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Bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Oberrad ist eine Wohnung komplett ausgebrannt.

Bewohner erzählen von Brandnacht

Feuer in Mehrfamilienhaus in Oberrad – "Es war furchtbar"

Am Dienstagabend ist eine Wohnung im dritten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Oberräder Hansenweg komplett ausgebrannt. Drei Bewohner mussten gerettet werden. 

Frankfurt - Um 22.03 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein. Eine Wohnung im dritten Stock eines viergeschossigen Wohnhauses brennt. Die Feuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Oberrad rücken sofort aus, reihen sich mit Polizei und Rettungswagen durch den gesamten Hansenweg. Kurz darauf sind „zwei Hilfeleistungslöschfahrzeuge und ein Löschfahrzeug vor Ort“, so der Feuerwehreinsatzleiter. „Der Rauch war so schrecklich. Das ging alles so furchtbar schnell“, berichtet die Bewohnerin des Hauses, die die Feuerwehr gerufen hat.

Sie steht auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Hauses und blickt ungläubig nach oben. „Ich wollte gerade schlafen gehen. Dann habe ich Schreie gehört. ‚Rauch, Rauch, Rauch‘ wurde gerufen. Ich öffnete die Wohnungstür und sah nichts anderes als eine Rauchwand.“ Sie schloss sofort die Wohnungstür, rief die Feuerwehr und ihren Freund an. „Ich habe ganz flach geatmet mit dem Kopf an der Wand, dann bin ich auf den Balkon. Das Feuer war direkt unter mir. Es war furchtbar.“ 

Wohnungsbrand in Mehrfamilienhaus in Oberrad: Mutter und Kinder über Leiter gerettet

Die Feuerwehr war schnell vor Ort „Neben mir wohnt eine Frau mit kleinen Kindern. Ich wollte, dass sie zuerst gerettet werden“, sagt die schlanke dunkelhaarige Frau. „Ich hätte mich auch an die Balustrade hängen können.“ Die Feuerwehr hat die Mutter mit ihren Kindern über die Leiter gerettet, die junge Frau durch das Treppenhaus. „Sie haben mir eine Atemmaske gegeben, mich rausgeholt aus der Wohnung.“ Ein Mann wurde ebenfalls über die Leiter von der Feuerwehr gerettet, wurde ins Krankenhaus gebracht. „Auf der Trage hat er sich noch für das Feuer bei mir entschuldigt. Es war so viel Rauch überall.“ 

Der Einsatzleiter der Feuerwehr bestätigt, dass sich die Bewohner der brennenden Wohnung selbst ins Freie begeben haben. „Wir haben zuerst die Menschen im Haus gerettet, die noch drinnen waren. Zum Glück sind alle rausgekommen“, sagt er. Die Polizei sagt, dass der Brand im Schlafzimmerbereich ausgebrochen ist. „Die Wohnung ist komplett ausgebrannt.“ Über die Ursache gibt es noch keine Erkenntnisse. Das ermittelt die Kriminalpolizei.“ Blaulicht blinkt, Rettungskräfte geben den Bewohnern Decken, in die sich einwickeln können. Bei allen wird wegen Verdachts von Rauchvergiftung der CO-Gehalt im Blut gemessen. 

Nicht der erste Brand in Mehrfamilienhaus in Oberrad

Eine Frau läuft im gelben Bademantel auf der Straße auf und ab, möchte zurück in ihre Wohnung. Einsatzkräfte beruhigen sie und bitten um Geduld, während Feuerwehrmänner mit Atemschutzgeräten im Haus unterwegs sind und weiter löschen. Insgesamt 60 Einsatzkräfte sind vor Ort. Ein Mann, der im Erdgeschoss wohnt, steht kopfschüttelnd vor dem Haus. 

„Es hat Bumm-Bumm gemacht. Ich dachte zuerst, meine Nachbarin, die vor einem halben Jahr ausgezogen ist, sei zurückgekommen. Die hat damals immer an meine Tür gehämmert. Aber dann hörte ich die Rufe ‚Feuer, Feuer‘ und bin sofort rausgerannt.“ Er berichtet, dass es bereits im vergangenen Jahr einmal im Haus gebrannt habe. 

Wohnung in Oberrad brennt völlig aus: Starten Bewohner eine Spendenaktion?

Um 20.47 Uhr ist das Feuer gelöscht. Beißender Rauchgeruch zieht weiter durch die Straße. Die ersten Bewohner dürfen in ihre Wohnungen. Auch die junge Frau, die direkt über der ausgebrannten Wohnung, lebt, darf kurz rein. Nach ein paar Minuten kommt sie wieder auf die Straße mit einem Mantel und kleiner Tasche. „Bei mir ist es nicht so schlimm. Da muss nur viel gelüftet werden“, sagt sie erleichtert. 

„Aber im Gang unter mir ist es schlimm. Da liegt überall Glas und alles Mögliche rum. Ich weiß nicht, was das ist.“ Sie kann bei ihrem Freund übernachten. „Morgen sehen wir weiter“, sagt sie. Die Polizei kümmert sich um alle, die diese Nacht nicht in ihrer Wohnung verbringen können oder wollen. Auch in RTWs sitzen Bewohner. Helfer beruhigen sie. Die junge Frau denkt an die Wohnung unter sich. „Der arme Mann. Er hat nichts mehr. Auch kein Dach mehr über dem Kopf. Vielleicht sollten wir eine Spendenaktion für ihn starten.“ 

Von Sabine Schramek

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