischen Kalbach und Nieder-Eschbach fertig ausgebaut.

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