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Melina Bytof, ehrenamtliche Tierpflegerin im Kobelt-Zoo, macht bei den Bennett-Kängurus eigentlich nur Urlaubsvertretung. Trotzdem frisst ihr Charly schon aus der Hand. Melina war schon als Kind vom Zoo begeistert – jetzt hilft sie, wann immer sie Zeit hat.

Eintritt frei, Spenden willkommen

Der Kobelt-Zoo am Schwanheimer Wald startet am 1. Mai in die neue Saison

Am 1. Mai startet der kleine Kobelt-Zoo am Schwanheimer Wald in die neue Saison. Bis dahin wird noch gesägt, gehämmert und gebohrt, was das Zeug hält. Bis zum Feiertag soll eine neue Volière fertig sein.

Frankfurt - Charly blinzelt kritisch in die Sonne. Das Bennett-Känguru mag keine Hektik, doch es ist Tierpflegerin Melina Bytof, die ihm eine Karotte hinhält. Die junge Frau gehört zum ehrenamtlichen Helfer-Team der Biologischen Gesellschaft Professor Dr. Wilhelm Kobelt, die den kleinen Zoo hinterm Verkehrsmuseum an der Schwanheimer Bahnstraße 5 betreibt. „Melina war als Kind schon hier, und jetzt hilft sie uns, solange sie auf eine Lehrstelle wartet“, sagt Monika Greitzke vom Vorstand des Vereins, der den Zoo am Waldrand betreibt. Bei den Bennett-Kängurus ist Melina zwar nur in Urlaubsvertretung, aber Charly hat Vertrauen zu ihr gefasst – und frisst ihr aus der Hand.

Aus Finsterwalde

Die Bennetts sind zwar eigentlich aus „down under“, aus Australien, doch die hüpfende Männer-WG im Kobelt-Zoo kommt aus Finsterwalde. „Die haben dort auch einen Waldpark“, sagt Monika Greitzke. Vor ein paar Jahren kamen einige Kängurus aus der brandenburgischen Stadt nach Schwanheim – in einer Art Austausch, denn man hilft sich untereinander. Der Kobelt-Zoo ist auch eine Art Auffangstation für Tiere aus nicht artgerechter Haltung; auch das Veterinäramt arbeitet mit dem Verein zusammen. So kam etwa Wolfgang in den Kobelt-Zoo. Wolfgang ist ein Zucht-Eber und lebt in der „Villa Wutz“, neben Minischwein Piggeldy, das in der „Villa Watz“ residiert. Eber Wolfgang stammt aus einem illegalen Schweinezuchtbetrieb, wurde als Spanferkel verkauft, begnadigt und in einem Kleingarten gehalten – bis er irgendwann zu groß wurde. Das Veterinäramt schickte ihn in den Kobelt-Zoo, und dort musste der stattliche Eber erst mal auf Diät, denn er war deutlich zu schwer für seine Gelenke – ein wahres Mastschwein eben.

Tiere mit Geschichte

Sein kleiner Kumpel Piggeldy nebenan ist uralt, fast 18 Jahre. „So alt wird eigentlich kein Schwein“, sagt Monika Greitzke. „Aber der ist hartnäckig, der will noch nicht gehen.“ Warum auch – dem Minischwein-Senior geht es im Kobelt-Zoo prächtig. „Wir haben halt viele Tiere mit Geschichte“, sagt Greitzke. Es gehöre dazu, dass altersgebrechliche Tiere nicht weggesperrt würden. „Wenn es nicht mehr geht, gehen wir den notwendigen Schritt. Aber nur, weil ein Tier nicht mehr schön ist – niemals“, sagt die Kassiererin des Vereins.

Dass es Piggeldy gut geht, darüber wacht Tierärztin Sarah Ludwig. Sie praktiziert in Wiesbaden, schaut aber regelmäßig im Kobelt-Zoo nach dem Rechten – wie Melina Bytof ist sie schon als kleines Mädchen durch das Areal mit den großen Bäumen gestreift, hat Tiere gestreichelt und dort auch ihren Berufswunsch gefasst. Für die ärztliche Versorgung der Tiere soll bald eine Quarantäne-Station nahe der Straßenbahn-Trasse entstehen: „Wameru“ wird sie heißen, nach der Station des Fernseh-„Daktari“ aus den 60er und 70er Jahren – das war der mit Schimpansin Judy und Clarence, dem schielenden Löwen.

Exotische Tiere gibt es im Kobelt-Zoo außer den Kängurus, einigen Affen-Veteranen, Erdmännchen und den Aras weniger. „Wameru“ kann gebaut werden, weil die Aras und Graupapageien endlich eine große Freiflug-Volière bekommen, dort, wo das Pfauen-Gehege stand. „Das hatten wir schon lange geplant, aber das Geld muss eben da sein“, sagt Kassiererin Monika Greitzke. Der kleine Zoo lebt ausschließlich von Spenden; der Eintritt ist frei.

Die Haltung von Waschbären und Nasenbären läuft langsam aus, das will eine neue Verordnung. Doch es gibt noch genug zu entdecken: Zu den Lieblingen der Kinder gehören ohnehin die Pferde und Ponys, die Schafe, die Ziegen und andere eher bäuerliche Kleintiere. In einer Großstadt wie Frankfurt bietet der Kobelt-Zoo oft die erste Gelegenheit für Kinder, ein Tier zu streicheln, das weder Hund noch Katze ist. Hunde dürfen übrigens mit in den Zoo – allerdings nur an der Leine.

Spenden für den Kobelt-Zoo

Wegen der Fusion der Volksbank Griesheim mit der Frankfurter Volksbank hat sich die IBAN geändert: DE53 50 19 0000 0000 4928 09.

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