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So sehen junge Film-Fans aus. Zumindest die, die unter anderem beim Lucas-Filmfestival mitmischen. Und genau wissen, was sie wollen. 

"Blick hinter die Kulissen" 

Lucas-Filmfest: Über dieses Novum können sich die Besucher freuen 

In drei Wochen beginnt Lucas, das Festival für junge Filmfans - für viele ist das auch ein Vorbild an Beteiligung der Jugendlichen. 

Frankfurt - Lucas ist das Filmfestival, das jedes Jahr aufs Neue verblüfft. Zum Beispiel in Form von Simon Dammann, zwölf Jahre jung. Auf die Frage, warum er in der Jury mitmischt, die im September über die Preise für die Filmschaffenden entscheidet, sagt der Carl-Schurz-Schüler trocken: "Ich drehe selbst gerne Filme, und ich sehe mir Filme nicht nur auf dem Laptop an, sondern lieber im Kino. Da dachte ich: Mache ich mal hier mit und schaue, was rauskommt."

Das sagt Simon, Mitglied der Jury 8+, nicht irgendwem, sondern das antwortet er im Gespräch mit dem Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Mittwoch in der Pressekonferenz zum Festival für junge Filmfans. 

Noch drei Wochen bis zur Eröffnung, und dann wird sich wieder erweisen: "Kino ist hochansteckend", sagt Christine Kopf, Leiterin der Abteilung Filmbildung und -vermittlung im veranstaltenden Deutschen Filminstitut und Filmmuseum (DFF). "Lucas-Filme bleiben im Kopf, im Hirn und manchmal auch im Magen - sie verpuffen nicht wie Zuckerwatte."

Lucas Filmfestival in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden

Schon die kurzen Filmschnipsel, die traditionell in der Vorschau auf Lucas gezeigt werden, machen neugierig auf die 42. Ausgabe des ältesten deutschen Kinder- und Jugendfilmfestivals. Mit offenem Mund sieht man Anastasiya Bogach und Kallil Kone dabei zu, wie sie sich in dem italienischen Wettbewerbsbeitrag "Fiore Gemello" (englischer Titel: "Twin Flower") einfach nur in die Augen schauen. 

Rasant entwickelt sich "Skate Kitchen" (USA), spannend "Meteoriten" (Frankreich), "Knives And Skin" (USA) und "Scheme Birds". Kurz gesagt: Alle Filme, die Lucas in der Altersgruppe 16+ zeigt, versprechen richtig großes Kino.

Eine Szene aus dem Film "Mein Opa vom Mars". Foto: studio dim

 

Aber da sind auch die Beiträge für die Jüngeren. Da wird der Opa zum Alien, kann sich Sue plötzlich unsichtbar machen - fantastische Abenteuer also. Es geht viel um Familie und um die Grenzen der Vorstellungskraft. Und es geht ums Anderssein. 

Wie man das erlebt als Heranwachsender, wie die Umwelt reagiert, wie man damit zurechtkommt: Es ist ein großes Verdienst des Lucas-Filmfestivals, dieses Thema immer wieder so aufzugreifen, dass es spürbar unter die Haut geht.

Mehr als 1600 Filme wurden eingereicht, berichtet Festivalleiterin Julia Fleißig. 63 Beiträge aus 33 Ländern schafften es schließlich in das Programm, 40 in den Wettbewerb, darunter 28 Deutschland- und sogar zwei Weltpremieren: "Gerdoo (Walnüsse)" aus dem Iran und der Kurzfilm "Boje" aus Deutschland.

Festival zeigt 63 Filme

"Ein Novum ist, dass wir so viele Langfilmpremieren haben", sagt Julia Fleißig. Das Film-Festival, so verspricht sie, "lässt Vertrautes in einem anderen Licht erscheinen, es erlaubt einen Blick hinter die Kulissen - und es kann das Feuer für Filmkunst auch abseits des Mainstreams entfachen."

Oberbürgermeister Peter Feldmann gefällt es hierbei ganz besonders gut, dass Kinder und Jugendliche beim Lucas in den Jurys mitentscheiden können. "Das ist es, was wir in Frankfurt wollen", sagt er. "Die jungen Leute verlangen ein Jugendparlament - Lucas zeigt schon lange, dass sie Entscheidungen fällen können." Gemeinschaft und Nähe seien das, was Frankfurt brauche. Das Festival sei auch in dieser Hinsicht "eine Perle. Oder sogar ein klitzekleiner funkelnder Diamant".

"Das wollen wir in Frankfurt"

Das Mitmachen nennt auch Patrick Schaaf von der Fördergesellschaft Hessenfilm als wichtiges Markenzeichen des Lucas-Filmfestivals. Und Lilli Weiser (15) aus der Jury 13+ lässt an ihrem großen Mitmachwillen auch überhaupt gar keinen Zweifel. "Ein guter Film ist ein Film, der mich berührt", sagt sie, "da kann es auch mal sein, dass ich weinend aus dem Kino komme." Und ihr Kollege Caspar Hahnemann (18) aus der Youngsters-Jury erwartet vor allem, dass ein Film authentisch ist und Atmosphäre schafft. "Es muss eine klare Vision dahinterstecken, ein Gefühl, eine intensive Geschichte." Oder wie Simon aus der Jury 8+ es klar ausdrückt: "Spannend. Aber nicht zu lang."

Von Donnerstag, 19., bis Donnerstag, 26. September, zeigt das Lucas-Festival 63 Filme aus 33 Ländern in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. 40 Filme konkurrieren in Wettbewerben um 21 000 Euro Preisgeld.

Lucas Filmfestival: Rabatt für Frühbucher 

Bis 9. September gibt es Frühbucherrabatte für Gruppen und Einzelpersonen (3,50 statt 4 Euro Eintritt pro Film). Zum Klimastreik am 20. September, zu dem mehrere Bündnisse aufgerufen haben, gibt es eine Gratis-Kinovorstellung der Doku "Home" über Umweltzerstörung. Insgesamt gibt es Filme für Kinder ab vier Jahren in der Sektion "Minis" ebenso wie Kultfilme mit Special Effects bei der "Klassiker.Klasse" oder Kinomeilensteine.

Am Familientag, 22. September, 10 bis 17 Uhr, gibt es eine Entdeckungsreise durch die Geschichte der Filmtechnik im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum. Der Eintritt zu Workshops und offenen Angeboten ist frei.

Alle Infos: lucas-filmfestival.de   Von Thomas Stillbauer 

Weitere Themen aus Frankfurt: Seit 1974 findet das Lucas Filmfestival statt. Die Macher haben sich einige Neuerungen einfallen lassen. Das passiert nicht oft im Amtsgericht in Frankfurt: Besucher feiern einen wegen Nötigung angeklagten Mann


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