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Frankfurter Ansichten bei Nacht.

Impressionen

Motivsuche: Abiturient Malcolm Unger fotografiert besonders gerne in Frankfurt

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Er mag Architektur, Tiere, Stillleben und schöne Details, die andere übersehen. Abiturient Malcolm Unger (17) ist oft mit seiner Kamera unterwegs. Nur Menschen fotografiert er nicht so gerne . . .

Frankfurt - In der blauen Stunde, wenn sich der Himmel langsam dunkel leuchtend über Frankfurt wölbt, ist er mit Vorliebe auf Motivjagd. Die Lichter bieten dann wunderbare Farbenspiele, betonen die Linien und Strukturen von Siedlungen, Brücken und natürlich der bekannten Skyline.

Skyline-Impressionen.

Malcolm Unger versucht, den Schauwerten immer noch eine neue Perspektive, eine neue Draufsicht abzugewinnen.

Fotografiert seit seinem achten Lebensjahr: Malcolm Unger, der gerade sein Abitur macht.

Für das große Foto, das die Alte Brücke und im Hintergrund die Türme zeigt, hat er eine Christbaumkugel mit Wasser gefüllt. Am Fernsehturm fielen ihm die Straßenlaternen auf. Als wären sie seine kleinen Ableger, säumen sie den Ginnheimer Spargel. An der U-Bahnhaltestelle Heerstraße, hat er sich abermals vom Abendlicht inspirieren lassen, und weil er auch Dynamik haben wollte, mit einer Langzeitbelichtung ein Geisterauto eingefangen. Das Foto wurde vom dortigen Siedlerverein eine Woche lang im Schaufenster ausgestellt.

Malcolm wohnt in Praunheim. Dort ist er aufgewachsen, am Liebiggymnasium macht er zurzeit sein Abitur, Mathe und Bio in den Hauptfächern. Er spielt Trompete in zwei Big Bands, er ist ein guter Geräteturner, war Hessischer Meister mit der Mannschaft. Ein 17-Jähriger mit vielen Talenten.

Als er mit acht Jahren seine erste Kompaktkamera geschenkt bekam, war diese Leidenschaft geweckt. Vom Konfirmationsgeld kaufte er sich seine erste Spiegelreflex – und blickt seither mit anderen Augen auf Frankfurt. „Ich bin selten gezielt auf der Suche“, sagt er, „aber selbst eine besonders schöne Straßenspiegelung im Regen kann dazu führen, dass ich mir sage: Wenn’s wieder regnet, muss ich hierher.“

Unterwegs in der Stadt...

Hin und wieder geht er dorthin, wo er garantiert Motive findet: in den Zoo, in den Palmengarten. Vieles aber entsteht spontan: Wie einmal auf dem Lohrberg, wo ihn Frankfurts urige Farbenpracht in ihren Bann zog: das Gold im Gerippten nebst einem tiefroten Apfel.

Schoppen gefällig?

Nur Menschen, die nimmt Malcolm so gut wie nie in den Sucher. „Ich gebe nicht gerne Anweisungen.“ Das ist aber nicht der Grund, warum er Architekt werden möchte und nicht Profi-Fotograf. „Ich will nicht unter dem Druck stehen, ein Foto machen zu müssen.“

von Mark Obert

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