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Blick aus der Löwengasse: Überall in Bornheim fehlen Parkplätze, so dass es für Anwohner schwer ist, einen Stellplatz für s Auto zu finden. Mit dem Pilotprojekt soll das nun leichter werden. 

Noch in diesem Jahr

So ändert sich das Parken in Bornheim 

Das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept rückt immer näher. Noch in diesem Jahr soll ein Teil Bornheims entsprechend umgestellt werden, kostenloses Parken für Nicht-Anwohner ist dann passé.

Frankfurt-Bornheim - Rege füllt sich die rechteckige Tischkonstruktion im Innenhof des Bornheimer Ratskellers mit Personen. Die Bornheimer SPD hat zur gemeinsamen Diskussion eingeladen. Zur Debatte steht das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept, das einmal die Situation auf Frankfurter, zuerst aber auf Bornheimer Straßen entspannen soll.

Bornheim: Parken ändert sich 

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) stellt das Konzept noch einmal vor, bevor die Bürger fragen dürfen: "Seit Jahrzehnten wird in Bornheim über Parkraumbewirtschaftung diskutiert", beginnt er. Bornheim ist in vier Zonen eingeteilt worden. Zone 40 ist die einzige, die noch in diesem Jahr auf das neue Park-Konzept umgestellt werden soll. 

Besagtes Gebiet liegt im Nordwesten Bornheims, wird östlich von der Seckbacher Landstraße und südlich von der Weidenbornstraße begrenzt. "Die verschiedenen Zonen wurden dem Ortsbeirat vorgestellt und die Änderungswünsche wurden übernommen. Der Sinn des Ganzen ist es, Bewohner beim Parken zu bevorrechtigen", erklärt der Verkehrsdezernent.

Parkausweis für Anwohner in Bornheim 

Bewohner könnten sich zukünftig Parkausweise für 50 Euro kaufen, die sie zum Parken in ihrem jeweiligen Gebiet berechtigen - für zwei Jahre. Kritik an dem System hatte es zuvor von Gewerbetreibenden gegeben, doch an dieser Stelle kann Oesterling eine Lösung präsentieren: "Wer in so einer Zone Gewerbetreibender ist, muss vorweisen, dass er keinen eigenen Parkplatz und keinen Innenhof hat. 

Die Fahrzeuge müssen außerdem für Transporte benutzt werden", nennt er die Bedingungen für einen Parkausweis für Gewerbetreibende.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Darius Shafiei: "Es gibt keine Ortsbeiratssitzung, in der es nicht um Autos oder Parken geht", betont er. "Es gibt zu viele Autos für zu wenig Parkraum. In Bornheim ist nunmal viel los, das finden wir ja auch gut. 

Besondere Lösungen für Stadion, Dippemess und Eissporthalle 

Doch mussten für einige Straßen besondere Lösungen gefunden werden." So wie in der Kettelerallee. Besucher der Eissporthalle, des Stadions oder der Dippemess' würden diese häufig zustellen: "In der Kettelerallee wird das Anwohnerparken auf einer Seite bis 21 Uhr eingerichtet. An der Zuspitzung der Straße im Süden darf künftig nur noch mit Bewohnerparkausweis geparkt werden."

Auch weitere Detailprobleme habe man in den vergangenen Wochen gelöst. Verläuft eine Parkgebietsgrenze beispielsweise mitten auf einer Straße, können Bewohner dennoch auf beiden Seiten parken. "Das wäre ja sonst eine absurde Regelung", meint Shafiei. "Natürlich muss dieses Konzept kontrolliert werden", mahnt er.

Die Stimmen der Bornheimer Bürger, rund 15 waren gekommen, sind insgesamt positiv, doch wird schnell deutlich: Der Teufel liegt im Detail. "Die TG Bornheim hat 30 000 Mitglieder, die Inheidener Straße ist immer zugeparkt", beschwert sich eine Anwohnerin. In ihrem großen Wohnhaus gebe es zwar eine Tiefgarage, doch rund 80 Wohnungen seine ohne Tiefgaragenplatz. 

Positive Reaktionen 

Diese hätten große Probleme einen Parkplatz zu finden. "Ich glaube, dass das neue Parkkonzept für diese Probleme eine Lösung ist", sagt Shafiei. Die Verbesserungen am Fahrplan der Linie 38 hätten der Inheidener Straße zusätzlich bereits entlastet.

Gleich mehrere Bornheimer mahnen in der weiteren Diskussion an: Das beste Konzept funktioniert nicht, wenn es nicht kontrolliert wird. Klaus Oesterling ist zwar willig, denn "der Stellenplan sieht mehr Parkraumbewirtschafter vor, doch der Arbeitsmarkt ist schwierig". 

Der Verdienst in diesem Beruf sei bundesweit geregelt, in Frankfurt verdiene ein Mitarbeiter das selbe wie auf dem Land. "Klar ziehen diese dann lieber dorthin, wo die Wohnungen günstiger sind." Er befinde sich allerdings in intensiven Gesprächen mit dem Magistrat über eine Zulage für Frankfurter Parkraumbewirtschafter. 

Die Mehreinnahmen an Bußgeldern durch das neue Konzept könnten zukünftig in die Bezahlung der entsprechenden Kräfte fließen.  Von Niklas Mag

In Bornheim diskutiert der Stadtteil zudem, ob die Berger Straße autofrei werden soll. Auch die Politik ist nicht einer Meinung. Immer mehr Reisende nutzen im Frankfurter Westen günstige Flughafen-Parkplätze - Firmen verdienen Geld, wenn Fluggäste ihre Autos abstellen.

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