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Frankfurt zählt immer mehr Schüler: In dieser Woche wurden allein 6650 Erstklässler eingeschult.

Bildung

Neuer Rekord - erstmals mehr als 100 000 Schüler in Frankfurt

Frankfurt wächst rekordverdächtig - und damit auch die Zahl der Schüler. Erstmals besuchen mehr als 100 000 Kinder und Jugendliche eine der zahlreichen Bildungsstätten. Eine neue Schule soll im kommenden Jahr aber nicht eröffnen. Zuweisungen wird es weiter geben.

Frankfurt - Erstmals gibt es in Frankfurt mehr als 100 000 Schüler. Das hat Evelin Spyra, Leiterin des Staatlichen Schulamts, gestern auf einer Pressekonferenz zum Start des neuen Schuljahres verkündet. Davon besuchen rund 66 200 Kinder und Jugendliche eine öffentliche allgemeinbildende Schule. "Das sind etwa 2000 Schüler mehr als noch im vergangenen Jahr", sagte Spyra. Allein an den Grundschulen gibt es 1000 Kinder mehr, an den Gymnasien 1800 und an den Integrierten Gesamtschulen 500. Die Privatschulen werden von rund 7100 Schülern besucht, die Berufsschulen von rund 27 500 Schülern.

Bei den vorgelegten Daten handelt es sich zum Teil aber noch um vorläufige Zahlen, die auf Prognosen basieren. Die Zahlen der Privatschulen etwa werden dem Staatlichen Schulamt erst später vorgelegt.

Hier kommen dennoch die wichtigsten Erkenntnisse kurz und knapp zusammengefasst:

Die Bildungsstätten

Derzeit gibt es in Frankfurt 149 öffentliche allgemeinbildende Schulen. Neu zu diesem Schuljahr sind die dritte Grundschule am Riedberg und die IGS im Frankfurter Norden. Im kommenden Schuljahr wird es aber offenbar keine Neueröffnungen geben. "Stand heute hat uns die Stadt noch nicht damit beauftragt, eine Planungsgruppe einzurichten", sagte Spyra. "Es wird aber ausreichend Schulplätze geben."

Die Wunschschule

Von insgesamt 5886 Kindern, die zu diesem Jahr von der vierten in die fünfte Klasse gewechselt sind, haben 537 keinen Platz an ihrer Wunschschule bekommen. 256 Kinder wurden einem Gymnasium oder einer Kooperativen Gesamtschule mit gymnasialem Zweig zugewiesen, 281 einer Integrierten Gesamtschule. Immerhin: "Allen Kindern konnte ein Platz im gewünschten Bildungsgang zur Verfügung gestellt werden", sagte Spyra.

Recht und Gesetz

Viele Eltern waren mit den Zuweisungen ihrer Kinder auf Schulen, die sie sich nicht gewünscht hatten, ganz und gar nicht zufrieden. Deshalb musste sich das Staatliche Schulamt mit 200 Widersprüchen befassen, davon landeten 30 als Eilverfahren beim Verwaltungsgericht. "Wir haben in allen Fällen gewonnen", so Spyra. Von einem Fall weiß sie, da wurde ein Kind an einer Schule angenommen, obwohl es keine Kapazität mehr gab. Jetzt gehen dort in eine Klasse 26 statt 25 Kinder. Im vergangenen Jahr wurden nur 70 Widersprüche eingereicht. Spyra führt den Anstieg auf eine erfolgreiche Verfassungsbeschwerde zurück. Das Bundesverfassungsgericht hat Ende Mai einer Frankfurter Schülerin Recht gegeben, deren Eltern für sie gegen die Zuweisung auf ein Gymnasium geklagt hatten. Der Fall ist allerdings noch nicht entschieden. Die Karlsruher Richter haben ihn an den Hessischen Verwaltungsgerichtshof zurückverwiesen.

Die Inklusion

In diesem Schuljahr besuchen rund 2100 Kinder, die eine Behinderung haben, eine ganz normale Schule. "Die meisten dieser Schüler besuchen eine Grundschule oder eine Integrierte Gesamtschule", sagte Spyra. Genaue Zahlen, aufgeschlüsselt nach den Schulformen, gibt es aber noch nicht. Im vergangenen Schuljahr haben 1864 Kinder mit Förderbedarf eine Regelschule besucht.

Die Lehrer

Insgesamt gibt es in Frankfurt 5724 Lehrerstellen - 200 mehr als noch im vergangenen Jahr. Die meisten neuen Lehrer wurden an Gymnasien und Grundschulen eingestellt. Alle Stellen seien besetzt, der Unterricht sei gesichert. Natürlich könne es aber an einzelnen Schulen noch zu Vakanzen kommen. "Um nachsteuern zu können, stellen wir auch noch neues Personal ein", so Spyra. Vor allem in den Mangelfächern Mathe und Physik.

Zukunftsprognosen

"Es wird auch in den kommenden Jahren Zuweisungen auf Schulen mit freien Kapazitäten geben", sagte Evelin Spyra. Woran liegt's? Einerseits natürlich an den steigenden Schülerzahlen. Andererseits aber auch an den unvorhersehbaren Wünschen der Eltern und ihrer Kinder. "Die favorisierten Schulen ändern sich ständig", so Spyra.

von Julia Lorenz

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