+
In Frankfurt soll das Parlament im September höhere Parkgebühren beschließen. Es soll unattraktiver werden, mit dem Auto in die Stadt zu fahren. 

Parkgebühren steigen

Für eine autofreie Innenstadt: Parken in Frankfurt wird deutlich teurer 

In Frankfurt soll das Parlament im September höhere Parkgebühren beschließen. Es soll unattraktiver werden, mit dem Auto in die Stadt zu fahren. 

Frankfurt -  Vier Euro pro Stunde, um das Auto zu parken: Mit der Blechkarosse zum Einkaufen bis fast vors Geschäft zu rollen, dürfte in Frankfurt bald zu echtem Luxus werden. Eine Erhöhung der Parkgebühr um ein Drittel soll das Stadtparlament demnächst billigen. Die Stadtregierung hat jetzt den Vorschlag von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) für höhere Parkgebühren gebilligt. Das letzte Wort hat das Stadtparlament. Es kann wohl frühestens Ende September darüber abstimmen.

Das Ja zum Preissprung dürfte Formsache sein. Denn die Stadt steht mit dem Rücken zur Wand: Um einem Fahrverbot in der Dieselklage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu entgehen, muss sie den Richtern beim Verwaltungsgerichtshof Kassel bis Dezember deutlich machen, dass sie es ernst meint mit dem Verbessern der Luftqualität. Dafür muss aus Sicht der Stadt vor allem der Autoverkehr reduziert werden.

Frankfurt: Parkgebühren erhöhen durch kürzere Phasen

Um die Parkgebühren zu erhöhen, will die Stadt die Abrechnungsphasen reduzieren: Ein Euro soll künftig für 15 statt bisher 20 Minuten Parkdauer fällig werden. Betroffen ist die komplette Innenstadt zwischen Güterplatz im Westen, Alter Oper im Norden und Flößerbrücke im Osten. Hinzu kommt fast ganz Sachsenhausen-Nord zwischen der Stresemannallee im Westen, dem Südbahnhof im Süden und der Deutschherrnbrücke im Osten.

In der restlichen Stadt sollen für eine Viertelstunde 50 Cent fällig werden - überall dort, wo bereits Parkscheinautomaten oder Parkuhren stehen. Die Bereiche, in denen Parkgebühren anfallen, will die Stadt aber auf alle innerstädtischen Stadtteile ausweiten. Die neue flächendeckende "Parkraumbewirtschaftung" samt Anwohnerparken ist allerdings nicht Teil der aktuellen Gebührenerhöhung. Mit dem Anwohnerparken soll es mit einem Pilotprojekt in Bornheim losgehen. Einen Termin gibt es noch nicht.

Parallel zur Erhöhung will die Stadt das Bezahlen immerhin bequemer machen: Das Parlament soll fürs Handyparken grünes Licht geben, also das Bezahlen der Gebühr über eine Smartphone-App.

Beim Parken ohne Münzgeld bezahlen

Wenn Fahrer nicht erst zum Automaten laufen müssten und "auch ohne passendes Münzgeld" zahlen könnten, erhöhe sich "die Zahlungsbereitschaft", hofft die Stadt - und sie rechnet dadurch mit Mehreinnahmen. Zugleich geht sie von "signifikant" sinkenden Betriebskosten aus, wenn die Parkscheinautomaten seltener genutzt werden.

Fördern will man im Römer ausdrücklich jene, die besonders sauber in der oder durch die Stadt fahren. So sollen Elektroautos mit E-Kennzeichen die ersten zwei Stunden lang kostenlos parken. Damit solle "ein Anreiz zum Umstieg auf elektrische Antriebe von Kraftfahrzeugen gesetzt werden", heißt es im Beschluss der Stadtregierung.

Festgezurrt werden sollen nun auch die neue Parkregelungen für Touristen- und andere Reisebusse. 10 Euro pro Stunde und höchstens 50 Euro werden ab Januar fällig auf den speziell ausgewiesenen Busparkplätzen. Diese befinden sich am Theodor-Stern-Kai zwischen der Friedensbrücke und dem Carl-von-Noorden-Platz, in der Gutleutstraße und im Ostend in der Eytelwein- und der Mayfahrtstraße. Die bisherigen Parkplätze am Schaumainkai und Mainkai entfallen.

In der Gutleutstraße soll auf Wunsch des Ortsbeirats das Bus-Parken zwischen Wurzel- und Erntestraße verboten werden. Die Parkplätze im Ostend sollen später in die Franziusstraße verlegt werden, sobald diese saniert ist. Voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2020 werde mit den Bauarbeiten begonnen, erklärt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Kassieren wird die Stadt künftig an der Touristenbus-Haltestelle am Paulsplatz. Dort sollen 5 Euro für die maximale Parkdauer von 15 Minuten fällig werden. "Eine Art Schutzgebühr", sagt Oesterling, damit die Busse nicht - wie bisher - diese Parkzeit überschreiten. Denn die Halteplätze sind stark frequentiert. Busse, die wegen blockierter Haltestellen auf der Fahrbahn parken, verursachen immer wieder Staus.

Frankfurt will das Bewohnerparken mit Verkehrsüberwachung kontrollieren

Die Stadt will das Bewohnerparken forcieren und Personalressourcen der Verkehrsüberwachung stärken. Das geht aus einem Magistratsbericht hervor. Die Überwachung der Bewohnerparkbereiche soll überwiegend durch Leiharbeitskräfte erfolgen. Vertraglich könnten bis zu 45 Leiharbeitskräfte eingesetzt werden. Zu deren Finanzierung stehen dem Straßenverkehrsamt jedoch lediglich rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Hiermit könnten lediglich 18 Leiharbeitskräfte täglich eingesetzt werden. Durch die Erhöhung des Betrages um 950 000 Euro wäre es möglich, zusätzlich 13 Leiharbeitskräfte zu finanzieren und einzusetzen. Mehr Überwachungskräfte sollen die Steigerung der Überwachungsdichte beziehungsweise die Ausweitung von Bewohnerparkbereichen erhöhen. 

red

Lesen Sie auch: 

Frankfurt: Parken jetzt auch per Handy-App - und es wird teurer

Parken geht in Frankfurt jetzt auch per App auf dem Smartphone. Außerdem wird es teurer. Die wichtigsten Fragen haben wir hier für Sie beantwortet. 

Parken in Frankfurt wird deutlich teurer werden - Das sind die Gründe

Die Stadt will die Parkgebühren in der Innenstadt und weiteren Gebieten anheben. Bei Elektrofahrzeugen macht sie allerdings eine Ausnahme.

Langzeit-Parken wird billiger: Immer mehr Flughafen-Parkplätze 

Im Frankfurter Westen werden Flächen als externe Flughafen-Parkplätze genutzt. Firmen verdienen Geld, wenn Fluggäste ihre Autos abstellen.

Die Römerkoalition fordert ein neues Parkhaus für Besucher der Commerzbank-Arena in Frankfurt. Auch für Radfahrer und ÖPNV-Nutzer soll das Stadion künftig besser erreichbar sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare