+
Bei der Mai-Kundgebung auf dem Römer fordert die GEW Milliarden für Bildung.

Tausende Demonstranten in Hessen

Mai-Kundgebung auf dem Römer: GEW fordert Milliarden für Bildung

Bei den Kundgebungen zum Tag der Arbeit in Frankfurt gibt es viel Kritik. Zielscheiben waren die Landesregierung und allgemein die Bildungspolitik.

Frankfurt  - Bei seinen Mai-Kundgebungen in Hessen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die schwarz-grüne Landesregierung kritisiert. Sie habe dem Lehrermangel bislang nichts entgegengesetzt, sagte der Bezirks-Vize-Vorsitzende Sandro Witt am Mittwoch vor etwa 1000 Demonstranten in Hanau. Er verlangte unter anderem zusätzliches Personal, bessere Besoldung und weniger Pflichtstunden.

GEW fordert mehr Geld für Bildung

Auch mit dem geplanten Tariftreue- und Vergabegesetz zeigte sich der DGB-Vize unzufrieden. Es brauche eine eigene Kontrollbehörde, die über die Einhaltung von Mindest- und Tariflöhnen auch bei Subunternehmen wache. Wichtig sei die Einführung eines vergabespezifischen Mindestlohns, wie es die Thüringer Landesregierung bereits vormache.

Auf der größten hessischen Mai-Feier in Frankfurt hat die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, mehr Geld für die Bildung gefordert. In ihrer Rede auf dem Römerberg verlangte sie zusätzliche Milliarden-Investitionen in Gebäude und digitale Infrastruktur sowie in das Personal. "Schon jetzt fehlen bundesweit in den Kindertagesstätten etwa 100.000 Erzieherinnen und Erzieher. An den Schulen sind Tausende Stellen nicht besetzt, weil in den vergangenen Jahren viel zu wenige Lehrkräfte ausgebildet worden sind", beklagte die Gewerkschafterin den Fachkräftemangel.

Mai-Kundgebung: 18.500 Menschen demonstrieren in Hessen

Außerdem müsse die soziale Ungerechtigkeit im Bildungswesen beseitigt werden, erklärte die GEW-Chefin. Man dürfe nicht hinnehmen, dass in Deutschland der Bildungserfolg viel stärker von der sozialen Herkunft bestimmt werde als in anderen Ländern. "Kitas und Schulen in benachteiligten Stadtteilen müssen zusätzlich unterstützt, die Ganztagsangebote in Krippen, Kitas und Schulen ausbaut werden." Zur besseren Finanzierung der Bildung schlug Tepe vor, die Vermögensteuer wieder einzuführen und die Erbschaftsteuer zu reformieren.

Bei strahlendem Wetter machten sich in Hessen laut DGB-Angaben mehr als 18 500 Menschen auf, um an den Kundgebungen zum Tag der Arbeit teilzunehmen, der in diesem Jahr unter dem Motto "Europa. Jetzt aber richtig!" stand. Größere Demonstrationen hatte der DGB in Kassel, Darmstadt und Hanau organisiert. "Wir sind mit den Teilnehmerzahlen mehr als zufrieden", erklärte Bezirkschef Michael Rudolph, der auf der Kundgebung in Erfurt sprach. (dpa)

Lesen Sie auch:

200 Menschen demonstrieren für soziale Gerechtigkeit - Scharfe Kritik an Spitzengehältern:  Unter dem zentralen Motto „Europa. Jetzt aber richtig!“ sind am Tag der Arbeit gut 200 Menschen auf die Straße gegangen, um für mehr soziale Gerechtigkeit zu demonstrieren.

Mercedes fährt bei Rot über Ampel und kracht in Streifenwagen – Polizisten kommen nie am Einsatzort an: Sie waren auf dem Weg zu einem Einsatz, kommen dort aber nie an: Ein Mercedes fährt in Frankfurtbei Rot über die Ampel und kracht in einen Streifenwagen.

Irrsinn im Supermarkt: Jugendliche greifen Mitarbeiter an – das Messer haben sie griffbereit:  Unglaubliche Szenen in einem Frankfurter Supermarkt: Zwei Jugendliche greifen Mitarbeiter an. Das Messer haben sie griffbereit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare