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Die fünf Top-Klischees über Frankfurt

Google, Jodel und Co

Hässlich, gefährlich und gemein: Die Top-5-Klischees über Frankfurt im Check

Frankfurt hat in Deutschland nicht den besten Ruf und leidet unter seinen größten Klischees, die sich in Reiseführern, auf Google und sogar Jodel wiederfinden. Hier gibt's ein für alle Mal Antworten auf die Vorurteile.

Frankfurt - Ohne Frage: Frankfurts Ruf in Deutschland und der Welt könnte wirklich besser sein. "Finanzmetropole" und "Bankerstadt" sind meistens die ersten beiden Schlagworte, die der interessierte Tourist findet, wenn er einen Reisekatalog zu der Stadt am Main zu Rate sucht. 

An sich sind diese beiden Wörter natürlich nichts Schlimmes, aber sie vermitteln bereits ein sehr kühles und kaltes Bild von unserer Stadt. Man könnte meinen, dass deren Herz aus puren Banknoten bestünde. Wir haben die häufigsten Klischees aus dem Internet und aus Reiseführern zusammengesammelt, um sie hier ein für alle Mal zu widerlegen!

1) Frankfurt ist hässlich 

Wenn der geneigte Google-Nutzer eine Frage über Frankfurt hat und in die Suchzeile "Warum ist Frankfurt" eintippt, schlägt die Suchmaschine automatisch die am meisten gegoogelten Ergänzungen vor. Eine davon ist "... so hässlich". Mal abgesehen davon, dass man wirklich gespannt sein darf, was Google für Antworten gibt, WARUM Frankfurt denn jetzt so hässlich ist, hält sich dieses Klischee über unsere Stadt wirklich hartnäckig und klingt wie ein Todesurteil. 

Mainufer Frankfurt

Woher kommt das? Eine der Gründe ist wahrscheinlich das Vorurteil über die zahlreichen Banken und Hochhäuser, eine Betonwüste eben- aber hey: Frankfurt hat doch so viel mehr zu bieten, gebt der Stadt eine Chance! Waren diese Google-Sucher eigentlich schon einmal im Sommer abends am Mainufer? Oder im Palmengarten? Für wen es an Grün mangelt kann auch gerne dem Stadtwald einen Besuch abstatten. Am besten also nicht auf Google hören, sondern sich eine eigene Meinung bilden.

2) Frankfurt ist gefährlich

Neben "Frankfurt ist hässlich" ist ein Dauerbrenner ebenfalls das Vorurteil, Frankfurt sei eine kriminelle Hochburg. Googlen-Suchanfragen: "Warum ist Frankfurt die gefährlichste Stadt Deutschlands" oder auch in der Variation "wie gefährlich ist Frankfurt?" und Anfragen auf Jodel, einer Studenten-App, ob es denn wirklich sicher sei, in die Bankenstadt zu ziehen, stehen dem Klischee in nichts nach. 

Ja, Frankfurt ist zwar in Deutschland absoluter Spitzenreiter in Punkto Verbrecher und ja, das Bahnhofsviertel hat sicherlich seine dunklen Ecken, aber meistens wird dabei nicht erwähnt, dass wir hier auch den größten Flughafen Deutschlands vor der Tür haben, an dem Schmuggel quasi auf der Tagesordnung steht - und der fließt eben auch in die Statistik mit ein. 

Genauso gibt es sehr viele Unternehmen und Banken, die sich zum Beispiel bei Steuerhinterziehung ebenfalls negativ auf die Statistik auswirken. Übrigens, der Kriminalstatistik Bericht aus dem Jahr 2018 der Polizei Frankfurt verzeichnet eine deutliche Senkung der Einbrüche. Nämlich auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1971.

3.) Money Money Money! Die Stadt des Geldes 

Schlägt man einen Reiseführer seiner Wahl auf (englisch, deutsch etc.) so fällt mindestens im zweiten Satz über Frankfurt am Main der Begriff "Geld". "Schnelles Geld", "Frankfurt, die Geldstadt", "Frankfurt hat sehr viel Geld". Deshalb kommt unter anderem auch das Gerücht auf, dass Frankfurt als Stadt ziemlich schnöselig ist.

An der Börse wird "das schnelle Geld gemacht"

Aber hey, die Banken und die Frankfurter Börse prägen zwar das Stadtbild und sind auch ein wichtiger Teil von Frankfurt, aber eben doch nicht alles! Nicht alle in Frankfurt verdienen täglich an der Börse Millionen und nicht alle hier arbeiten in Banken für das schnelle Geld. In der Innenstadt entdeckt man auch durchaus schnuckelige Cafés statt piekfeiner Restaurants und auch für alle Portemonaie-Größen findet sich was.

4) Der Taunus ist lediglich ein Naherohlungsort für die Frankfurter 

Schenkt man sämtlichen Reiseführern Glauben, so leben im Taunus überhaupt keine Menschen. Denn dieser ist eigentlich nur der Wochenendsitz der reichen Frankfurter und ein Erholungsort für alle aus dem Rhein-Main-Gebiet. Frankfurt muss über das Wochenende und die Feiertage wirklich komplett ausgestorben sein, cool endlich mal kein Quetschen in der S-Bahn! 

Der Taunus ist das beliebteste Naherholungsgebiet

Aber ob ihr's glaubt oder nicht: Auch in der Region des Taunus' gibt es Arbeitsplätze und Leute, die dort unter der Woche wohnen. Und psst! Der Frankfurter Grüne Gürtel eignet sich als Naherholungsgebiet übrigens genauso.

5) Die Frankfurter sind unhöflich und verschlossen 

Werden die Frankfurter nicht als schnöselig und abgehoben eingestuft, folgt direkt der nächste Stempel, sie seien unfreundlich und verschlossen. Ey, die Kellner in den Apfelweinwirtschaften können für Nicht-Frankfurter vielleicht manchmal befremdlich rüberkommen, aber das hat hier Tradition! 

Einen dummen Kommentar muss man sich da schon mal anhören, wenn man seinen Teller nicht aufgegessen hat, aber das meint niemand böse! Außerdem sind diese Vorurteile, eine ganze Stadt sei unfreundlich, meistens aus persönlichen Einzelerfahrungen entstanden - und Arschlöcher gibt es nun einmal überall.

Auf der Studenten-App Jodel, in der jeder, der sich in Frankfurt und Umgebung befindet, etwas frei schreiben kann, ist es mittlerweile zu einer Art Running Gag geworden, die klischeehafte Unfreundlichkeit der Frankfurter groß raushängen zu lassen. 

Fragt jemand beispielsweise: "Komme nicht aus Frankfurt, wo kann ich hier am besten feiern?" lauten die Antworten entweder "Verpiss dich aus Frankfurt" oder "am Hauptbahnhof auf dem Weg nach Hause". Scheint schräg auf den ersten Blick, aber ist eben Frankfurter Humor.

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von Annalena Barnickel

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