Die Fassade von „Marie“ sieht aus wie die des ehemaligen Marienkrankenhauses. Das war eine Auflage für den Investor.

Bauprojekt im Nordend

Frankfurt: Auf dem ehemaligen Gelände des Marienkrankenhauses sollen 236 Wohnungen entstehen

2021 soll das Wohnbauprojekt "Marie" in der Richard-Wagner-Straße fertig sein. Dafür musste das Marienkrankenhaus weichen.

Frankfurt - Wer schon lange nicht mehr in der Richard-Wagner-Straße  vorbeigekommen ist, wird verwundert sein: Wo einst das Marienkrankenhaus stand, ist nichts mehr von dem Gebäude zu sehen. Stattdessen klafft eine riesengroße Baugrube. Denn dort an der Ecke Nibelungenallee/Richard-Wagner-Straße realisiert der Wohnentwickler Instone Real Estate  das Projekt „Marie“.  Ende vergangenen Jahres haben die Bauarbeiten begonnen.

Wohnbauprojekt "Marie": 55 Geförderte Einheiten

Auf dem Gelände des ehemaligen St. Marienkrankenhauses  entstehen insgesamt 236 Wohnungen, 181 sind Eigentumswohnungen. Außerdem werden 55 geförderte Mietwohnungen im Zuge eines Revitalisierungsprojektes im ehemaligen Schwesternwohnheim realisiert. Nach ihrer Fertigstellung werden sie an die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt übergeben. Sowohl im ehemaligen Schwesternwohnheim als auch in einem Abschnitt des Eigentumsteils entsteht jeweils eine Kindertagesstätte. Äußerlich wird das Projekt „Marie“ in Teilbereichen der ursprünglichen Architektur nachempfunden. Somit entsteht eine charakteristische Fassade, die das historische Flair des Standorts widerspiegelt.

„Wir schaffen einmal mehr dringend benötigten Wohnraum in Frankfurt. Wir liegen beim Baufortschritt voll im Zeitplan. Es ist uns ein Anliegen, bei unseren Projekten nachhaltig zu agieren, dabei spielt für uns der verantwortungsvolle Umgang mit Architektur und historischer Bausubstanz eine wichtige Rolle“, sagt Ralf Werner, Instone-Niederlassungsleiter Rhein-Main.

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Im Gegensatz zu ehemaligen Patienten oder Müttern, die ihre Kinder im Marienkrankenhaus geboren haben, bedauern Nachbarn den Wegzug der Klinik nicht. Rüdiger Koch, der seit mehr als 30 Jahren in der Brahmsstraße wohnt und Fraktionsvorsitzender der SPD im Ortsbeirat 3 ist, bestätigt das. Die Situation der Anwohner sei stets eine zweischneidige gewesen, sagt er. Denn Lärm durch Lüftungsanlagen und Lieferverkehr sowie „merkwürdige Gerüche“ seien Belastungen gewesen. „Bei den Abbrucharbeiten sieht man jetzt aber, dass es ein altes Haus ist“, hat er Verständnis für den Umzug. Die medizinische Direktversorgung sei aber nicht gefährdet, im Stadtteil gebe es ja noch das Bürgerhospital. Dass dringend benötigter Wohnraum geschaffen werde, begrüße er.

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An den neuen Anblick müssen sich die Anwohner laut Koch nicht gewöhnen. Schließlich werde die historische Fassade des Marienkrankenhauses in der Brahms- und Nordendstraße teils originalgetreu wieder aufgebaut. Neu seien jedoch begrünte Innenhöfe, die eine parkähnliche Situation schafften. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt pocht trotzdem auf eine verträgliche Umfeldgestaltung. Und sie bringt auch wieder das Thema Quartiersgarage  ins Spiel. Denn sie rechnet damit, dass der Parkdruck im Viertel steigen wird. Schon

Ehemaliges Marienkrankenhaus: 30 Prozent der Eigentumswohnungen verkauft

Nach Angaben von Andreas Gräf, CDO der Instone Real Estate, sind bereits 30 Prozent der Eigentumswohnungen verkauft. Das Bauprojekt soll 2021 komplett fertiggestellt sein.

Die meisten Mitarbeiter und Abteilungen des Marienkrankenhauses sind übrigens in einen Neubau an der Ginnheimer Straße, unmittelbar neben dem Elisabethen-Krankenhaus in Bockenheim, umgezogen.(red)

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