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Ein Hauch von Woodstock liegt ab Donnerstag wieder für drei Wochen über dem Günthersburgpark.

Open-Air-Festival

Legendäres Stoffel im Günthersburgpark beginnt am Donnerstag

Es ist wieder so weit. Am Donnerstag beginnt das gut drei Wochen dauernde Open-Air-Festival im Günthersburgpark, das alle nur als Stoffel kennen.

Nordend - Die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Jahrelang gab es zum Start der Stoffel-Saison ordentlich Zoff im Nordend, harsche Vorwürfe wegen Ruhestörung und heftige Kritik an den feierlustigen Großstädtern. Und in diesem Jahr? Nix. "Kein Problem", sagt Michael Herl, Chef des Stalburg-Theaters und Erfinder des Sommer-Festivals "Stalburg Offen Luft", kurz: Stoffel.

Stoffel-Gründer und Impresario Michael Herl (4.v.r.) und seine Mannschaft vor dem Bühnenzelt.

Und das wird wieder gefeiert, gut drei Wochen lang, mit Musik und Theater und Lesungen im Günthersburgpark. Nicht, dass die Anwohner besänftigt wären. "Aber unser Konzept mit Ruhetagen ist jetzt juristisch bombensicher", sagt Herl, "auch dank des Ordnungsamts, mit dem wir lange daran getüftelt haben."

Mit Folk geht's los

Es ist der 16. Stoffel seit der Gründung und einer der frühesten Stoffel aller Zeiten. Zum Auftakt an diesem Donnerstag gibt es um 18 Uhr Soulful Folk Music mit der Band Quiet Lane, ehe um 20 Uhr die Combo Nordakas mit ihrem Mix aus spanischer Tradition und Weltmusik übernimmt. Und danach jagt ein Höhepunkt den nächsten, etwa am 10. Juli: La Illusión Orquestra aus Argentinien und anschließend das französisch-neuseeländische Gitarrenduo Opal Ocean. Oder Kinderliedermacher Ferri. Oder Radiomoderator Uli Höhmann (HR-Info) mit Sit-Down-Comedy.

Oder Silent Disco (5. und 6. Juli). "Ein Experiment", sagt Programmmacher Filippo Tiberia. In der stillen Disco zappeln alle Tänzer zu Klängen aus dem Kopfhörer. Seinen besonderen Reiz gewinnt das Angebot (besonders für Außenstehende) dadurch, dass drei verschiedene DJ-Musikkanäle zur Verfügung stehen. Es werden also nicht alle im gleichen Takt tanzen. Und man singt ja auch gern mal mit ...

Liebe Bekannte sind etwa die Slags, die sich wieder zusammengetan haben (28. Juni) und Fee, aktueller Schatz der Frankfurter Songwriterinnenszene (5. Juli). Krankheitsbedingt absagen musste Lady Moustache, soll aber 2020 endlich dabei sein.

"Multikulturell wie Frankfurt ist das Programm", sagt Herl, "also sollte für jeden was dabei sein." Auch was das Speisenangebot betrifft. Es gibt "die besten Pommes der Welt", es gibt selbstverständlich die Bratwurst nach Originalrezept von Herls Großonkel Heinz, es gibt vegane Quinoa-Taler, Apfelwein von der Kelterei Heil und Demeter-Eis. "Und die Wartezeit in der Schlange wird wie in jedem Jahr maximal zehn bis zwölf Minuten betragen", sagt Schlangen-Wartezeit-Fachmann Ralf Pfeifer, "handgestoppt".

80 000 Besucher

Zweck des Stoffels war es einst, dem Stalburg-Theater über die Sommerpause zu helfen, auf dass es seine Mitarbeiter in der vorstellungsfreien Zeit bezahlen kann. Inzwischen freuen sich jährlich 80 000 Besucher auf das einzigartige - und kostenlose - Spektakel.

Zuschuss der Stadt

Das Stoffel hat einfach sehr, sehr viele Freunde. Und auch die Stadt spielt mit, hat ihren Zuschuss von einst 15 000 auf 40 000 Euro erhöht. Das gleiche die fehlenden Theatereinnahmen immer noch nicht ganz aus, sagt Herl, aber 80 Personen verdienen sich jetzt als Mitarbeiter beim Fest was dazu. Sonnige Aussichten also. Einzige Unwägbarkeit: das Wetter.

von Thomas Stillbauer

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