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JP-Morgan-Lauf - Sportmediziner Johannes Peil gibt Tipps zur richtigen Vorbereitung

Richtige Vorbereitung

JP-Morgan-Lauf: Sportmediziner Johannes Peil gibt wertvolle Tipps

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Am Montag ist Anmeldeschluss für den JP Morgan Corporate Challenge, den Lauf für Firmenteams. Mitte Juni führt er durch die Frankfurter Innenstadt. Spätestens jetzt sollten Teilnehmer mit der Vorbereitung beginnen. Dabei gilt: Weniger ist mehr.

Frankfurt - Er soll Spaß machen und den Teamgeist fördern. Anders gesagt: Wer sich beim JP Morgan Corporate Challenge, dem schon traditionsreichen Firmenlauf quer durch die Frankfurter Innenstadt über die 5,6 Kilometer lange Strecke quält, bei dem läuft's buchstäblich nicht gut. Vor allem dann nicht, wenn er sich mit aberwitzigen Motiven vom Start an der Alten Oper zum Ziel an der Bockenheimer Warte hetzt. Man kennt ja seine Pappenheimer: Mancher Fünfziger meint, der jungen Kollegin imponieren zu müssen.

Dr. Johannes Peil betreut viele Profisportler.

"Vor falschem Ehrgeiz kann ich nur warnen", sagt denn auch Professor Dr. Johannes Peil. In Bad Nauheim betreibt der renommierte Sportmediziner und -Orthopäde eine Sportklinik, am Olympiastützpunkt betreut er Spitzenathleten verschiedener Disziplinen. Leibarzt des Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher war er, Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen hat er unter seinen Fittichen gehabt, selbst der Dalai Lama hat sich von ihm untersuchen lassen.

Tipps von Sportmediziner Johannes Peil

Und weil Johannes Peil und seine Kollegen und Mitarbeiter schon selbst am JP-Morgan-Lauf teilgenommen haben und er den Grundgedanken, das Zusammengehörigkeitsgefühl in Firmen zu stärken, sehr schätzt, gibt er hier einige Tipps - vor allem für ungeübte Läufer. Besonders die neigen ja mangels Erfahrung dazu, ihre Kräfte falsch einzuschätzen, sich gar maßlos zu überschätzen.

Grundgedanke

Der übergeordnete Rat von Sportmediziner Peil hebt denn auch auf den Geist des Firmenlaufs ab - den Teamgedanken. Das bedeute, dass sich die stärkeren Läufer eines Teams an den schwächeren orientieren sollten und nicht umgekehrt.

Medizin-Check

Lassen Sie sich vor dem Lauf vom Arzt auf Herz und Kreislauf checken. Besonders gilt das für Leute vom mittleren Alter aufwärts, die für gewöhnlich kaum oder keinen Sport machen. Aber selbst jüngeren Freizeitsportlern rät der Mediziner, hier und da den Kardiologen aufzusuchen.

Alarmzeichen

Und wie spüre ich beim Lauf selbst, dass ich mich übernehme? Kurzatmigkeit ist ein Signal. Wer trotz moderaten Tempos nicht genügend Luft hat, um sich mit seinem Lauf-Nachbarn zu unterhalten, muss langsam machen. Schon Seitenstechen ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass Atmung und Sauerstoffzufuhr nicht optimal sind. Bereits bei leichtem Schwindel gilt: aufhören!

Treppe hoch, nicht runter

So weit alles klar. Der 5,6 Kilometer lange Weg ist hier eindeutig das Ziel - und zwar fürs ganze Firmenteam. Nun heißt das nicht, dass man sich mal schnell vom Arzt grünes Licht geben lässt und dann am Tag der Tage untrainiert wie eh und je vor sich hinschlendert. Gezielte Vorbereitung ist nicht zeitaufwendig - und täte auch ohne Anlass im Alltag gut.

Vorbereitung

Sportmediziner Peil rät, es spätestens jetzt, gut sechs Wochen vor dem Start Mitte Juni, ruhig, aber regelmäßig anzugehen. Auf keinen Fall von Null auf 100. Am Anfang genügt es schon, wenn man sich mit der Distanz vertraut macht. 5,6 Kilometer sind eine lange Strecke. Da darf man nicht gleich losrennen, sondern sollte erst einmal gehen. Man kann ja dann das Tempo immer mehr erhöhen. Schon ein schneller Gang ist ein gutes Training, wie überhaupt die normalen Bewegungen im Alltag uns schon fit halten.

Gutes Training

Unabhängig vom Lauftraining gilt: Ein- oder zweimal in der Woche sich im Fitnesscenter zu quälen oder viel zu lange Strecken zu joggen, belastet Muskulatur, Knochen und Gelenke. Gut ist in jedem Fall, regelmäßig im Garten zu arbeiten, Treppen zu steigen oder ausgedehnte Spaziergänge zu machen. Studien zeigen eindrucksvoll, dass bereits minimale Muskelaktivitäten zu positiven hormonellen Veränderungen führen. Und die wiederum vermindern schädliche Entzündungsfaktoren des Fettgewebes und senken so das Risiko fürs Herz.

Training im Büro

Der Klassiker ist gut: Aufzug stehen lassen und Treppen steigen. Wer am JP Morgan mitläuft, sollte jetzt damit anfangen. Aber: Nur die Treppen nach oben nehmen. Runter sollte es der Aufzug sein. Allein wegen der Kniegelenke. Für die ist die Belastung auf dem Weg nach unten unnötig groß.

Apropos Gelenke

Mit Arthrose, Meniskusproblemen oder Gelenkschmerzen in Folge einer Gicht sollte man auf keinen Fall laufen.

Grundsätzlich: Wie viel Sport ist eigentlich gesund?150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche. Bereits achtminütiges zügiges Gehen am Tag kann beim Couchpotato das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes um bis zu 20 Prozent senken, sagt Facharzt Peil. Bei Übergewichtigen konnte mit nur dreimal wöchentlichem Radfahren von sechs Kilometern innerhalb von vier Wochen eine deutliche Verbesserung bei Blutdruck, Fettstoffwechsel und Psyche nachgewiesen werden. In diesem Sinne: Der JP-Morgan-Lauf ist ein guter Anlass für ein bewegteres Leben. Vielleicht bleibt's danach ja so - bis zum nächsten Jahr und Firmenlauf. Gesünder wär's!

mjo

JP Morgan Corporate Challenge: Online anmelden

Für den JP Morgan Corporate Challenge am 12. Juni können sich noch Firmenteams anmelden - und zwar bis Montag, 6. Mai. Alle weiteren Informationen gibt es unter www.jpmorganchasecc.com

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