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Die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte und 1948 neu aufgebaute Paulskirche soll bereits 2023, zum 175. Jahrestag der Nationalversammlung, saniert sein. Dazu hat der Oberbürgermeister eigens eine Stabsstelle eingerichtet.

CDU erinnert an religiöse Tradition

Feldmann scheitert mit Umzug in Paulskirche - Becker poltert: „Ein Murks nach dem anderen“

Der Umzug in die Paulskirche in Frankfurt für Plenarsitzungen ist gescheitert. OB Peter Feldmann (SPD) sieht sich zudem starker Kritik aus der CDU ausgesetzt.

  • OB Peter Feldmann (SPD) will mit den Plenarsitzungen in die Paulskirche umziehen. 
  • Die Koalition blockt jedoch diese Idee.
  • Der OB von Frankfurt erntet scharfe Kritik aus der CDU.

Frankfurt - Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat seine Koalitionspartner CDU und Grüne nicht von seinem Plan überzeugen können, das Stadtparlament künftig in der Paulskirche tagen zu lassen. Der OB präsentierte am Dienstag in der Koalitionsrunde Skizzen, die das renommierte Frankfurter Architektur- und Planungsbüro Albert Speer & Partner angefertigt hatte.

Nach diesen Vorstellungen würden die Sitze für die Stadtregierung, für die Stadtverordneten und für Zuschauer halbmondförmig im Innenraum angeordnet. Vorne vor dem Podium würde es die Sitze für den Magistrat geben, dann folgten 112 Plätze für die 93 Stadtverordneten und ganz hinten 100 Sitze für Zuschauer. Der Oberbürgermeister stellt sich vor, dass in Zukunft die Bestuhlung der Paulskirche jeweils individuell dem jeweiligen Veranstaltungsanlass zugeordnet werden könne.

„Die Bestuhlung soll grundsätzlich flexibler werden“, so der Leiter des OB-Büros, Nils Bremer. Auf die Frage nach den Kosten einer jeweils wechselnden Bestuhlung sagte er, dies werde im Rahmen der Pläne für die Sanierung der Paulskirche insgesamt geklärt.

Heute ist die einstige Kirche mit insgesamt 960 Sitzplätzen fest und dauerhaft bestuhlt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer, Nils Kößler, störte sich an der von Speer & Partner konzipierten Sitzordnung und daran, „dass die Zuschauer hinten sitzen müssten“. Die CDU blieb bei ihrer Haltung, dass die Paulskirche nicht der Ort für Sitzungen des Stadtparlaments sein könne. Dieser Ort bleibe der Römer.

Frankfurt: Becker (CDU) schießt gegen Feldmann (SPD)

Der CDU-Fraktionsvorsitzende verwies auch auf einen Vertrag, der im Jahre 1953 zwischen der Stadt und der evangelischen Kirche geschlossen worden sei. Danach habe die Kommune der evangelischen Kirche damals schriftlich zugesichert, „dass nicht nur die historische, sondern auch die religiöse Tradition dieser Kirche gewahrt wird“. Aus Sicht der CDU ist zum Beispiel die im Februar geplante Premiere der zweiten Staffel der ZDF-Fernsehserie „Bad Banks“ in der Paulskirche mit dieser vertraglichen Regelung nicht vereinbar.

Bürgermeister Uwe Becker (CDU) kritisierte den Vorstoß Feldmanns zum Umzug des Stadtparlaments in die Paulskirche scharf. „Dem Kollegen fehlt das Gespür dafür, dass die Paulskirche nicht der geeignete Ort für das Stadtparlament ist“, sagte Becker im Gespräch mit der FR. Feldmann produziere „einen Murks nach dem anderen“. Die Paulskirche sei „ein Monument der Demokratie“. Das „politische Zentrum der Stadt“ sei dagegen seit 600 Jahren der Römer.

Frankfurt: Feldmann (SPD) will Termin nachholen 

Ursprünglich hatte Feldmann am Dienstag nicht nur die Koalitionsrunde, sondern alle im Stadtparlament vertretenen Fraktionen informieren wollen. Diesen Termin sagte er kurzfristig ab. Nach Informationen dieser Zeitung hätten die meisten Fraktionen nicht teilgenommen, da Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) wegen einer Erkrankung nicht hätte dabei sein können.

Feldmann will den Termin mit den Fraktionen nachholen. Zuvor treffen sich am Donnerstag deren Geschäftsführer in vertraulicher Runde und klären, ob ein Gespräch mit dem OB nötig ist. Sollte die große Mehrheit einen Umzug des Parlaments in die Paulskirche ablehnen, brauche Feldmann dafür auch nicht weiter zu werben, hieß es.

Zunächst skizziert Baudezernent Jan Schneider (CDU) in einer Pressekonferenz die Zukunft der Paulskirche, die ja saniert werden soll. Feldmann ist angeblich dazu nicht eingeladen. 

VON CLAUS-JÜRGEN GÖPFERT UND GEORG LEPPERT

Schon im Zuge der AWO-Affäre sah und sieht sich OB Peter Feldmann reichlich Kritik ausgesetzt. Zudem hat er das Vertrauen im Römer verloren.

Die TV-Serie „Bad Banks“ geht in die zweite Staffel. Premiere feiert sie in der Paulskirche in Frankfurt , Kritiker bemängeln diese Entscheidung.

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