+
Verbanden die Einweihung des sanierten Mainufers mit einem kleinen Spaziergang: Stadtrat Markus Frank (v.l.), Ingenieur Martin Schumacher sowie Ralf Karpa, Geschäftsführer der Managementgesellschaft für Hafen und Markt. 

Offiziell eröffnet

Neue Terrassenanlage am Mainufer in Höchst lädt zum Flanieren ein

Das wird im Sommer sicherlich ein beliebtes Plätzchen: In Höchst wurde gestern offiziell die neue Terrassenanlage eröffnet. Sie ist nah am Wasser gebaut – und Ergebnis der dringend nötigen Sanierung der Uferwand.

Höchst - „Es reißt die schwersten Mauern ein“, sang die Gruppe Bots einst über das „weiche Wasser“. In Höchst hat die Spundwand immerhin knapp 100 Jahre standgehalten, doch im Jahr 2015 wurden im Bereich der Batterie Schäden festgestellt, deren Behebung keinen Aufschub erlaubten. Einheimische wissen das, blieb das Mainufer aus diesem Grund doch lange Zeit gesperrt.

Nach einer vorläufigen Stabilisierung folgte die Sanierung, die im Dezember 2018 nach rund dreizehn Monaten Bauzeit abgeschlossen worden ist. Gleichzeitig hat die Stadt eine neue 450 Quadratmeter große Terrasse geschaffen, die Stadtrat Markus Frank (CDU) gestern offiziell eröffnete.

Aus der Not geboren

Eine hübsche Idee vor allem bei sommerlichen Temperaturen, doch war sie vor allem der Not geschuldet. Im ersten und dritten Bauabschnitt – zum einen in der Nähe der Süwag, zum anderen Richtung Fähre – war es noch möglich, die alte Spundwand durch eine neue Verankerung und Gurtung zu sanieren. Im mittleren, rund 150 Meter langen Bereich war wenig zu retten: Hier musste eine neue Spundwand drei Meter vor die alte gesetzt werden. Um die Fläche möglichst sinnvoll nutzen zu können, wurde sie mit Parkbänken und Mülleimern ausgestattet.

Was nicht nur einigen Stammgästen am Höchster Mainufer gefallen dürfte: Die Promenade ist tiefergelegt. Das dient dem Hochwasserschutz, da sich das Wasser dort im Falle eines Falles ausbreiten und ansammeln kann. Gleichzeitig ermöglicht das neue Gelände aber bei besserem Wetter auch das Flanieren in unmittelbarer Nähe zur Wasseroberfläche.

„Wir sind im Kostenrahmen geblieben“, sagte Frank, und bezifferte das Volumen der Maßnahme auf etwa 5,9 Millionen Euro. Zudem dankte er den Höchstern sowie den betroffenen Gewerbetreibenden für ihre Geduld und ihr Verständnis.

Zu Verzögerungen der Arbeiten kam es durch eine Hochwasserperiode, die Durchführung des Schlossfestes sowie die Tatsache, dass in der bestehenden Uferwand deutlich mehr Hohlräume aufgefüllt werden mussten als zunächst erwartet.

Hohlräume gefüllt

„Sie entstehen auch durch den Wellenschlag der Schiffe und den anschließenden Sog“, erklärte Martin Schumacher vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Insgesamt seien rund 360 Kubikmeter an Hohlräumen im Untergrund gefüllt worden – mit einem eigens von der bauausführenden Firma Colcrete-von Essen und der städtischen Hafenmanagementgesellschaft HFM entwickelten Bodengemisch. „Die Herausforderung war, dass es beim Einbau fließfähig bleiben, sich aber nach dem Einbau verfestigen musste. Aber nur so weit, dass auch noch ein Bodenaushub möglich wäre.“

Alle Uferabschnitte der Stadt werden turnusgemäß im Abstand von drei Jahren überprüft, berichtete HFM-Geschäftsführer Ralf Karpa. Sanierungsmaßnahmen in Höchster Dimensionen drohten in nächster Zeit zwar nicht. „Aber wir wissen, dass es in der Innenstadt im Bereich des Nizza-Ufers Schäden gibt.“ Derzeit liefen weitere Untersuchungen, auf deren Grundlage dann eine Planung zur Sanierung aufgestellt werden soll. Diese soll „in den nächsten Jahren“ und „Schritt für Schritt“ durchgeführt werden.

In Höchst jedenfalls sollte die Lösung nun für die nächsten sechs bis sieben Jahrzehnte halten, so die Hoffnung und Erwartung der Beteiligten. Damit steht auch der diesjährigen Wiedereröffnung der Schiffsmeldestelle buchstäblich nichts mehr im Wege. Noch vor Ostern soll es soweit sein, verriet Inhaber Frank Wellert.

von David Schahinian

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare