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Kaum kommt die Sonne raus, wird das Mainufer von Frankfurtern und Touristen bevölkert. Am südlichen Ufer gibt es allerdings kaum Toiletten. Die müssen dringend her, fordern Stadtteilpolitiker.

Öffentliche sanitäre Anlagen

Ortsbeirat fordert mehr Toiletten am Sachsenhäuser Mainufer

Am Mainufer herrscht bei den warmen Temperaturen wieder Hochbetrieb: Alle Welt breitet die Picknickdecken aus, bevölkert Sitzbänke und Wiesen. Doch wohin, wenn man mal muss?

Frankfurt - Seit Jahren gibt es nur eine Toilettenanlage am Sachsenhäuser Mainufer: Die des „Maincafés“ an der Untermainbrücke. Das Café, das im Sommer geöffnet hat, bietet per Auflage des Grünflächenamts auch Passanten des Cafés an, die Toiletten zu benutzen.

Viele Besucher am Mainufer, kaum stille Örtchen

Bei den Heerscharen, die in der warmen Jahreshälfte ans Mainufer strömen, ist das aber nicht genug. Die Toiletten reichen nicht. Darum bittet nun der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) die Stadtverwaltung, ein Konzept für öffentliche Toilettenhäuser am Sachsenhäuser Ufer zu entwerfen und sobald wie möglich vorzustellen. „Das Mainufer hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer Promenade mit hohem Erholungs- und Freizeitwert entwickelt. Um so trauriger ist es, dass für die menschlichen Bedürfnisse keine Toilettenanlagen zur Verfügung stehen,“ monierten die Antragsteller Charlotte Baecker und Hans-Joachim Ober von der CDU-Fraktion. Dixie-Toiletten oder Container sollten es aber nicht sein. „Das sind Notlösungen, die nicht ins Landschaftsbild passen.“

Ortsbeirat: Zweites Maincafé in der Hochkeimauer

Die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 5 hatte vergangenes Jahr zum wiederholten Mal angeregt, ein zweites Maincafé in der Hochkaimauer weiter östlich zu eröffnen. „Öffentliche Toiletten funktionieren nur dann, wenn eine Gastronomie dahintersteckt, also jemand, der ein Eigeninteresse daran hat, dass die sanitären Anlagen sauber sind und funktionieren“, erklärt Jan Binger von der SPD. Ein Etat-Antrag wurde im Gremium aber abgelehnt. Bei der Stadt hat man das Problem erkannt: Der Magistrat, genauer gesagt das Amt für Bau und Immobilien, will den Bau sanitärer Anlagen am Mainufer vorantreiben. Dafür werde derzeit ein Konzept erarbeitet, hieß es jüngst in einer Stellungnahme. Festen Einbauten stünden aber teilweise der Denkmalschutz und die Hochwasserproblematik im Weg.

Die Wiesen und Wege am Mainufer betreut weiterhin das Grünflächenamt, das auch gegen den Müll, plattgetretene Wiesen und Wildpinklerei kämpfen muss. Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamts, hält es für essenziell, dass bald etwas geschieht: „Die Belebung des Mainufers war erfolgreich, nun muss die Stadt den Menschen auch etwas bieten.“ Während am Nordufer beim Restaurant Main-Nizza demnächst eine neue öffentliche Toilette eröffnet, ist im Süden noch keine in Sicht: „Es gibt aber Potenzial“, so Heldmann.

von Stefanie Wehr

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