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Auf den Grünanlagen an der Hadrianstraße und dem Ginnheimer Wäldchen türmt sich Müll auf.

Grünanlagen

Wie man das Müll-Problem in Frankfurter Parks lösen könnte

Auf den Grünanlagen an der Hadrianstraße und dem Ginnheimer Wäldchen türmt sich Müll auf.Wie man das Problem lösen könnte. 

Frankfurt - In der Nidda schwimmen pelzige Nutrias gemütlich im Wasser. Im Schatten unter großen Bäumen auf dem Grillplatz an der Hadrianstraße stehen Männer am Grill, wenden Hähnchenschenkel, Steak und Cevapcici. Kinder tollen ausgelassen über die Wiese, spielen mit ihren Ostergeschenken. Zwischen Löwenzahn und Gänseblümchen sind sorgfältig große Decken ausgebreitet. Die daneben stehenden Mülleimer sind übervoll. Auch der einzige Container. 

Müll stapelt sich auf Grünanlagen

Drumherum stapeln sich am Ostermontag Mülltüten. „Es gab hier mal eine große Tonne aus Plastik, aber die wurde abgefackelt“, erzählt Beatrice Eberling (26) frustriert. Sie wohnt nicht weit vom Grillplatz und findet es „unverständlich, dass einige Leute ihren Müll nicht wieder mit nach Hause nehmen. 

Ich mache das auch“. An dicken Baumstämmen hängen große Schilder mit der Aufschrift „Nehmt Euren Müll mit“. Die Metallmülleimer sind klein und wenige. Die große Wiese ist trotz des langen Sonnenwochenendes völlig ohne Müll. Eberling findet es „verständlich, dass das Grillen hier verboten werden soll“. 

Wenn es nach ihr ginge, würde allerdings lieber die Wiese eingezäunt und ein Kassenhäuschen aufgebaut werden. „Jeder zahlt pro Tag zehn Euro, dann ist die Müllentsorgung gesichert“, sagt sie. „Auch wenn ein Zaun schade wäre.“ 

Kleingärtner sind vom Müll genervt

Kleingärtner sind immer wieder genervt vom Getümmel und Müll, die Stadt plant, das Grillen auf dem Grundstück zu verbieten. Alexander Müller (37) kommt ebenfalls regelmäßig hierher. „Ein Verbot ist irgendwie verständlich, aber der Platz ist so schön. 

Man müsste ihn einfach mal auf Vordermann bringen, dann wäre einiges anders.“ Er schlägt mehrsprachige Plakate vor. „Hier kommen Deutsch, Spanisch, Türkisch, Arabisch und andere Sprachen vor. Würde sicher helfen.“ Um den Platz „noch geiler“ zu machen, müsste „nur ein bisschen System rein“, findet Müller. „Da muss nicht einmal ein Baum gefällt werden.“ 

Für den Müll: Zwei bis drei große Metallcontainer und geflieste Toiletten

Zwei bis drei große Metallcontainer für den Müll, ein paar größere Metallmülleimer und „die unerträglich ekligen Dixi-Klos“ durch geflieste Toiletten austauschen, „die man mit Dampfstrahler reinigen und desinfizieren kann“, schlägt er vor. „Links und rechts zwei große Feuerstellen, damit jeder sieht, wo sie sind.“ Bänke und Tische solle man erneuern und weit verteilt aufstellen. „Das wäre System, ordentlicher und gemütlich.“ 

Eberling wie auch Müller würden den Platz gerne als Grillplatz erhalten. „Er ist der Mittelpunkt zwischen Ginnheim, Heddernheim, Praunheim und Nordweststadt“, findet Müller. Mit wenigen Mitteln könne auch das Müllproblem gelöst werden, ist er sich sicher. 

Die Stadt plant stattdessen, Wiesen am Ginnheimer Wäldchen für das Grillen freizugeben, direkt an Spielplatz, Wasserspielplatz und Skatebahn. Zwei Schilder zeigen dort noch auf, dass „Grillen verboten“ ist. Männer mit Holzkohlesäcken, Kugelgrill, Frauen mit Lebensmitteln und Kinder mit Rollern, Rädern und Puppen in der Hand passieren die Schilder und lassen sich unter schattigen Bäumen nieder. 

Ginnheimer Wäldchen ist zugemüllt

Die Wiesen sind sauber, auch hier sind die sehr wenigen Mülleimer voll und umstellt von Müllsäcken. „Offiziell ist das Grillen hier verboten“, sagt ein Mann (48), während er mit einem Fächer die Grillkohle anheizt. „Aber hier ist es schön für Familien, man kann gut parken und Gepäck aus- und einladen und die Kinder können gefahrlos rumtoben“, sagt er. 

Ordnungsamt könnte Müll-Sündern Beine machen

„Dass Leute Mülltüten hier stehen lassen, ist blöd. Es sind schwarze Schafe“, ist er überzeugt. „Wenn das Ordnungsamt käme, würden bestimmt alle ihren Müll mit nach Hause nehmen.“ Mehr als eine Tüte habe keiner und die passe auch in den Hausmüll. „Mehr Mülleimer würden sicherlich auch helfen.“ Wenn der Grillplatz genehmigt wird, sieht der Mann das Hauptproblem in der Toilette. „Für dieses ganze Gelände gibt es eine Damen- und eine Herrentoilette.“ Benutzung 50 Cent. Beide sind modern, außen schön bemalt, aber so gut wie immer defekt und geschlossen. Auch jetzt über Ostern. Dass das nicht zur Sauberkeit beitrüge, sei wohl klar, findet der Griller.

Von Sabine Schramek

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