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Seit 1989 organisiert ein Team der katholischen Gemeinde St. Josef einen Flohmarkt für den guten Zweck, verkauft werden vor allem Bücher und Schallplatten: Inge Koch, Margret Holzklau, Barbara Seibel, Meta Scholz und Jutta Fenzle (v.l.).

 Es fehlen die Helfer

Ein letzter Flohmarkt in der Kirche in Bornheim

Seit 30 Jahren gibt es den Flohmarkt für einen guten Zweck in der katholischen Gemeinde St. Josef. Für das Organisationsteam ist der Aufwand enorm. Und weil kein Nachwuchs in Sicht ist, ist die 30. Auflage zugleich die letzte.

Bornheim - Im Josefsaal der katholischen Gemeinde St. Josef stehen 600 Bananenkisten mit Büchern, 150 Kisten mit Taschenbüchern, 20 Kartons mit Schallplatten und allerlei mehr. Alles ist akkurat aufgebaut für den Flohmarkt für einen guten Zweck, der eine gute Tradition ist. "Vor 30 Jahren hat das damit angefangen, dass die Pfadfinderschaft Kleidung gesammelt hat, um diese zu verkaufen", berichtet Barbara Seibel, eine der Organisatorinnen. "Das war 1989. Damals kamen so viele Klamotten zusammen, dass die Eltern mithelfen mussten. Daraus wurde der heutige Flohmarkt.

Bornheim: Bücher suchen neue Besitzer

Kleidung gibt es nicht mehr unbedingt, die vielen Kisten sind vor allem mit Büchern gefüllt. "Bis in die Mitte der 1990er-Jahre haben wir noch alles angeboten. Doch das wurde einfach zu viel", erinnert sich Seibel. "Deshalb haben wir uns entschieden, es Jahr für Jahr abwechselnd zu machen." Seitdem gab es in einem Jahr Antiquitäten und Trödel, im Jahr darauf nur Bücher und Medien.

Diese unglaubliche Menge an Büchern, die nun darauf wartet, am Wochenende unter die Leser gebracht zu werden, stammt aus Kellern und Haushalten der Mainmetropole. "Ein halbes Jahr vor dem Flohmarkt öffnen wir hier den Keller einmal pro Woche und nehmen die Sachen an, die uns gebracht werden", so Seibel. Sie und ihre Kolleginnen sortieren die Spenden vor und verpacken die Gegenstände.

Welche Schätze verbergen sich auf dem Flohmarkt?

"Hin und wieder lassen wir auch einen Experten auf die Stücke gucken", fährt sie fort. Gerade bei Porzellan sei häufig die Meinung eines erfahrenen Antiquitäten-Sammlers gefragt gewesen. Doch auch ein Bornheimer Buchhändler habe immer wieder die Bücher, die den Damen übergeben wurden, genau betrachtet und, falls nötig, einen höheren Preis ausgerufen. "Denn eigentlich gibt es bei uns alle Bücher für unter fünf Euro", so Seibel. Auch das Frankfurter Auktionshaus Döbritz haben die Organisatorinnen regelmäßig um Rat gefragt. "Es kommen nämlich nicht nur Privatpersonen zum Flohmarkt. Gerade Antiquitäten- und Buchhändler schauen sich genau an, was wir hier haben und suchen nach besonderen Schätzen."

Der logistische Aufwand, lassen Seibel und ihre Kolleginnen durchblicken, sei allerdings enorm. Und das sei auch der Grund, warum die zehn Frauen ihren Flohmarkt nicht nur zum 30. Mal veranstalten, sondern leider auch zum letzten Mal. "Wir können es nicht mehr leisten", bedauert Seibel. "Es wird uns einfach zu viel." Zwar haben die Damen nach Nachfolgern Ausschau gehalten, doch ohne Erfolg. Doch freuen sich die Frauen auf die 30. Auflage. 268 000 Euro haben sie für wohltätige Zwecke eingenommen.

Stolz auf die Leistung

"Das macht uns total stolz", sagt Seibel. Neben einigen Projekten in der Sankt Josef Gemeinde wie historischen Gemälden, die umfassend restauriert werden konnten, haben die zehn Organisatorinnen mit dem Geld auf der ganzen Welt Projekte unterstützt. In diesem Jahr geht ein Großteil der Einnahmen nach Ruanda. "Drei Jahre lang war ein Pfarrer aus Ruanda hier in St. Josef, jetzt ist er zurück und wir wollen dort ein Projekt zur Unterstützung von Witwen fördern", berichtet Barbara Seibel.
von Niklas Mag

im Josefsaal der Katholischen Gemeinde St. Josef, Berger Straße 135, geöffnet heute von 15 bis 20 Uhr, morgen von 10 bis 18 Uhr, Sonntag von 10 bis 14 Uhr.

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