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Symbolbild: Ein Mitarbeiter hat eine Frankfurter Klinik um 825.000 Euro betrogen. 

Abrechnungsbetrügereien

Mitarbeiter betrügt Frankfurter Klinik um 825.000 Euro – Anklage

Mit Abrechnungsbetrügereien im großen Stil soll ein leitender Personalmitarbeiter die Unfallklinik um rund 825 000 Euro geschädigt haben.

Frankfurt - Abrechnungsbetrügereien im großen Stil – unter dieser Anklage verhandelt das Landgericht ab 6. Mai gegen einen früheren leitenden Mitarbeiter der Unfallklinik, einen heute 43 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Landsberg (Oberbayern). Die Anklage, die Oberstaatsanwältin Nadja Niesen gestern erläuterte, geht von 75 einzelnen Vorwürfen gegen den extern für das Krankenhaus tätig gewesenen Mann aus. 

Zwischen Februar 2010 und März 2014 habe er immer wieder Leistungen mit der Klinik abgerechnet, denen überhaupt keine Tätigkeiten zugrunde gelegen hätten. Dass die Abrechnungen zur Auszahlung und Überweisung angewiesen worden seien, habe am guten Willen eines kaufmännischen Direktors gelegen, der die Rechnungen freigegeben habe. Dieser Mann sei zwischenzeitlich aus dem Strafverfahren ausgeschieden – gegen Geld- und Arbeitsstundenauflagen.

Schwiegervater des Angeklagten für 85 Euro pro Stunde als Fahrer engagiert

Anders dagegen der 43-Jährige, dem weitere Straftaten zur Last gelegt werden. Laut Niesen soll er auch an einer Personalvermittlungsfirma beteiligt gewesen sein. In dieser Eigenschaft vermittelte er laut Anklage Personal und strich überhöhte Provisionen ein – ein Betrag von 49 000 Euro steht im Raum. Und der eigene Schwiegervater, ein 67 Jahre alter Rentner aus dem Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt, profitierte laut Anklage ebenfalls vom unseriösen Geschäftsgebaren des Schwiegersohnes. 

Er wurde von diesem als Fahrer engagiert – für einen fürstlichen Stundenlohn von 85 Euro, obwohl die Klinik normalerweise nur 13 Euro die Stunde zahlt. Zwei Jahre kutschierte der ältere Herr den Schwiegersohn durch die Lande – laut Abrechnung der Staatsanwaltschaft erhielt er dafür fast 193 000 Euro zu Unrecht. 

Prozess gegen Mitarbeiter, der Klinik betrogen haben soll, wird sich weit in den Sommer erstrecken

Deshalb wird auch er nun Platz auf der Anklagebank nehmen müssen: 16 Einzelvorwürfe sind gegen ihn in der Anklage enthalten.

Über das Aussageverhalten der beiden Beschuldigten konnte Nadja Niesen gestern noch keine genaueren Angaben machen. Die Spezialkammer für Korruptionsstraftaten hat dem Vernehmen nach eine ganze Reihe von Fortsetzungsterminen anberaumt, die sich noch bis weit in den Sommer erstrecken werden.

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