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Schwarz-weiße Erinnerungen: So sah die Gaststätte "Oberforsthaus" am Rande des Stadtwalds in den 1930er Jahren aus. Sie war ein beliebtes Ausflugsziel für Frankfurter und Besucher der nahen Galopprennbahn. 

Stadt sucht neue Ideen 

Verhandlungen gescheitert: Kein Hotel am Oberforsthaus

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Während das Oberforsthaus in Sachsenhausen zusehends verfällt, sind abermals Verhandlungen mit einem Investor gescheitert. 

Frankfurt - Ein zugewucherter Bauzaun schützt die Überreste des einstigen Oberforsthauses gegen ungebetene Besucher. Das Gestrüpp frisst sich in das denkmalgeschützte Gemäuer. Der Putz ist längst abgebröckelt, Ziegel vom Dach gefallen. Ein Obdachloser hat auf der Rückseite sein Nachtlager aufgeschlagen. Der Lärm auf der Verkehrsinsel an der Mörfelder Landstraße scheint ihn nicht zu stören. Er schläft, während Autos vorbeirauschen und Flugzeuge darüber hinwegdonnern.

Seit Jahren sucht die Stadt einen Investor für das 4600 Quadratmeter große Areal nahe der Commerzbank-Arena. Doch jetzt sind erfolgversprechende Verhandlungen mit einem Interessenten abermals gescheitert. "Nach der Setzung einer angemessenen Nachfrist wurde kein Betreiber für ein Hotel an diesem Standort vorgestellt, der eine sichere Umsetzung eines Hotelbauvorhabens mit Einbeziehung der Bausubstanz des ehemaligen Oberforsthauses gewährleisten konnte", teilte der für Liegenschaften zuständige Stadtrat Jan Schneider (CDU) jetzt mit.

Oberforsthaus: Alles wieder auf Null

Die Antwort geht auf eine Anfrage der Stadtverordneten Elke Tafel-Stein (FDP) zurück, die wissen wollte, wie weit die Gespräche mit dem möglichen Investor mittlerweile gediehen sind. In der April-Sitzung des Stadtparlaments hatte Jan Schneider nämlich noch von "aussichtsreichen Verhandlungen" gesprochen und in Aussicht gestellt, dass eine entsprechende Magistratsvorlage zur Vergabe der Liegenschaft im Erbbaurecht noch im April in den Geschäftsgang gegeben werden könne.

Das jedoch ist nun hinfällig. Konkreter noch: Das Projekt Oberforsthaus wird wieder auf Null gesetzt. War in den vergangenen Jahren immer nur von einem Hotel an diesem Standort die Rede, ist dies nun nicht mehr verpflichtend. Neue Ideen sollen her, was künftig auf der Verkehrsinsel beheimatet sein könnte. Eine entsprechende Ausschreibung ist in der Vorbereitung. 

"Wir fangen jetzt wieder bei Null an und stehen für alle Ideen offen", sagt Schneiders Sprecher Günter Murr auf Anfrage dieser Zeitung. Das Projekt müsse noch einmal anders angegangen werden. Die zahlreichen erfolglosen Versuche, an diesem Standort ein Hotel zu realisieren, hätten gezeigt, dass dies wohl nicht umsetzbar sei.

Einst wollte der mittlerweile verstorbene Architekt Harald Joos auf dem Grundstück ein 15 Millionen Euro teures Vier-Sterne-Hotel mit 112 Zimmern und Restaurant errichten. 1988 kaufte er der Stadt das Grundstück für zwei Millionen Mark ab. Doch das Projekt scheiterte an der Finanzierung. Im Januar 2012 kaufte die Stadt das Areal bei einer Zwangsversteigerung zum Preis von 700 000 Euro wieder zurück, die Marriott-Gruppe meldete Interesse an dem Standort, wollte dort eines der sogenannten Moxy-Hotels bauen. 

Maririott-Gruppe sprang ab

Man konnte sich allerdings nicht mit der Stadt einigen, die Vorstellungen lagen zu weit auseinander. Die Suche nach einem Interessenten ging von vorne los. 2017 sprang dann auch der Frankfurter Projektentwickler OFB ab. "Wir wollen jetzt einen Investor finden, ohne die Nutzung vorzugeben", so Günter Murr.

Das Gelände ist aber schon aufgrund der Lage nicht leicht zu bebauen, liegt es doch im Grüngürtel und im Wald. Ein Supermarkt etwa oder Industrie sind ausgeschlossen. Vor Jahrzehnten kam mal die Idee auf, dort ein Museum zu bauen, weiter verfolgt wurde dies aber nicht.

"Das ist eine enttäuschende Nachricht, auch wenn ich nicht ernsthaft daran geglaubt hatte, dass die Verhandlungen zielführend sind", sagt die planungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Elke Tafel-Stein. "Es ist tragisch, wie mit diesem Denkmal umgegangen wird." Das Oberforsthaus müsse endlich vorm weiteren Verfall geschützt werden. "Ansonsten können wir es abreißen", so Tafel-Stein.

Damit dies nicht passiert, wird derzeit auch an einem Konzept zur Sanierung der vorhandenen denkmalgeschützten Bauten gearbeitet. Immerhin kann es ja nun noch einige Zeit dauern, bis wirklich irgendwann die Bagger auf der Verkehrsinsel rollen. "Unser Ziel ist es, dass die Bausubstanz nicht weiter verrottet", sagt Murr. Notfalls müsse eben noch einmal ein bisschen Geld in die Hand genommen werden. In den vergangenen Jahren wurden rund 40 000 Euro in die Sicherung der Bausubstanz des Oberforsthauses investiert.

Von Julia Lorenz

Schon Goethe feierte im Oberforsthaus

Beim Oberforsthaus handelt es sich um ein geschichtsträchtiges Anwesen. Schon Goethe feierte dort, als "Jägerhaus" verewigte der Dichter die Gaststätte sogar in seinem "Faust". Auch Kaiser machten dort Rast.

Das Oberforsthaus wurde 1729 gebaut. Es war für den damals neu geschaffenen städtischen Posten des "reitenden Oberförsters" errichtet worden. Ihm war von Anfang an erlaubt worden, dort auch Besucher zu bewirten. Und so etablierte sich der Ort schnell als beliebte Gaststätte.

Nachdem im Jahr 1865 die Pferderennbahn ganz in der Nähe eröffnet wurde, kamen noch mehr Gäste. Die Eröffnung des Waldstadions im Jahr 1925 tat ihr übriges. Durch die neuen Zufahrtsstraßen zum Stadion musste allerdings ein Teil der Gebäude abgerissen werden.

Von den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg blieb das Oberforsthaus nicht verschont. Es wurde erheblich zerstört, von den einstigen Bauten blieb nicht viel übrig. Doch ein Mann namens Artur Faller baute das beliebte Ausflugslokal nach dem Krieg wieder auf. Mit der Ruhe inmitten des Waldes wie in früheren Zeiten war es aber vorbei.

Denn der Verkehr brauchte immer mehr Platz, Straßen wurden ausgebaut, irgendwann war das Oberforsthaus davon regelrecht umzingelt. Die Gäste blieben aus. 1963 gab die Familie Faller die Bewirtschaftung auf, auch das Hotel mit den 20 Zimmern wollte sie nicht weiterführen. Sie zog zurück in den Schwarzwald.

Die Stadt suchte einen neuen Pächter, jedoch leider vergeblich. Denn damals war schon bekannt, dass nach Ansicht des Bundes die schon überlastete Autobahn nicht als Verbindung zum Flughafen dienen solle. Stattdessen sollte die Mörfelder Landstraße in Richtung Airport ausgebaut werden. Eine leistungsfähige Verbindung sollte her. Und so wurde das Oberforsthaus Ende 1963 abgerissen. Stehen geblieben ist nur der einstige Reitstall, der nun zusehends zerfällt. 

(jlo)

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