+
Ein Hund fletscht die Zähne. (Symbolbild)

Reaktion auf Vorfall mit Boxer-Mischling

Nach Beißattacke auf Terrier: Peta fordert Hundeführerschein in Hessen

Am Ostersonntag hat in Frankfurt-Höchst ein Boxer-Mischling einen Terrier fast tot gebissen. Vertreter der Organisation Peta meinen, dass der Angriff vermeidbar gewesen wäre.

Frankfurt - Die Tierrechtsorganisation Peta hat auf den Vorfall reagiert, bei dem am Ostersonntag ein Boxer-Mischling in der Hunsrückstraße (Unterliederbach) einen kleinen Hund attackiert und schwer verletzt hat: Der Verein fordert als Konsequenz die Einführung eines Hundeführerscheins auch in Hessen. "Viele Halter können ihre Vierbeiner nicht richtig einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen - nicht beim Tier. Dass der Hund seinen Artgenossen so schwer verletzen konnte, war fahrlässig und verantwortungslos", argumentiert Jana Hoger, Fachreferentin bei Peta. "Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden - unabhängig davon, ob er einer ,Rasse' angehört oder ein Mix ist." Ein Sachkundenachweis wird in Hessen nur für das Führen eines "Listenhunds" verlangt, also eines Hundes aus aufgelisteten Rassen.

Terrier von Boxer-Mischling fast tot gebissen

Die Halterin eines West-Highland-White-Terriers war am Abend des Ostersonntags in der Hunsrückstraße spazieren, als der freilaufende Boxer-Mix ihren Vierbeiner unvermittelt angriff und mehrfach in Rücken und Hals biss. Der Terrier erlitt klaffende Wunden und musste in einer Tierklinik operiert werden. Auch seine 65-jährige Halterin und ein Zeuge wurden von dem Mischling gebissen und dabei leicht verletzt (wir berichteten).

Das sieht der Hundeführerschein vor

Ein Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme des Tiers einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie notwendiges Fachwissen über tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis könne sicherstellen, dass Hundehalter sachkundig mit dem Tier umgingen und Signale richtig deuteten.

Als erstes Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen - seit Juli 2013 ist der allgemeine Hundeführerschein verpflichtend. Dort, so Hoger, ereigneten sich nach drei Jahren nachweislich weniger Vorfälle. Und wer in Berlin seit dem 1. Januar 2017 einen Hund neu aufgenommen hat, ist ebenfalls aufgefordert, sich die notwendige Sachkunde anzueignen.

Einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2016 zufolge spricht sich mit 65 Prozent eine deutliche Mehrheit der Deutschen für einen Sachkunde-nachweis für Hundehalter aus. Einige Städte belohnen das sogar: Wer in München nach dem 1. Mai 2014 einen Hundeführerschein absolviert hat, kann sich ein Jahr lang von der Hundesteuer befreien lassen. In Mannheim gilt eine zweijährige Steuerbefreiung für alle Hunde, deren Halter den Hundeführerschein nach dem 1. Januar 2016 erworben haben.

red

Lesen Sie auch:

Auf diesem Areal im Gallus sollen bald Wohnungen, Büros und eine Grundschule entstehen

Die FAZ verlässt 2021 ihren Stammsitz im Gallus und zieht ins Europaviertel. Auch die Redaktion der FNP muss weichen.  Denn auf dem riesigen Areal zwischen Mainzer Landstraße und Frankenallee sollen Wohnungen, neue Büros und eine vierzügige Grundschule entstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare