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So soll der neue Goetheturm aussehen.

Stadt setzt auf Sicherheit

So soll der neue Goetheturm brandsicher werden

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Der neue Goetheturm in Frankfurt soll viel sicherer werden als der alte. Dabei hat die Stadt Frankfurt nicht nur die Nutzer im Blick. Sondern auch diejenigen, die dort erneut Schindluder treiben könnten - so wie der Brandstifter vor anderthalb Jahren.

Frankfurt - Fertig sind die Pläne für den Wiederaufbau des Goetheturms im Süden Sachsenhausens. Wenn das beliebte Ausflugsziel am Rand des Stadtwalds voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres eröffnet wird, soll es viel sicherer sein als der Vorgängerbau von 1931. Das sehen die Pläne vor. Im Modell hatte Baudezernent Jan Schneider (CDU) den neuen Turm in der vergangenen Woche vorgestellt.

28 000 Reichsmark hatte der Bau des Aussichtsturms seinerzeit gekostet - nun rechnet die Stadt mit Kosten von 2,4 Millionen Euro. Dafür allerdings wird der neue Turm nicht nur erheblich stabiler gebaut werden. Sondern auch auf die Sicherheit lege man besonderen Wert. Mit Polizei und Feuerwehr seien die Baupläne "intensiv beraten" und angepasst worden.

"Es ist viel Hirnschmalz und Fachwissen hinein gesteckt worden", betont Jan Schneider. Schließlich solle auch verhindert werden, dass erneut jemand den Turm anzündet. Es war mutmaßlich ein Brandstifter, der in der Nacht zum 12. Oktober 2017 ein Feuer gelegt hatte, das den alten Turm völlig zerstörte. Gefasst ist der Täter bislang allerdings noch nicht.

Netz umspannt den Bau

Daher werde der neue Turm mit einem "dünnen, transparenten Netz verkleidet", welches Abstürze von Besuchern aus der Höhe verhindern soll. Ein solches Netz gab es - oberhalb von 30 Metern - auch schon beim alten Turm. Allerdings war es bisher eher einfacherer und gröber.

Unter anderem wird das Netz auch verhindern, dass Besucher den Turm außerhalb der Öffnungszeiten betreten können. Außerdem werde der Eingang so gestaltet, dass er erneut verschlossen werden kann, wenn niemand hinauf darf. Auch werde das gesamte Gelände des Turms eingezäunt, kündigt Günter Murr an, der Sprecher des Dezernenten. Dadurch werde der Zutritt zum Turm selbst ebenfalls nachts unmöglich gemacht.

Zusätzlich seien weitere Sicherheitsvorkehrungen vorgesehen - die jedoch Schneider wie auch Murr geheim halten möchten, um damit eben die Sicherheit zu erhalten. Ein Mehr an Sicherheit soll zudem den Besuchern des Turms dienen. Über wohl rund 200 Stufen werden sie den Holzbau (Edelkastanie) erklimmen, um dann aus einer Höhe von 43 Metern den herrlichen Blick über Frankfurt und die Region zu genießen.

Der Weg hinauf war auf dem früheren Turm auch deshalb beschwerlich, weil die Stufen sehr steil und ungleich waren. "Das hat man damals einfach so gebaut, es gab keine Vorgaben", erklärt der Sprecher des Dezernenten.

Stolpergefahr reduziert

Im Neubau richtet sich die Höhe und Tiefe der Tritte natürlich nach der entsprechenden Din-Norm. Der Aufstieg dürfte also ein wenig bequemer werden. "Vor allem wird die Stolpergefahr reduziert", sagt Günter Murr.

Barrierefrei allerdings wird der Turm nicht, da sich die Stadt nach einer Bürgerbefragung eben für die möglichst originalgetreue Wiederaufbau-Variante entschieden hat. Dadurch fehle innerhalb des Turms der Raum, um einen Lift einzubauen. Und ein Anbau außerhalb verbietet sich, wenn der althergebrachte Anblick das Ziel bei der Neukonstruktion ist.

von Dennis Pfeiffer-Goldmann

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