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Wird der Paradieshof bald abgerissen?

Wertvoll aufgrund von Lage und Bedeutung

Wird der Paradieshof in Alt-Sachsenhausen bald abgerissen?

Der Paradieshof in Alt-Sachsenhausen steht mittlerweile so lange leer, dass ein Abriss immer wahrscheinlicher wird. Seit drei Jahren wird mit der European School of Design verhandelt. 

Frankfurt - Baudezernent Jan Schneider (CDU) hat in den Raum gestellt, dass der Paradieshof abgerissen werden könnte. Im Stadtteil ist man nicht überrascht.

"Wenn ein Abriss und Neubau kommt, wird der Paradiesplatz lange nicht benutzbar sein", folgert Jürgen Vieth, Alt-Sachsenhäuser Gastronom und Mitglied der Initiative Alt-Sax-Neu, die das Viertel aufbessern will, auf die Bemerkung des Stadtrates. Seit kurzem lädt auf dem Paradiesplatz wieder der Freitagstreff zum gemütlichen Zusammensitzen. Der Platz würde zwar auch im Fall einer Sanierung zur Baustelle, "aber so zieht sich das Ganze noch mehr in die Länge."

Teure Eigentumswohnungen statt Paradieshof? – Gastronom Jürgen Vieth wäre dagegen

Der heruntergekommene Paradieshof biete aber ohnehin keine schöne Kulisse für den Freitagstreff. Gerade noch hatte Vieth sich gefreut, dass endlich die Stadt eingelenkt hat und den Organisatoren erlaubt, den Hinterhof des Paradieshofs als Lagerfläche für Bierbänke zu nutzen. "Und nun heißt es, der Abriss kommt", sagt Vieth. Was er nicht gutheißen würde, wäre eine Konzeptänderung etwa hin zu teuren Eigentumswohnungen. "Das würde Probleme verursachen, weil es nicht zum Viertel passt."

Ein eventueller Abriss liegt aber noch in weiter Ferne.Denn die Hängepartie um den Paradieshof ist noch nicht beendet. Die Stadt verhandelt, wie berichtet, seit gut drei Jahren mit der European School of Design. Jetzt liegt der Schule das Angebot vor, das Gebäude im Erbbaurecht für 33 Jahre zu übernehmen. Sie könnte dann wie ein Eigentümer über das Areal entscheiden. "Ob sie es abreißt und einen Neubau errichtet oder saniert, ist dann ihre Entscheidung", erläutert Günter Murr, Sprecher des Bau-Stadtrats. Die Stadt verhandele nicht parallel mit privaten Investoren. "Wir gehen davon aus, dass die Schule mit einem Partner zusammengeht, da sie in Immobilienfragen nicht bewandt ist", so Murr.

Paradieshof: Umbau würde fünf Millionen Euro kosten

"Das Gebäude ist nicht schützenswert", erklärt Mark Gellert, Sprecher des Stadtplanungsamts, "wertvoll ist es aufgrund seiner Lage und Bedeutung." Die Designer-Schule wurde ausgewählt, "weil sie das Künstlerviertel um die Wallstraße perfekt mit dem historischen Alt-Sachsenhausen verbinden würde". Die Stadt stell aus dem Förderprogramm Alt-Sachsenhausen etwa 3,5 Millionen Euro in Aussicht. Ein Umbau koste rund fünf Millionen Euro, Kosten für Abriss und Neubau sind unklar.

Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) sieht die Sache mit Verärgerung: "Die Verhandlungen ziehen sich schon so lange, dass die Bausubstanz sicherlich nicht besser geworden ist. Wenn das einst schöne Gebäude abgerissen werden muss, dann muss man es schweren Herzens eben tun. Aber es muss sich dort endlich etwas tun."

stw

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