+
Ohren spitzen! Gerda kam – wie ihre Tochter Hilde und Lama-Hengst Manfred – vor vier Wochen in den Kobelt-Zoo am Schwanheimer Wald. Zum Saisonabschluss gehörten sie zu den Besuchermagneten des kleinen Tierparks und zeigten selbst vor den vielen Menschen keine Scheu.

Gerda, Hilde und Manfred: Wir sind die Neuen

Im Kobelt-Zoo sind die Lamas los

Fünf Monate im Jahr hat der Kobelt-Zoo am Rande des Schwanheimer Waldes seine Türen für Besucher geöffnet. Am Abschlusstag nutzten noch einmal viele die Gelegenheit zu einem Rundgang durch den kleinen Tierpark, der besonders für Familien mit Kindern attraktiv ist.

Frankfurt - Gerda, Hilde und Manfred leben seit vier Wochen in einem Gehege auf dem Gelände des Kobelt-Zoos. Die drei Lamas sind neugierige Tiere. Und auch das nachbarschaftliche Verhältnis zu den Schafen direkt nebenan läuft gut. „War am Anfang nicht sofort so“, weiß Monika Greitzke. Sie ist vom Vorstand der Biologischen Gesellschaft Professor Dr. Wilhelm Kobelt, einem Verein, der den im Jahr 1916 gegründeten kleinen Tierpark am Rande des Schwanheimer Waldes betreibt – ausschließlich mit ehrenamtlichem Engagement.

Frankfurt: Die neugierigen Nachbarn

Die Schafe bekamen ein einziges Mal das ab, wofür die zur Gattung der Neuweltkamele gehörenden Lamas auch bekannt sind. „Am Anfang haben sie ihre tierischen Nachbarn angespuckt, weil sie ihnen zu neugierig waren.“ Mittlerweile gebe es ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. Und auch die Zäune zwischen den beiden Gehegen sollen, wenn möglich, schon bald fallen, kündigt Monika Greitzke an. Lamas und Schafe würde in den meisten Zoos gemeinsam gehalten. Das habe auch den Vorteil, dass das gemeinsame Gehege größer sei.

Die Tiere, die aus einer Zucht aus Hessen stammen, waren Wunschkandidaten für den Kobelt-Zoo. „Dem Züchter war es wichtig, dass die Tiere in gute Hände kommen. Er hat sich erst einmal genauestens über den Verein und unsere Arbeit erkundigt, bevor wir die Tiere bekommen haben“, erzählt Monika Greitzke. Gerda ist die Mama der kleine Hilde. Manfred aber nicht der Papa, erklärt sie weiter. Die Anschaffungskosten für den Zoo seien niedrig gewesen. Deswegen habe sich der Verein das auch leisten können.

Am Abschlusstag der diesjährigen Saison sind viele Familien auf dem Gelände unterwegs. „Als schönen Ausflug ins Grüne“ empfinden es die meisten Besucher. Besonders schätzen die Eltern auch, dass der Eintritt in den Kobelt-Zoo kostenfrei ist und es keine langen Warteschlangen gibt. Statt Eintritt zu nehmen, überlassen es die Verantwortlichen des kleinen Tierparks den Besuchern selbst, ob sie etwas spenden möchten oder nicht. Und auf Spenden ist der Verein für die Unterhaltung des kleinen Tierparks angewiesen, um die anfallenden Kosten, wie für Strom und Futter, finanzieren zu können. Die Pflege der Gehege und die Fütterung der Tiere wird von ehrenamtlichen Helfern übernommen.

Gut 250 kleine und große Tiere leben auf dem rund 1,7 Hektar großen Gelände – vom Kanarienvogel über Zwergmangusten, Ziegen, Papageien, kleinen Affen und Kängurus bis zu Eseln, Schweinen und den drei neuen Lamas, die sehr sympathische Gesellen sind und aussehen, als würden sie die Besucher freundlich angrinsen. Fünf Monate im Jahr, immer ab dem 1. Mai, öffnet der kleine Tierpark stets am Wochenende seine Türen fürs Publikum. Während der Woche besuchen viele Schulklassen den Kobelt-Zoo.

Zum Halloween-Parcours

Für die drei Lamas und die anderen tierischen Bewohner geht es in den nächsten Monaten etwas ruhiger zu. Zweimal noch öffnet der Tierpark seine Türen für Publikum – zur großen Halloween-Party Anfang November (siehe Info-Kasten). „Wir brauchen die Zeit, um den Halloween-Parcours aufzubauen“, sagt Monika Greitzke. Sie hofft, dass das Wetter Anfang November mitspielt. „Der Zoo ist dringend angewiesen auf die Einnahmen aus dem Parcours, der 3 Euro pro Person kostet“, sagt sie.

Wie viele Besucher in dieser Saison den Weg in den Kobelt-Zoo gefunden haben, kann Monika Greitzke nicht beziffern. „Wir zählen nicht, sind aber zufrieden“, resümiert sie. Und auch wenn der Zoo über die Herbst- und Wintermonate nicht mehr für Besucher zugänglich ist – für die ehrenamtlichen Helfer gibt es in dieser Zeit weiterhin viel zu tun: „Die Papageien und Affen werden während der kalten Monate von ihren Außenvolieren in den Innenbereich verlegt“, erklärt sie. Alle anderen Tieren bleiben in ihren Gehegen. Auch Nachwuchs gibt es noch: Bei den Schafen wird bald noch ein neues Lämmchen geboren.

In vier Wochen folgt die Halloween Party

Finanziert wird die Unterhaltung der Anlage des Kobelt-Zoos und das Futter für die Tiere über die Mitgliedsbeiträge (10 aktive und 80 passive Mitglieder) des Vereins „Biologische Gesellschaft Prof. Dr. Wilhelm Kobelt“, über Spenden, über den Kaffee- und Kuchenverkauf und Feste, die regelmäßig in der Anlage angeboten werden, etwa dem großen Saison-Eröffnungsfest jedes Jahr am 1. Mai, einem Kinder- und Abschlussfest sowie der großen Halloween-Party im Zoo. Obwohl am Wochenende die Saison beendet wurde, wird dieser Termin noch folgen: Zu Halloween können sich Besucher am 1. und 2. November gruseln.
von Alexandra Flieth

Am 1.Mai startet der Kobelt-Zoo in die neue Saison. Der kleine Zoo ist ein Herzensprojekt. Die Halloween Party im letzten Jahr war ein voller Erfolg.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare