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Der gesamte Bereich des Pinguin Geheges wird nun videoüberwacht.

Vandalismus

Nach Attacke auf Pinguin-Gehege: Zoo Frankfurt handelt sofort

In der Pinguin-Anlage im Frankfurter Zoo sorgten Steinewerfer für Unruhe und beschädigten die Panzerglasscheibe des Geheges.

Update, 23. Juli, 09:50 Uhr: Die Attacke auf das Pinguin-Gehege im Zoo Frankfurt sorgt für Unruhe bei Mensch und Tier. Am Montag hatten Unbekannte Steine auf die Panzerglasscheibe geworfen und sie dadurch auch beschädigt. Zoodirektor Miguel Casares hat sofort reagiert und eine Überwachungskamera aufstellen lassen. Wer die Scheibe beschädigt hat, ist der derzeit noch unklar. Auch die Schadenssumme kann bis jetzt noch nicht geschätzt werden, wie Zoo-Sprecherin Kurrle auf Anfrage mitteilt

© Zoo Frankfurt

Erstmeldung, 23. Juli: Frankfurt - Panik im Pinguin-Paradies: Kaum drei Monate, nachdem die 25 Humboldt-Pinguine ihre neue Anlage im Frankfurter Zoo bezogen haben, stören Steinewerfer die possierlichen Vögel. "Immer wieder finden wir Schottersteine im Wasserbecken", berichtet Zoo-Sprecherin Christine Kurrle. Bislang sei keiner der Vögel durch Steinwürfe verletzt worden.

Die oft scharfkantigen Steine stammen aus einem mit Schotter befestigten schmalen Streifen vor der neuen Pinguin-Anlage. "Das werden wir ändern", sagt Christine Kurrle. Lose Steine soll es schon bald dort nicht mehr geben. Aber auch da, wo keine Steine herum liegen, haben es Vandalen offenbar auf die Pinguine abgesehen.

Zoo Frankfurt: "Schade für Besucher"

Die Glasscheibe, durch die Besucher in der Grotte die Schwimm- und Tauchkünste der Pinguine beobachten können, weist Spuren mutwilliger Beschädigung auf. Zentimeterlange Kratzer und Scharten ziehen sich über die Panzerglasscheibe. Der Sachschaden, sagt Christiane Kurrle, ließe sich derzeit noch nicht beziffern.

Um Nachahmer von der Scheibe fernzuhalten, hat Zoodirektor Miguel Casares angeordnet, ein Absperrgitter aufzustellen und eine Videokamera zu installieren. "Schade für Besucher, die nicht mehr unmittelbar an der Scheibe die Tiere beobachten können, sondern nun aus einiger Entfernung", so Kurrle. "Aber die Sicherheit hat Vorrang." Ein Hinweisschild erklärt die besonderen Umstände: "Aufgrund von Vandalismus muss dieser Bereich nun videoüberwacht werden."

Niemand ist also fortan unbeobachtet in der Grotte der Pinguin-Anlage. Wer sich nun an der Scheibe zu schaffen machen sollte, wird dabei gefilmt. Die Mitarbeiter des Zoos seien durch die jüngsten Vorfälle äußerst sensibilisiert, sagt Kurrle. Sie hätten die Pinguin-Anlage nun besonders auf dem Radar, machten Extra-Kontrollen - und zwar "ohne dass die Besucher das mitbekommen". Kindern, die Steine ins Wasserbecken geworfen hätten, sei erklärt worden, dass das schädlich für die Tiere sei. "Es geht uns in erster Linie um die Förderung von Einsicht und Verständnis für die Kreatur", sagt Kurrle. Sollte aber beobachtet werden, dass jemand auf die Tiere zielt, dürfte es mit der Pädagogik schnell vorbei sein. Je nach Lage des Sachverhaltes sei dann alles möglich: vom Zooverweis bis zur Strafanzeige.

Pinguin-Anlage: Anfang Mai eröffnet

Die Anlage der Humboldt-Pinguine wurde nach gut zwei Jahren Bauzeit Anfang Mai eröffnet und gilt als vorbildlich für die artgerechte Haltung der in Südamerika heimischen Vögel, die vom Aussterben bedroht sind. Das dem natürlichen Lebensraum der Pinguin nachgebildete Areal ist rund 2000 Quadratmeter groß. Gut 7,2 Millionen Euro kostete die neue Heimat für die Vögel im Frackgefieder. Eine Attraktion sind die weitläufige Wasserlandschaft und die Einblicke, die Besuchern in die Höhlen der Pinguine und deren Leben unter Wasser gewährt werden. Neuerdings freilich aus mehr Distanz als ursprünglich gedacht. Vandalismus war nicht eingeplant.

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Zuletzt hatten im April 2005 Vandalen den Zoo heimgesucht. Sie warfen Holzstämme, eine Parkbank und Abfalleimer ins Wasserbecken der Robbenanlage, steckten eine kleine Ziege in einen Müllsack und verschleppten sie hinters Affenhaus. Das Zicklein wurde rechtzeitig gerettet.

von SYLVIA A. MENZDORF

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