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Anarchie auf dem Hühnermarkt? Ganz so schlimm ist es nicht. Die Wirte haben ihre Tische eigenmächtig aufgestellt. Das Amt greift erst demnächst ein - und durch.

Neue Altstadt

Cafés stellen Tische draußen auf und keiner weiß, ob das erlaubt ist - auch die Stadt nicht

Gastronomen stellen ihre Tische einfach draußen auf - jetzt gibt es deshalb Ärger von der Stadt.

Frankfurt - Als die Bauzäune um die Altstadt gefallen sind, konnte man noch in allen Häusern und allen Straßen sehen, dass vieles nicht fertig geworden war. Da der öffentliche Raum der Altstadt bis heute noch nicht in die Obhut des "Rechtsamts" und des "Amts für Straßen und Erschließung" übergegangen war, konnten die Wirte in den letzten Monaten ihre Tische und Stühle auf den Straßen und auf dem alten Markt nach eigenem Gefallen positionieren, ohne eine Genehmigung zu haben. 

In einigen Fällen ging das über das vorgesehene Maß hinaus. Einer der Wirte berichtete uns, dass er eine Quasi-Genehmigung von der Feuerwehr erhalten habe, mit der er auf zwei Seiten des alten Markts seine Tische und Stühle aufstellen durfte. Doch war diese Genehmigung allein nach den Bedürfnissen der Feuerwehr erteilt worden.

Streit um Außengastronomie: Viel Klärungsbedarf in der neuen Altstadt

Die Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung, Michaela Kraft, verweist darauf, dass sie "noch keine Handhabe für das Altstadtareal habe". Mit Außengastronomie hat sie Erfahrung, über Tische auf Bürgersteigen haben ihre Mitarbeiter mit manchem Wirt Debatten geführt. Diskussionen erwartet sie auch in der neuen Altstadt.

Laut dem Geschäftsführer der Dom-Römer-GmbH, Michael Guntersdorf, war die Übergabe an die beiden Ämter noch nicht möglich, weil "bisher die Gestaltungsrichtlinien des Stadtplanungsamtes fehlen, an die sich dann alle anderen Ämter, etwa bei ihren Genehmigungen, richten können". Aus dem Stadtplanungsamt, das für die Erarbeitung dieser Richtlinien zuständig ist, war zu erfahren, dass zwar ein Entwurf vorläge, aber die Abstimmung durch die beiden Ämtern noch ausstehe.

Café in der Goldenen Waage: 50 Plätze vorgesehen

Es ist wohl absehbar, dass nach der Übergabe der Gestaltungsrichtlinien an das Amt für Straßenbau und Erschließung einige der jetzt aufgestellten Tische und Stühle nicht weiter genehmigt werden, weil sie nicht den neuen "Sondernutzungserlaubnissen entsprechen werden.

Allerdings wird das Café in der Goldenen Waage voraussichtlich in 14 Tagen seine Türen öffnen können. Hier hatte die Feuerwehr im vergangenen Jahr vor dem Weihnachtsmarkt einen Glühweinstand abbauen lassen, weil er die im Falle eines Einsatzes die Feuerwehrautos zu sehr eingeschränkt hätte. In einem Gespräch wurde jetzt festgelegt, dass Birgit Zarges für ihr "Kaffeehaus Goldene Waage" etwa 40 bis 50 Plätze als Außengastronomie aufstellen darf. Als "Frankfurter Kind" hatte sie für ihr Engagement in der neuen Altstadt ihr Geschäft in der Freßgass aufgegeben denn sie wollte unbedingt in der neuen Altstadt dabei sein. Die Außengastronomie war für sie besonders wichtig, weil in dem Kontorraum nicht mehr als zehn bis zwölf Sitzplätze angeboten werden können und sie in dem Raum zum Archäologischen Garten weitere 30 bis 40 Sitzgelegenheiten platzieren kann.

von Hermann Wygoda

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